Archive for the ‘Bewährungskrisen’ Category

NSA – Nutrition, Sex and Anarchy - die dunklen Seiten von David Beckham

Freitag, September 13th, 2013

/The world of David Beckham
Do it like Beckham: Nicht viele sind talentiert, nur wenige sind berufen, und wenn es wirklich ans Eingemachte geht, trennt sich die Spreu vom Weizen. Das wird jedem klar, der sich auf den teils bizarren und stets von fleischlichem Witz durchdrungenen Kosmos des Comic-Illustrators David Beckham einlässt: Der Mann kennt keine Tabus, bzw. kennt er sie nur zu gut, und serviert sie uns, sauber ausgearbeitet, auf dem Präsentierteller. All you can eat: „Friss auf, was Dich auffrisst“ - and have fun!
Dagegen schaut der gleichnamige englische Mode-Kicker ziemlich blass aus, und die Skandälchen um den abgehalfterten Fußballstar und sein Modepüppchen Victoria sind nur ein lauwarmer Furz gegen den anarchischen Witz der Comics und Figuren seines amerikanischen Namensvetters.
Ein Vorkämpfer im Krieg gegen die krampfhaft übersteigerte Correctness unserer Tage, der subversiv den Radar der allgegenwärtigen Selbstzensur unterfliegt. Beckham, grüß’ mir die Sterne!

Rechte bei: David Beckham, http://www.davidbeckham-comics.com

Sei kein Frosch: Warme Milch ist gut für uns alle!

Dienstag, August 27th, 2013

froschleicheweb„Man gewöhnt sich daran“, sagte der Frosch, sich träge in der körperwarmen Milch räkelnd, nicht gewahr werdend der Tatsache, dass er, Opfer eines ebenso ruchlosen wie erschreckend banalen Experiments, bei lebendigem Leibe gegart wurde, indem man die Temperatur ganz sachte immer weiter erhöhte. Er starb einen stillen, würde- und leider auch nutzlosen Tod.




Schavanengesang, oder: Haben oder Nichthaben - das ist hier die Frage!

Donnerstag, Februar 7th, 2013

Lügen haben lange Hälse

„Was Du ererbt von Deinen Vätern -
erwirb’ es, um es zu besitzen!“

Wie jetzt: Muss ich etwas Ererbtes neuerdings auch noch erst erwerben, um es besitzen zu können?
Haben die Sozen es jetzt doch geschafft, die Erbschaftssteuer so hoch zu setzen, dass ich mir meinen berechtigten Erbanspruch geradezu erkaufen muss?
Gemach, gemach.
Der altväterliche Spruch ist viel weniger vordergründig materialistisch gemeint, sondern fordert etwas von uns ein, das eigentlich selbstverständlich sein sollte:
Es geht einfach um verantwortungsvollen Umgang mit allem, was die Altvorderen uns hinterlassen.
Auch wer ein materielles Erbe zu erwarten hat, wird sich fragen, ob er/sie es denn antritt. Und wenn ja, so wird dieses Erbe dem eigenen Besitztum einverleibt oder anverwandelt, d.h. ich muss mich meines neuen Besitztums als Eigentümer erst noch als würdig erweisen. Nicht zum ersten- und gewiss nicht zum letzten Mal in der Menschheitsgeschichte wurden Erbschaften schnöde verschmäht oder sinnlos verschleudert.

Erst recht trifft dies auf das geistige Erbe zu:
Einen Titel bekommt man verliehen, oder man erwirbt ihn sich.
Wobei der Begriff „erwerben“ - gerade vor dem Hintergrund der aktuellen und beschämenden Doktortitel-Skandale - eine mehr als zweifelhafte Doppelbedeutung bekommen hat.

