Archive for the ‘Wahlkrisen’ Category

Vorsorge tut weh!

Freitag, September 6th, 2013

Gut versorgt in RenteMinijobbern droht Altersarmut??
Mitnichten! Lächerlich:
Minijobber können ihre Altersarmut schon jetzt in vollen Zügen genießen, nämlich dann, wenn sie ihre kümmerliche Altersrente schon heute mit noch kümmerlicheren Jobs „aufbessern“ müssen, um überhaupt existieren zu können.
Und diejenigen unter den bedauernswerten Minijobbern, die heute das reguläre Rentenalter noch nicht erreicht haben, und denen zusätzlich noch zwangsweise Rentenbeiträge von ihrem üppigen Minijobber-Lohn abgeknöpft werden, können sich auch nicht beklagen: Denn sie kommen in den Genuss des besonderen, wenn auch beileibe nicht seltenen Privilegs der vorgezogenen Altersarmut! Gut so! Da können sie sich wenigstens schon ‘mal beizeiten ‘dran gewöhnen, wie ihre weitere Zukunft sich so gestaltet. Von der Leyen, wir danken Dir!





© Siegfried Galter, 06.09. 2013, Foto: Fotolia.com, © roman023 #50014391

Sei kein Frosch: Warme Milch ist gut für uns alle!

Dienstag, August 27th, 2013

froschleicheweb„Man gewöhnt sich daran“, sagte der Frosch, sich träge in der körperwarmen Milch räkelnd, nicht gewahr werdend der Tatsache, dass er, Opfer eines ebenso ruchlosen wie erschreckend banalen Experiments, bei lebendigem Leibe gegart wurde, indem man die Temperatur ganz sachte immer weiter erhöhte. Er starb einen stillen, würde- und leider auch nutzlosen Tod.




Schlechte Nachrichten über den Nachrichtendienst

Dienstag, Juli 16th, 2013

Snowden oder Showdown?
Es gab einmal den ddp. Und es gibt die dpa. Und es gibt den BND. Alle drei haben im weitesten Sinne etwas mit Nachrichten zu tun. Die beiden Erstgenannten in dem Auftrag, die Menschen im Lande informiert und auf dem Laufenden zu halten. Der Letztgenannte verfolgt exakt gegenteilige Ziele. Wo der Deutsche Depeschen Dienst und die Deutsche Presse Agentur die Idee von Aufklärung, Transparenz und Selbstbestimmung einer freien Gesellschaft mit mündigen, informierten Bürgern verkörpern, ist der BundesNachrichtenDienst ein fast schon zynisch anmutender Euphemismus in Sachen Desinformation, Verschleierung und Ausspähung. Analog seinem ebenso undurchsichtigen und unkontrollierbaren Big Brother Verfassungsschutz beruft sich der BND darauf, dem Schutz unserer Gesellschaft zu dienen, der Abwehr von äußeren wie inneren Feinden und Gefahren, von denen die Repräsentanten unseres Systems dieses allenthalben umstellt und bedroht sehen. Besonders auch im Innern, von seinen potenziell höchst verdächtigen eigenen Bürgern.
Und wenn gar nichts mehr hilft, dann immer noch das Zauberwort „Terrorabwehr“!
Und so schmarotzern sich unsere bundesdeutschen Staatsschützer durch das Daten-Schlaraffenland, das ihnen übermächtige Freunde und Verbündete freigiebigst zugänglich machen.
Da kann man sich schon ‘mal kooperativ zeigen, so unter Brüdern, eine Hand wäscht die andere.
Und so guckt man halt ‘mal großzügig weg, wenn z.B. Bundesbürger verschleppt und gefoltert werden, wie im Fall el Masri, oder man nutzt die Gunst der Stunde, und schickt zwei Agenten (inkognito, versteht sich!) nach Guantanamo, die dort - ganz privatim - den Murat Kurnaz interviewen – sind eh’ alles Terroristen, die Brüder!
Zu allem Überfluss gibt es zu unser aller Sicherheit ja auch noch den MAD, dessen Kürzel allein schon Programm sein dürfte, wenn wir uns seine Protagonisten als die uniformierte Steigerungsform des BND vorstellen.
Und weil ja eine Nebelkrähe der anderen kein Auge aushackt, glucken sie auch international immer schön zusammen, und hacken sich statt dessen lieber in die Systeme und Staatswesen ihrer Freunde und Mitgenossen ein. Streng geheim, versteht sich. Denn sonst würden sie ja nicht Geheimdienste heißen. Achso, heißen sie ja auch gar nicht! Ob Zentrale Intelligenz-Agentur (CIA – auch so ein granaten-narzisstischer Selbstirrtum), ob Nationale Sicherheits-Agentur (NSA - Sicherheit, doch für wen?), ob BundesNachrichtenDienst (BND), das hört sich doch alles, zu Recht, nur nach höchst kompetenter und diskreter Dienstleistung an!
Nein, wirklich, Nachrichten sind doch nun echt etwas total Unverfängliches. Selbst wenn es so schlechte Nachrichten sind, dass es unserer Bundesregierung glatt die Sprache verschlägt, sowohl gegenüber ihren mehr als zweifelhaften Freunden, als auch gegenüber den ihr anvertrauten Bürgern dieses Landes. Aber es hat auch gute alte Tradition in unserem Lande, von Dingen lieber zu schweigen, von denen man vorgeblich nichts gewusst hat. Und wenn’s dann ganz dumm läuft, hat man im Zweifelsfalle immer nur auf höheren Befehl gehandelt, und somit keine andere Wahl gehabt.