Denn natürlich versteht man in diesem Zusammenhang den Sinn des Wortes „erwerben“ nicht im merkantilen Sinne des Kaufens – normalerweise jedenfalls.
Gemeint ist, dass man sich Ämter, Würden oder Titel kraft seiner besonderen Fähigkeiten und Leistungen erwirbt, d.h. die Berechtigung erhält, die auszuüben, zu führen oder auszufüllen.
Dieser redliche Erwerb setzt natürlich auch einen redlichen Umgang mit dem geistigen Eigentum Anderer voraus. Denn wenn ich mir etwas auf unredlichem Wege aneigne, dann handelt es sich mitnichten um Erwerb, sondern um profanenen Diebstahl. Und nicht nur der/die Bestohlene ist geschädigt, sondern der gesamte Wissenschaftsbetrieb ebenso wie alle, die von einem unredlich erworbenen Dr.-Titel geblendet und getäuscht werden.

Da ist es allemal besser, sich seinen Doktortitel zu erwerben, indem man ihn einfach kauft. Denn damit wäre „nur“ der Tatbestand des Betruges erfüllt. Und darüber hinaus profitiert wenigstens einer von dem ganzen: nämlich Der- oder Diejenige, welche(r) die Doktorarbeit, zwar in unredlicher Absicht, aber unter redlicher Aufbietung von Arbeit, verfasst hat (immer vorausgesetzt, es wurde nicht abgeschrieben dabei). Sei’s drum: Bis zum unumstößlichen Beweis gilt die Unschuldsvermutung, d.h. die Weste bleibt weiss. Allerdings: schwarze Schafe gibt es allenthalben, selbst der schwarze Schwan ist zwar exotisch, aber eben doch immer wieder aufzustöbern.

Also nochmal zum Mitschreiben:

„Was Du ererbt von Deinen Vätern -
erwirb’ es, um es zu besitzen!“
Dieser Satz lässt sich also durchaus auch auf die Doktorväter münzen, deren Wissen oder Wohlwollen man ererbt. Und mit diesem Wissen und Wohlwollen gilt es verantwortungsbewusst umzugehen.
Und so wird die Frage von Haben oder Nichthaben oft zur Frage von Sein oder Nichtsein, gerade beim Dr.-Titel.
Vor allem, wenn man sich eines Erbes nicht als würdig erweist. Dann wird der Schavanengesang unüberhörbar.
Ein Narr, wem Böses dabei schwant?





© Siegfried Galter, 07.02. 2013

V wie Victory! Was der schwarz-gelbe Triumpf für Deutschland bedeutet

Dienstag, Mai 15th, 2012

Die Siegerfahne ist schwarz-gelb!Entschlossenheit, Vorwärtsdrang, Unverdrossenheit, Überblick, Teamgeist, Fairness, Engagement, Optimismus, Erfolgswillen, Stehvermögen, - Meisterschaft. Das sind die Elemente, die Gewinner ausmachen, die das Volk mitreißen und begeistern, und die wir uns von unseren Leistungsträgern in Deutschland so sehr wünschen!

Für all’ das steht Schwarz-Gelb: Die Borussia hat uns gezeigt, wie es geht. Zum zweiten Mal in Folge Deutscher Meister, Meister der Herzen, und schließlich, hochverdient, auch noch als DFB-Pokalsieger aus dem Spitzenderby gegen die notorischen Tabellenführer in Lederhosen hervorgegangen. Schluss mit der selbstüberzogenen Leitkultur! Deutschland feiert den Ruhrpott-Arbeiteraufstand gegen das saturierte Fußball-Establishment.
Und in der Politik? Auch hier weht ein Hauch von Ruhrpott durch das Land, wenn auch farblich deutlich anders akzentuiert, denn die signalträchtige Farbkombi Schwarz-Gelb steht bzw. fällt hier für etwas ganz anderes:
Die oppositionsgestählten Roten berappeln sich, und kommen zunehmend aus der Verteidigung - allerdings scheint der radikale linke Flügel zusehends neutralisiert zu werden. So lange das Spiel auf halbwegs ökologischer Grundlage (also Rasen) läuft, sind die Grünen weiterhin auf dem Platz. Allerdings sehen sie sich aktuell unversehens heftig attackiert von der FC St.Pauli-Ausgabe der Parteienwelt. Die Piraten zeigen deutlich orange Flagge, und laufen, unterstützt durch eine chaotische Fangemeinde, langsam zur Bundesligareife auf. Die orangefarbenen Nebelkerzen aus der Fankurve werden es alleine aber nicht reißen.
Dagegen das konservative Lager: Die Schwarzen haben stark an Substanz verloren und laufen in deutlich ausgewaschenen Trikots in undifferenzierten Grautönen auf. Einzig auf internationalem Parkett spielt man, dank Merkel-Bonus, derzeit noch halbwegs auf Augenhöhe. Im konservativen Kader zeigt besonders die Bayernfraktion, wie aktuell der entthronte Münchner FC, deutliche Abwehrschwächen, welche auch durch zweckoptmistische Verbalgrätschen eines Seehofer nicht länger zu kaschieren sind.

Auch für Legenden ist irgendwann die Zeit gekommen. Keiner wusste das besser als der legendäre Namensvetter unserer fußballbegeisterten (immerhin!) Kanzlerin. In Bezug auf die Verlierer-Partei im blau-gelben Trikot jedoch trifft einer der berüchtigten Max-Merkel-Sprüche (aus allerdings anderem Zusammenhang) hier scheinbar nicht ganz zu:
“Ich glaube, es ist leichter, einen Rollmops durch Mund-zu-Mund-Beatmung wieder ins Leben zurückzu­holen.”
Gegen jede Vernunft und Lebenserfahrung haben es die gelbliberalen Freiheitskicker tatsächlich vermocht, von den Toten wieder aufzustehen, nachdem sie, aus Angst vor dem Tode, den politischen Selbstmord versucht hatten.
Aber noch nicht einmal das gelingt diesem Haufen verstörter Liberal-Youngster, denen eindeutig eine stabile Trainerhand fehlt. Wie man weiß, macht ein Hoffnungsträger (Lindner?) noch lange kein Team oder gar eine siegfähige Mannschaft aus. Man wird sehen, ob sie die Relegationsrunde überstehen, oder doch endlich in der Bedeutungsarmut ihrer chronischen Drittklassigkeit verschwinden werden.
Ein Lichtblick momentan ist, dass wenigstens die rechtsradikale Braunkack-Fraktion weitesgehend auf die abgesperrten Zuschauerränge verbannt bleibt. Am besten, sie schlagen sich dort gegenseitig die hohlen Schädel ein.

Deutscher Fußball und deutsche Politik zeigen doch immer wieder frappante Parallelen. Um es in Abwandlung mit einer anderen Trainerlegende zu sagen: “Nach der Wahl ist vor der Wahl” und “Die Urne ist rund und eine Legislaturperiode dauert 5 minus X Jahre” (je nachdem, wo, und wie weit Koalition, Kondition und Wahlversprechen tragen).
Da trifft wie immer des Kaisers Wort: „Schau’n ‘mer mal!“