Es gab eine Zeit, da wurden die Überbringer schlechter Nachrichten sang- und klanglos abgemurkst. Heute bezieht sich das wohl eher auf die wenigen Unerschrockenen, die die Stirn haben, die Wahrheit zu verbreiten, wie derzeit Edward Snowden.
Wohl auch deshalb hält sich unsere Regierung so schamhaft bedeckt, wenn es darum geht, die Bürger über das wahre Ausmaß von Bespitzelung, Ausspionierung und Verrat der grundgesetzlich und verfassungsseitig unveräußerlichen Rechte zu informieren: Reden ist Selbstmord. Schweigen ist es nicht minder. Aber es nimmt darüber hinaus den schleichenden Tod der Demokratie billigend in Kauf. Schweigend. Denn die Wahrheit ist lebensbedrohlich, vor allem für die, welche sie fortgesetzt unterdrücken, verschleiern, verbiegen und verheimlichen. Aber es wird ihnen nichts nützen.





© 15. Juli 2013 Siegfried Galter

Die Killerbienen kommen! US-Todesschwa-drohnen - ein Mordkomplott von deutschem Boden?

Freitag, Mai 31st, 2013

„Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen.“
Historische Worte eines Geschichtsbewussten, vom Winde verweht.

Das Land, in dem die Drohnen droh''n...

„In die gezielten Tötungen von Terrorverdächtigen in Afrika durch Drohnen sind US-Standorte in Deutschland maßgeblich eingebunden. Das haben Recherchen des NDR-Politikmagazins „Panorama“ und der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) ergeben.“ (Zitat aus der Hannoverschen Allgemeinen vom heutigen Tage)