© Siegfried Galter, 14. 05. 2012

Die kleinen Piraten – eine Legendenbildung

Mittwoch, April 18th, 2012

Ohee und Ahoi – die Piraten ergreifen Partei!
Oheee und Ahoi - die Piraten ergreifen Partei!
Es waren einmal ein paar Schiffbrüchige, die hatte es auf eine kleine Insel verschlagen.
Angetrieben aus allen Himmelsrichtungen, waren sie hier gestrandet und fristeten ihr Dasein, indem sie die wenigen nützlichen Dinge vom Strand aufsammelten, die ihnen das große Meer gelegentlich so zuspülte. Das war natürlich kein Leben, und auf die Dauer auch recht langweilig, aber da sie keinen wirklichen Plan hatten, und auch keinen richtigen Anführer, hatten sie auch keine Idee, wie sie ihrem kargen Eiland entfliehen sollten. Deshalb vertrieben sie sich die Zeit mit allerlei Gedankenspielen und Schabernack. Am liebsten spielten sie am Strand das Piratenspiel. Eines Tages wurde ein Netz angetrieben, und die die Findigen unter den Piraten begannen, es emsig zu nutzen, um damit noch mehr nützliche Dinge aus dem Meer zu fischen. Und tatsächlich entwickelte sich das Netz bald zu einem unentbehrlichen Utensil für die kleine Gemeinschaft, deshalb wurde es auch hingebungsvoll geflickt und vergrößert, sobald nur wieder ein neues Stückchen Faden auftauchte. Ja, es kam allmählich so weit, dass sie sich eigentlich nur noch mit dem Netz beschäftigten: Es gab sogar eigens einen Beauftragten, der keine andere Aufgabe hatte, als das Netz instand zu halten und aufzupassen, dass es auch sachgemäß benutzt wurde, und vor allem nicht wieder im unendlichen Meer verschwand. Schließlich gehörte alles, was sich darin fing, den kleinen Piraten, und so füllte sich ihr Inselchen bald mit allerlei nützlichen und unnützen Dingen, die ein recht unübersichtliches Tohuwabohu bildeten. Irgendwann war es aber soweit, dass sie sich aus all’ dem Treibgut ein veritables kleines Piratenfloß zusammenzimmern konnten. „Nun brauchen wir nur noch eine passende Piratenflagge!“ riefen sie, und stachen, den orangefarbenen Piratenwimpel stolz im Wind, frohgemut in die wogende See. Und siehe da: das kleine Floß schwamm gar nicht so schlecht! Ihr patentes Netz hatten sie natürlich mit an Bord, so dass sie sich auch unterwegs mit dem Nötigsten versorgen konnten. „Oheee, wir sind die Piraten – und uns gehört die See!“ Unerschrocken schipperten sie so dahin, allerdings hatten sie weder Kompass, Sextanten oder GPS, sodass keiner von ihnen wusste, wohin die Reise ging. Aber das bekümmerte die Piraten wenig, „Hauptsache unterwegs!“ feuerten sie sich gegenseitig an, und hantierten emsig mit ihrem Netz. Wieder fingen sich die seltsamsten Sachen darin, und zu ihrer großen Überraschung zogen sie eines Tages eine ganze Mannschaft Schiffbrüchiger an Bord, welche hilflos im Meer dahintrieben. Die erzählten, sich von einem leckgeschlagenen rostigen Seelenverkäufer ins Meer gestürzt zu haben, in der Hoffnung, irgendwo an Land zu kommen. Solcher Art verstärkt, segelte man gemeinsam weiter, um hinter dem unendlichen Horizont weitere wegweisende Abenteuer zu bestehen. „Die Freiheit der Meere ist unsere Freiheit!“ so lautetet ihr Schlachtruf. Das Floß war klein, die See war weit und das Netz war bereit ….

(Fortsetzung folgt)

Stahlgewitter? Theaterdonner!

Montag, Januar 9th, 2012

In Stahlgewittern standhaft!

In Stahlgewittern standhaft!

So viel Klimawandel war nie: Unwetterwarnung für Schloss Bellevue. Da braut sich immer mehr zusammen – von wegen schöne Aussicht! Blitz und Donner statt eitel Sonnenschein. Sicher - bei so viel Vernebelungstaktik und wattewolkigen Aussagen, da kann sich der Horizont schon einmal verdüstern über Berlin. Aber Stahlgewitter? Kachelmann, ick hör`Dir trapsen! Das zieht einem doch glatt die Schuhe aus.
Er sei zuversichtlich, dass “dieses Stahlgewitter bald vorbei ist”, ließ Christian Wulff gegenüber den Mitarbeitern des Bundespräsidialamts nach einem nicht dementierten Bericht der gestrigen “Bild am Sonntag” verlauten.
Was wollte Wulff mit dieser Frontschwein-Metapher Ernst Jüngers wohl zum Ausdruck bringen? Feuertaufe für einen Rookie? Stahlbad-Läuterung für einen Aufrechten? Nur die Harten kommen in den Garten? Wer nur eisern genug an seiner Position festhält, wird dem stahlbrechenden Blitzkrieg schon widerstehen? Oder: weiterhin schön im Schützengraben in Deckung bleiben, bis der Feind von alleine kapituliert? Dazu würde seine weitere Aussage passen, dass „in einem Jahr diese Affäre vergessen“ sei. Aber wo und wer ist der Feind? Unsere freiheitlich-aufrechte Bild-Springer-Presse, unermüdliche Verteidigerin der eigenen Meinungsfreiheit? Die vereinigten Moralisten und Wutbürger, die den Präsisenten aufs Korn genommen haben? Die erzürnten, von muslimischen Umstürzlern inspirierten Schuhschwenker vor dem Bundespräsidial-Schloss? Die unerschrockene und schlagkräftige, zu allem entschlossene Opposition? Womöglich gar Verräter und Überläufer aus den eigenen Reihen?
Oder war es einfach nur Blech, was der Wulff da wieder geredet hat, Blech, mit dem man früher hinter den Kulissen so schönen Theaterdonner produzieren konnte, indem man es hin- und herschwenkte, bis es wummerte? Mit bedrohlichem Geschützdonner von der Front keinesfalls zu verwechseln, und für heroische Posen denkbar ungeeignet.
Da kann man schon bedröppelt dastehen als Präsident, mit einem immer löchriger werdenden Schirm, wenn sich dann der Vorhang der Verschleierung hebt. Vom Regen in die Traufe, oder steter Tropfen höhlt den Stein. Das Stahlgewitter dräut und blitzt. Das Deutschlandfähnchen über Schloss Bellevue knattert im Wind. Die Einschläge kommen näher für unseren obersten Repräsentanten, und es kommt der Querschläger, der das Fass zum Auslaufen bringt. Und dann rettet, vielleicht, noch das weiße Fähnchen der unvermeidlichen Kapitulation.

© 09.01. 1012 Siegfried Galter

GÄHN! Vom tödlichen Ennui des Erwartbaren.

Mittwoch, Januar 4th, 2012

Erzählt uns doch EINMAL `was Neues!

Erzählt uns doch EINMAL `was Neues!

Ackermann ist ein A-A-Männchen. Köhler hat hingeschmissen*. Wulff ist unhaltbar und uneinsichtig. Guttenberg ist unfähig, uneinsichtig und unaufhaltbar. Pofalla ist… wer ist nochmal Pofalla? Merkel ist alternativlos.
Westerwelle ist der Vorläufer von Rösler. Rösler ist zum Weglaufen gut. Die FDP ist ein Auslaufmodell. Rot-Grün und Grün-Rot blockieren sich gegenseitig. Die Linke ist nicht regierungskonform. Deutschland ist Weltmeister. Deutschland war Weltmeister. Deutschland wird Weltmeister.
Der Euro wird gerettet. Der Euro wird gerettet. Der Euro wird gerettet. Europa ist eine Einheit. Es gibt keine rechte Gewalt. Der Terror von links muss bekämpft werden. Multikulti ist gescheitert. Wer sich nicht integrieren will, kann jederzeit emigrieren. Wir sind Weltmeister. Wir sind Papst. Der Papst ist unschuldig. Es gibt keinen Missbrauch in der katholischen Kirche. Der Vatikan hat immer recht. Die GEZ braucht keine Wähler. Die Banken sind böse. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen. Der Wähler/die Wählerin ist politikverdrossen. Die BRD ist eine Demokratie. Die BRD ist eine Demokratie. Der Verfassungsschutz schützt uns alle. Die BRD ist alternativlos. Der Stresstest für Wutbürger ist eine deutsche Erfindung. Es gab nie eine DDR. Gorleben ist.. was war nochmal in Gorleben? Die Energiewende ist eine Erfindung der CDU. Die Asse ist abgesoffen. In Deutschland waren Nazis immer schon eine ungefährliche Minderheit. Die deutsche Automobilindustrie ist der Motor unserer Wirtschaft. Wer arbeiten will, findet auch Arbeit. Fukushima ist überall. Es gibt keinen Klimawandel. Der Klimawandel ist beherrschbar. Der Klimagipfel bleibt ergebnisoffen. Es war nicht alles schlecht im tausendjährigen Reich. Europa wird in Brüssel erledigt. Wir brauchen mehr Mobilität, also mehr Autos und Autobahnen. Der Palästina-Konflikt ist festgefahren. Die Muslime sind selbst schuld. Made in Germany ist Made in Germany. Mindestlohn ist etwas für Arme. Der Markt wird’s schon richten. Wer nichts zu verbergen hat, kann ruhig die Hosen runterlassen. Wir sind alternativlos. Wir haben 2012. War `was?