Von US-Militärbasen in Deutschland, konkret wurde Ramstein benannt, werden also Killerdrohnen gestartet und gesteuert, die in Zielgebieten im arabischen und afrikanischen Luftraum ihre ruchlose Tötungsmission ausüben. Von mittlerweile 29 Opfern ist die Rede, denen man auf diese chirurgisch sterile Art das Lebenslicht ausgeblasen hat.
Nach Schätzungen internationaler Menscherechtsorganisationen fielen allein bis März 2009 mindestens 600 Zivilisten den Angriffen amerikanischer Killerdrohnen zum Opfer. Heimtückischer Mord per Fernsteuerung von deutschem Boden aus? Womöglich mit Wissen und stillschweigender Duldung unserer demokratisch legitimierten Regierung? Deutschland, das Land, in dem die Drohnen droh’n….
Aber was soll die ganze Aufregung? Die Todesdrohnen operieren doch aus der Luft, auch starten sie nicht von deutschem Boden, sondern von exterritorialem US-Militärgebiet, auf dem wir ohnehin nichts zu melden haben.
Außerdem: im „Krieg gegen den Terror“ ist ohnehin längst jedes Tabu gebrochen, jedes menschliche Maß verkommen. Existenzvernichtende und menschenrechtsverachtende Praktiken und Völkerrechtsverletzungen, die jeder einstmals getroffenen Humankonvention Hohn sprechen, sind heute an der Tagesordnung.
Willkürliche Verfolgung, Festsetzung und Gefangennahme, Entführung und Folter, gezielte Tötung von Terrorverdächtigen, also Mord, alles legitimiert, geduldet, unterstützt, gerechtfertigt und fortgesetzt euphemisiert von den sogenannten Demokratien dieser Welt. Die selbsternannte größte unter ihnen gibt die Erstschlagszahl vor: zum Schutze derselben und ihrer hehren Grundwerte, versteht sich. Das nennt man dann wohl präventive Vorwärtsverteidigung, oder wollt Ihr etwa unter der Scharia leben wie die verblendeten Kameltreiber? Und unser Verteidigungsminister ist ganz vorne mit dabei, schwadroniert in vorderster Front diensteifrigst mit. Killerdrohnen sollen es jetzt werden, nachdem ihm die unsägliche Bruchlandung von Eurohawk doch eigentlich ein unüberhörbarer Warnschuss hätte sein sollen. Durchstarten statt Denkpause, recht so. Wer zaudert, ist schon so gut wie tot, denn der Feind schläft nicht, ist längst auch am Drücker.
„Gnade“! Das ist das Wort, mit dem der Koran beginnt.
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Damit beginnt die Überlieferung der christlichen Schöpfungsgeschichte. Von Drohnen und Drohungen steht da kein Sterbenswörtchen.
Und doch handelt es sich hierbei um die Grundlagen der Werte, um die hier vorgeblich Krieg geführt wird.
Aber unsere Administration wäscht einmal mehr ihre Hände in Unschuld, nochmals Zitat aus der Hannoverschen: „Die Bundesregierung betonte auf Nachfrage, sie habe keinerlei Anhaltspunkte, dass Drohnenangriffe über Deutschland geplant oder durchgeführt werden.“
Ist ja auch sonnenklar, denn die Drohnen sind doch für das menschliche Auge unsichtbar, Ihr Dummies! Erst recht, wenn es sich um das getrübte Sehorgan eines rechtschaffenen Politikers handelt.
Außerdem achte man auf die verräterische Wortwahl: „Drohnenangriffe über Deutschland“ waren hier ja (noch) überhaupt nicht Bestandteil der Debatte. Angesichts dieser fast schon mutwillig anmutenden verbalen Verschleierung wird umso klarer: die Gefahr lauert vor allem in dem, was man nicht sieht oder hört. Und erst recht in dem, was man nicht sehen und hören will.




© Siegfried Galter, 31.05.2013

Die kleinen Piraten – eine Legendenbildung

Mittwoch, April 18th, 2012

Ohee und Ahoi – die Piraten ergreifen Partei!
Oheee und Ahoi - die Piraten ergreifen Partei!
Es waren einmal ein paar Schiffbrüchige, die hatte es auf eine kleine Insel verschlagen.
Angetrieben aus allen Himmelsrichtungen, waren sie hier gestrandet und fristeten ihr Dasein, indem sie die wenigen nützlichen Dinge vom Strand aufsammelten, die ihnen das große Meer gelegentlich so zuspülte. Das war natürlich kein Leben, und auf die Dauer auch recht langweilig, aber da sie keinen wirklichen Plan hatten, und auch keinen richtigen Anführer, hatten sie auch keine Idee, wie sie ihrem kargen Eiland entfliehen sollten. Deshalb vertrieben sie sich die Zeit mit allerlei Gedankenspielen und Schabernack. Am liebsten spielten sie am Strand das Piratenspiel. Eines Tages wurde ein Netz angetrieben, und die die Findigen unter den Piraten begannen, es emsig zu nutzen, um damit noch mehr nützliche Dinge aus dem Meer zu fischen. Und tatsächlich entwickelte sich das Netz bald zu einem unentbehrlichen Utensil für die kleine Gemeinschaft, deshalb wurde es auch hingebungsvoll geflickt und vergrößert, sobald nur wieder ein neues Stückchen Faden auftauchte. Ja, es kam allmählich so weit, dass sie sich eigentlich nur noch mit dem Netz beschäftigten: Es gab sogar eigens einen Beauftragten, der keine andere Aufgabe hatte, als das Netz instand zu halten und aufzupassen, dass es auch sachgemäß benutzt wurde, und vor allem nicht wieder im unendlichen Meer verschwand. Schließlich gehörte alles, was sich darin fing, den kleinen Piraten, und so füllte sich ihr Inselchen bald mit allerlei nützlichen und unnützen Dingen, die ein recht unübersichtliches Tohuwabohu bildeten. Irgendwann war es aber soweit, dass sie sich aus all’ dem Treibgut ein veritables kleines Piratenfloß zusammenzimmern konnten. „Nun brauchen wir nur noch eine passende Piratenflagge!“ riefen sie, und stachen, den orangefarbenen Piratenwimpel stolz im Wind, frohgemut in die wogende See. Und siehe da: das kleine Floß schwamm gar nicht so schlecht! Ihr patentes Netz hatten sie natürlich mit an Bord, so dass sie sich auch unterwegs mit dem Nötigsten versorgen konnten. „Oheee, wir sind die Piraten – und uns gehört die See!“ Unerschrocken schipperten sie so dahin, allerdings hatten sie weder Kompass, Sextanten oder GPS, sodass keiner von ihnen wusste, wohin die Reise ging. Aber das bekümmerte die Piraten wenig, „Hauptsache unterwegs!“ feuerten sie sich gegenseitig an, und hantierten emsig mit ihrem Netz. Wieder fingen sich die seltsamsten Sachen darin, und zu ihrer großen Überraschung zogen sie eines Tages eine ganze Mannschaft Schiffbrüchiger an Bord, welche hilflos im Meer dahintrieben. Die erzählten, sich von einem leckgeschlagenen rostigen Seelenverkäufer ins Meer gestürzt zu haben, in der Hoffnung, irgendwo an Land zu kommen. Solcher Art verstärkt, segelte man gemeinsam weiter, um hinter dem unendlichen Horizont weitere wegweisende Abenteuer zu bestehen. „Die Freiheit der Meere ist unsere Freiheit!“ so lautetet ihr Schlachtruf. Das Floß war klein, die See war weit und das Netz war bereit ….

(Fortsetzung folgt)

Die grüne Revolte überrollt unser Land!

Montag, März 28th, 2011

Der Grüne Tsunami überrollt uns alle!

Der Grüne Tsunami überrollt uns alle!