* Wer oder Was passt nicht in diese Reihe?

© Siegfried Galter, 04.01. 2012

Heer und Stahl und Blut und Boden: Von fatalen Namenskonstellationen mit unguten Assoziationen.

Mittwoch, November 30th, 2011

Michel, mach´die Augen auf - es stinkt in D!

Michel, mach´die Augen auf - es stinkt in D!

Der vielzitierte „Deutsche Michel“ - wie kommt er eigentlich zu seinem Namen?
Zitat Brockhaus: „Die spöttische Bezeichnung für den Deutschen, meist gemünzt auf den biederen, unpolitischen, etwas schlafmützigen Bürger, findet sich erstmals 1541 in der »Sprichwörtersammlung« des deutschen Dichters Sebastian Franck (1499 bis 1542 oder 1543). …“
Nun, jene spezifischen „Michel“-Attribute ließen sich wohl auch heute noch auf die tumbe Mehrheit fast jedes europäischen Staatswesens anwenden.
In seiner bräsig-behaglichen Selbstbeschränkung gefiel sich jedenfalls der deutsche Michel in den letzten 50 Jahren darin, eine möglichst unbefleckte Weste zur Schau zu stellen, was seine braune Vergangenheit betrifft (nicht nur sauber, sondern rein!). Gelegentliche olfaktorische Irritationen von Kloakengeruch mit eindeutiger Naziherkunft wedelte er stets, mit machtvoller staatlicher Duldung und gutbürgerlicher Geste, von rechts nach links hinweg. Jüngst jedoch war der Gestank nicht mehr zu ignorieren, und geschockt musste der deutsche Michel zur Kenntnis nehmen, dass er ihn die ganzen Jahrzehnte mit sich herumgeschleppt hatte: Die nazibraune Kacke klebte unter seinem rechten Schuh und stank zum Himmel. Nun gut, könnte man einwenden, auf Grund einer sehbedingten Schwäche auf dem rechten Auge konnte der Ärmste das einfach nicht früher bemerkt haben – geschenkt. Ist halt nur ein armer Michel, und die Welt, Deutschland im besonderen, hat doch genug andere Probleme - im Moment sowieso. Da kommt unserem Staat und seinen hochorganisierten Ordnungsorganen so eine kleine isolierte Nazi-Mörderbande doch sehr ungelegen. Zum Glück und in weiser Voraussicht haben zwei dieser unglückseligen, verblendeten Minderheit sich schon freiwillig von eigener Hand aus ihrem todbringenden Leben entfernt (das möchte man zumindest den unbedarften Michel glauben machen). So verbleibt ein recht überschaubarer Aufklärungsbedarf, wie gesagt, es kann sich ja nur um eine kleine isolierte Terrorzelle handeln, da ja über zehn Jahre keinerlei Hinweise auf ihre Existenz hingedeutet haben. Lassen wir also den ganzen braunen Sumpf und die mehr als suspekt anmutenden Versäumnisse des Verfaschungsschutzes also einfach rechts hinter uns liegen, und verweisen an dieser Stelle auf eine kleine, aber dennoch bemerkenswerte Koinzidenz im aktuellen Verlauf dieser Geschichte:

Bereits in einem früheren Beitrag hatte ich mich mit den zuweilen ominös anmutenden Zusammenhängen von Namen, Namensgebung und ihrer kontextuellen Einordnung befasst. Eigentlich ganz harmlose Begriffe wie „Blut“ oder „Boden“, die in ihren ursprünglichen Bedeutungszusammenhängen rein sachlich verwendet werden können, ohne eine Gänsehaut zu verursachen, entwickeln in anderen Kontexten plötzlich eine geradezu dämonische Dimension, man denke nur an Horrorfilme oder die Machenschaften von Bodenspekulanten(!). Ein ganz ähnliches Schicksal erleiden die Träger prinzipiell unverfänglicher Nachnamen wie „Heer“ oder „Stahl“, die es in Deutschland sicher tausendfach gibt. Auch dass die Namensinhaber den prinzipell mehrheitlich ehrbaren Beruf des Juristen ausüben, stellt keinerlei Beeinträchtigung oder Bedenklichkeit dar. Ein Chirurg namens „Fleischhauer“ oder ein Bankier, der sich „Offergeld“ nennt, gerät da schon viel eher in ein ominöses Licht. Dennoch kann es einen zumindest merkwürdig berühren, wenn die beiden Juristen, welche jetzt die Verteidigung von Beate Zschäpe (der Dritten im Bunde des Nazi-Mördertrios) übernommen haben, ausgerechnet auf die Namen „Heer“ und „Stahl“ hören.
Unbenommen, dass es sich bei diesen Beiden um offenbar unbescholtene und kompetente Vertreter ihres Standes handelt, hat diese Konstellation für mich eindeutig Gänsehautpotenzial. Hätten die sich nicht jemand anderen suchen können, den sie verteidigen wollen? Mensch, da draußen rennen soooo viele schöne und vielversprechende Verbrecher und Straftäter herum, aber nein, ausgerechnet die verqueren Nachläufer der hirnkranken “Blut-und-Boden”-Ideologie müssen die verteidigen. Mene, mene Tekel, bei Nazis siegt – der Ekel. Da helfen weder Stahl noch Heer. (N)amen.
© Siegfried Galter, 30.11.2011




Griechenlands Hoffnung – und Untergang

Freitag, November 4th, 2011

Eule mit Weile - quo vadis Athena?

Eule mit Weile - quo vadis Athena?

Von den Griechen lernen, das hieß einst: Listen lernen (zu Zeiten des Odysseus).
Von den Griechen lernen, das hieß einst auch: Demokratie lernen (zu Zeiten des Aristoteles).
Dann hieß es lange auch: Kämpfen lernen (zu Zeiten des diktatorischen Terros eines Adolf Hitler und eines Georgios Papadopoulos).
Heute können wir von den Griechen wieder hoffen lernen.
Hoffen darauf, dass Demokratie irgendann doch mehr sein möge als der verschobene Proporz von Parteien und Großfinanz.
Hoffen darauf, dass Vernunft und Augenmaß vielleicht eines Tages doch stärker werden könnten als Gier, Größenwahn und Machtgehabe.
Aber. Wie gerade erst in meinem vorletzten Beitrag ausgeführt, ist die Hoffnung eines der perfidesten Folterinstrumente, über die der Mensch verfügt.
Deshalb heißt von Griechenland lernen für uns alle jetzt wieder: schmerzliche Erkenntnis lernen.
Wie das?
Gerade erst noch durften wir hoffen, dass in Griechenland jetzt alles wieder gut wird, weil wir in einer epochalen gemeinsamen Anstrengung den geheilgten €uro, und damit die gesamt€uropäische Vision, wenn nicht sogar die -Union, gerettet hätten.
Auch die Griechen waren, gewisser Uneinsichtigkeiten um Trotz, bereit, sich auf diese teure Hoffnung einzulassen. Dann wieder machte der noch amtierende Staatspräsident Papandreou in einer kühnen Volte diese Hoffnungen mit einem Schlage zunichte! Dieser verantwortungslose Strolch hatte doch das vermessene Ansinnen, in völlig pervertiertem Demokratieverständnis sein VOLK über diese Fundamentalfrage abstimmen zu lassen, ob und wie das Schicksal der griechischen Nation künftig mit dem des €uro verbunden bleiben sollte. Odysseus, der listenreiche, lässt grüßen! Ja, ist der Mann denn kommplett wahnsinnig? DAS VOLK? VOX RINDVIEH soll über seine eigene Zukunft befinden, und darüber auch noch abstimmen? DA KÖNNTE JA JEDER KOMMEN?! DIE ZUKUNFT DES €URO, die der BANKEN, und damit unser aller Zukunft hängt davon ab, dass da jetzt alles in geordneten Bahnen verläuft, und gefälligst keiner kleinstaatlerisch querschießt, oder dumm reinquatscht, bitteschön!
Wir sind eine Schicksalgemeinschaft, und haben uns auf Leben und Tod dem €uro verschworen. Wer da aussteigen will, ist schon so gut wie tot. Schließlich sitzen wir alle in einem leckgeschlagenen Boot, und da soll gefälligst jeder Brackwasser schaufeln, so gut er eben kann. Über Bord geworfen wird er noch früh genug.
Papandreou hat man das jetzt zu guter Letzt doch noch begreiflich machen können, Merkel, Sarko und Co. sei Dank!
Die €urokratische Demokratie hat auf ganzer Linie gesiegt, Papandreou kann gehen, nachdem man an ihm ein Exempel statuiert hat. Weiter so!
Und weil europäische Demokratie nach Griechenland zu bringen so sinnvoll ist, wie die berüchtigten Eulen nach Athen zu tragen, zum guten Schluss hier noch`n Gedicht (man beachte bitte die Jahreszahl!):