Viele hatten es geahnt, manche hatten es vorausgesehen, noch mehr hatten die warnenden Stimmen nicht hören wollen, jetzt ist es Realität: Der Alptraum des saturierten Konsumbürgertums hat sich über Nacht bewahrheitet. Die scheinbar massivste, und als uneinnehmbar angesehene Regierungsfestung der Gutbürgerlichkeit, das brave Schwabenländle, wurde nach fast 60 Jahren geschleift und ihre bisher unangefochten herrschenden Burgherrn in die Wüste geschickt.
Die revolutionäre Strömung, in der arabischen Welt entfesselt (ex oriente flux), hat sich zur zerstörerischen Kraft eines Tsunami aufgetürmt, und überrollt nun unaufhaltsam das christlich-demokratische Abendland.
Wie sich die Bilder gleichen: Hier die Schlacht um den Stuttgarter Bahnhof, dort die grünen Revolutionstruppen der iranischen Opposition in Teheran. Dort die erbarmungslos gegen die grünen Horden vorgehende Staatsgewalt, hier eine rücksichtslos den erbitterten Bürgerzorn zurückschlagende Exekutive. Mittlerweile sind die Wasserwerfer abgezogen, weil sie zu Kühlzwecken in Fukushima eingesetzt werden sollen – allein – das Mütchen eines aufgebrachten Bürgertums vermochten sie nicht wirklich nachhaltig zu kühlen.
Mit erschreckenden Folgen: Die Kernschmelze christlich-liberaler Werte hat längst eingesetzt, und eine unheilvolle, weil nicht mehr steuerbare Kettenreaktion scheint nicht mehr aufzuhalten. Hektisch von der noch amtierenden Bundesregierung eingesetzte Expertenkommissionen können sich momentan nur auf eine Bestandsaufnahme und Schadensbegrenzung der erdrutschartigen Umwälzungen beschränken. Es steht aber zu befürchten, dass die Strahlkraft des Ereignisses vom 27. März 2011 noch unabsehbare Folgen zeitigen könnnte. Zu spät gab es Konsultationen mit dem iranischen Machthaber Ahmadineschad, um vielleicht von dessen Expertise in der erfolgreichen Kanalisierung revolutionärer säkularer Strömungen zu profitieren. Zumal der amtierenden CDU-Regierung längst der christlich-fundamentale Unterbau abhanden gekommen war.
Doch wie sieht jetzt die Zukunft aus? Wie lässt sich die grüne Revolte noch aufhalten?
Die noch amtierenden Machthaber in Berlin sind ratlos. Es wurde bereits erwogen, den nationalen Notstand auszurufen, um mit einer entsprechend legitimierten Notregierung den Wirtschaftsstandort Deutschland vor dem endgültigen Verfall in Anarchie und ideologisch motiviertes Chaos zu bewahren. Mittlerweile bereiten sich die so unverhofft erstarkten Revoluzzer auch an der medialen Front darauf vor, ihren Machtanspruch unmissverständlich anzumelden: Über die weltweite Vernetzung aller revolutionären Kräfte wird Propagandamaterial verbreitet und eine grün-fundamentalistische Weltherrschaft angestrebt: http://www.pegah-ferydoni.de.tl/The-Green-Wave.htm

Gnade Gott uns allen (und Allah ebenso)!

© Siegfried Galter, 28.03.2011

Größter Anzunehmender Unfug: Zur Reagierungserklärung der Bundeskanzlerin

Donnerstag, März 17th, 2011

Liveticker aus Berlin …..

In bewährt entschlossener und reaktionsschneller Manier hat unsere Bundeskanzlerin heute die Initiative ergriffen, und sich unter dem Eindruck der tragischen Ereignisse in Japan mit einer Regierungserklärung an die deutsche Bevölkerung gewandt.
Hier die wichtigsten Kernpunkte ihrer Verlautbarungen, die, wie stets, im vollsten Einvernehmen und perfekter Harmonie mit dem Koalitionspartner FDP und der Schwesterpartei CSU stehen (Wortlaut):

1. Der sofortige Wiedereinstieg in den Atomausstieg ist angesichts der Lage ein Gebot der Stunde, da man unter dem Eindruck der unvorhersehbaren Ereignisse in Japan nicht so ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen könne. Selbiges gelte natürlich ebenso für den Ausstieg aus dem Wiedereinstieg in die Nutzung der Atomenergie - auch dieser sei, zumindest im Lichte des heutigen Tages, alternativlos.

2. Der erst kürzlich mit seinem Wunschsong „Smoke on the water“ verabschiedete, ehemalige Selbstverteidigungsminister zu Guttenberg wird unter Abspielen des AC/DC-Songs „Highway to hell“ mit sofortiger Wirkung wieder in sein Amt eingesetzt. Zudem übernimmt er die Ressorts des unter den notstandsähnlichen Bedingungen geschaffenen Superministeriums für Wirtschaft, Umwelt, Reaktorsicherheit, Ernährung, Gesundheit und Zivilschutz.
Verteidigungsminister de Maiziere wird neuer Außenminister, während Guido Westerwelle das Amt der Ministerin für Familie, Integration und Soziales übernimmt.

3. Die Regierung schreibt sich ab heute den Kampf gegen Atomkraft auf die eigene Fahne.
Hierzu wird die Kampagne der bisherigen Anti-Atomkraft-Bewegung verstaatlicht, und ihre Symbole unter Regierungshoheit gestellt. Lobbyisten und Energiekonzerne sind verpflichtet, die Symbole weithin sichtbar zu kommunizieren, das betrifft sowohl das Tragen entsprechender Armbinden, die Anbringung und Kennzeichnung von Firmenfahrzeugen, als auch die Beflaggung von Firmengebäuden.
In Abstimmung mit der japanischen Regierung hat man sich auf das folgende, allgemeinverbindliche Design der Kampagne festgelegt:

Von Japan lernen, heißt: leiden lernen

Von Japan lernen, heißt: leiden lernen

4. Mit sofortiger Wirkung werden die Strompreise unter staatliche Kontrolle gestellt, um eine angemessene Entschädigung der Energieerzeuger für erwartbare Gewinnausfälle gewährleisten zu können. Es werde derzeit noch geprüft, ob das Instrument einer Notstromabgabe verfassungsrechtlich konform sei, um die berechtigten, übrigens per Gesetz zugesicherten, Interessen der Stromkonzerne durchzusetzen, und gleichzeitig eine flächendeckende Energieversorgung der Bundesrepublik auch unter restriktiven Bedingungen gewährleisten zu können. Dies sei allerdings notwendig, da die Sicherheit, wie natürlich auch die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland, oberste Priorität habe.

5. Die zulässigen Höchstwerte für Strahlenbelastung, Umwelteinflüsse und die Belastung von Wasser, Nahrungsmitteln und Atemluft mit gesundheitsschädlichen Partikeln, Chemikalien und anderen artfremden Einflüssen werden zur Stunde von einer neu eingerichteten Expertenkommission überprüft. Dies geschehe absolut neutral und, wie Frau Merkel betonte, ergebnisoffen, und diene ausschließlich dem Wohle und der Unversehrtheit der bundesdeutschen Bevölkerung. Etwaige Anpassungen der Grenzwerte, wie sie angesichts bisher noch nicht absehbarer Entwicklungen und Ereignisse womöglich unausweichlich werden sollten, würden in jedem Einzelfall mit den entsprechenden Ministerien, besonders natürlich mit dem Ressort von Herrn zu Guttenberg abgestimmt.

6. Die Laufzeitverlängerung der amtierenden Regierung wird, dem nationalen Notstand folgend, individuell festgesetzt, ein möglicher Ausstieg sei derzeit nicht diskutabel, um nicht zu sagen: als Regierungskonstellation auf unabsehbare Sicht alternativlos.

Die Regierungserklärung dauert zur Stunde noch an, wurde jedoch aus Sicherheitsgründen in den als strahlungssicher geltenden, ehemaligen Führerbunker unterhalb des Reichstagsgebäudes verlegt. Weitere Verlautbarungen erfolgen über Rundfunk und die elektronischen Medien, soweit auf Grund der aktuellen Stromzuteilungen jeweils möglich.

Wir berichten weiter ….

© Siegfried Galter, 17. März 2011 09.17 h

10 kleine Negerlein - huch? Welche Quote darf´s denn heute sein?

Montag, Februar 14th, 2011

Wer heute noch den Abzählreim „Zehn kleine Negerlein“ in den vorlauten Mund nimmt, pfuibäh!, bekommt sofort einen Seifen-Einlauf der Marke: - politisch, antiseptisch, korrekt – verpasst. Es lässt sich sicherlich darüber streiten, ob einst gedanken-, und meist arglos verwendete Begriffe wie „Mohrenkopf“ oder “Negerkuss“ wirklich noch zeitgemäß und integrationsfördernd sind. Zumal wir heute - ganz ohne seifigen Beigeschmack - solch wunderschöne Ersatz-Wortschöpfungen wie „Schoko-“ oder „Schaumkuss“ in den Mund nehmen dürfen.
Wirklich Schaum vor dem Mund erzeugen jedoch die Absonderungen von Sarrazin und Konsorten, welche die nie stattgefunden habende Integrationspolitik in Deutschland als schädlich und zerstörerisch für unseren Leitkultur-Wertekanon ansehen.
Kleiner Exkurs an dieser Stelle: Vom Sarrazin zum Muezzin gibt es ja eine direkte etymologische Verbindung (Sarrazin = Sarazener = islamgläubiger Araber !)
Das würde die alte These stützen, dass die Renegaten stets die schärfsten Kritiker ihres früheren Dogmas abgeben.

Doch zurück zur Integrationspolitik:
Auch unsere Bundesmutter Merkel hat ja höchstselbst und in bewährt alternativloser Manier das „Modell Mulitkulti“ für „absolut gescheitert“ erklärt. So weit, so gescheit.
Umso mehr nimmt es Wunder, dass ausgerechnet die CDU im Musterländle Baden-Württemberg auf sehr plakative Art ein Multikulti-Motiv für Ihre Wahlwerbe-Kampagne strapaziert. Oder wie sonst sollte man dieses Motiv mit dem berüchtigten „Quoten-Negerle“ wohl deuten?

Bildungschancen für Alle! Zumindest für Viele ...

Bildungschancen für Alle! Zumindest für Viele ...


Die Quote ist allüberall: Frauen, Ausländer, Abweichler, Ausweichler, Bildungsbürger und -verweigerer, Fremd- und Rechtgläubige - alles und überall wird derzeit quotiert.
Auch die Chancen auf Bildung unterliegen der Quote, wenn man diesem brandaktuellen CDU-Wahlplakat Glauben schenken will.
Oder wie sollte man die titelnde Aussage „Viele Chancen auf gute Bildung“ sonst deuten?
Wie viele Chancen genau? 10, 20, 33,3 Prozent? Und für wen?
Und warum wohl ist der sympathisch lächelnde Junge im orangefarbenen Poloshirt einen ganzen Kopf größer als seine beiden Mitschüler-Darsteller? Handelt es sich hier um einen Austauschschüler vom afrikanischen Kontinent, ist er ein bisschen frühreif, oder, aufgemerkt, jetzt wird’s vollends fies: Naja, vielleicht ein wenig zurück in der Bildung, und deshalb ein besonders förderungswürdiges Kind aus womöglich prekären Verhältnissen, Frau Schavan? Wir wollen ja hier niemanden diskriminieren, schon gar nicht wegen seiner Religion, Hautfarbe, Herkunft oder seiner politischen Überzeugung, und gerade deswegen stellen wir diese Frage an die CDU Baden-Württemberg: Ist dieser Junge das erste Opfer von G-8, oder, ganz im Gegenteil, der erste Repräsentant eines interkulturell aufgestellten Lehr- und Lernversuchs, bei dem der eklatante Mangel an qualifiziertem und jungem Lehrpersonal durch hochbegabte Mitschüler (hier: den sympathischen Jungen im orangefarbenen Polohemd) aus höheren Klassen ausgeglichen werden soll?
Das ist wahrscheinlich die einzig sinnvolle und wahrhaftige Intention und Interpretation dieses optimistisch stimmenden Wahlplakats, denn gerade aktuell haben wir´s in Ägypten ja vorgemacht bekommen: Von anderen Kulturen lernen, heißt: Kultur lernen.

Auch wenn die Ausländer bei uns immer noch in der Minderzahl sind, kommt diese Botschaft zur richtigen Zeit: Nach diversen Vertrauensverlusten und Umfrageeinbrüchen braucht die Christen-Partei bei ihrer Schicksalswahl am 27. März die Stimme jeder noch so kleinen Minderheit. …. Ein kleines Negerlein, das wählte die Union, es hat ganz brav sein Kreuz gemacht, doch Schreiben konnt´ es schon!
(c) Siegfried Galter, 14.02.2011