Griechenlands Hoffnung

1827.
Es ging das Jahr in mattem Schlummer
Verachtet seinem Ende zu,
Im Osten wühlt der alte Kummer,
Und um uns her ist Grabesruh;
Das Licht der Wahrheit – mag`s ersterben!
Das Volk der Freiheit – mag`s verderben!

Geht, hoffet noch auf Wunderwerke,
Und glaubt, daß euer rost`ger Stahl,
Hineingesandt, die Schwachen stärke,
Zu trotzen Feinden ohne Zahl!
Geht, reicht den Weibern, Kindern, Greisen,
Fünf Gerstenbrote, sie zu speisen!

So sprach der Zweifel, hohen Hauptes
Ging er durch unsre Straßen hin;
Den Geiz erfreut`s, die Schwäche glaubt es,
Der kalten Bosheit däucht`s Gewinn:
Jetzt ist die letzte Glut verglommen,
Ja, bleiern wird die Nacht jetzt kommen!

Und anderwärts hebt schon die Schande,
Die Thorheit schon ihr Banner dreist: –

Da regt sich an Europens Rande
Der niebezwungne, freie Geist;
Im Land, um das die Fluten wallen,
Läßt Ein Mann seine Stimme schallen.

Wer heftet nicht auf Ihn die Blicke,
Von dessen Mund die Rede weht,
Daß durch die langsamen Geschicke
Der Zeit ein Fieberschauer geht,
Und daß von seinem Wink erschüttert
Der dumpfe, ferne Süden zittert!

Zwar gilt es nicht dem armen Volke,
Das schmachtend nach dem Ritter blickt,
Auf das die steh`nde Wetterwolke
Vertilgungsstralen niederschickt:
Doch darf das eine Leid schon hoffen,
Wenn andrem Leid ein Ohr steht offen.

O die ihr Worte habt wie Schwerter,
Beschwingte Schiffe, Waffen, Gold:
Dort drängt die Wut, die Not noch härter,
Als wo der Mönch die Fahn` entrollt;
Dort, wo das Sichelschwert seit Jahren
Wild durch die fremde Saat gefahren.

Die Saat des Korns, die Saat der Helden,

Der Mütter und der Kinder Saat!
In Haufen liegen sie und melden,
Was dort der Schnitter niedertrat!
Dort helft, dort stellt euch an die Spitze,
Dort schleudert rettend eure Blitze.

Ihr aber, ihr in allen Landen,
Die noch erweichet andrer Not,
Auf, laßt uns rütteln an den Banden,
Auf, theilet euren Bissen Brot;
Daß hier und dort ein Arm, der bebet,
Erstarkt zum Kampfe neu sich hebet.

Die Zeit blickt uns mit Hoffnungsaugen
Tiefsinnig funkelnd, fragend, an;
Jetzt will sie Herzen, welche taugen,
Jetzt rüst`ge Wandler ihrer Bahn.
Drum nicht mehr lau, nicht mehr verzaget;
Laßt wirken uns, so lang es taget!

Gustav Schwab (1792-1850)

© für den Rest: Siegfried Galter, 04.11. 2011

Europäischer Ausverkauf – Abwracken auf Rating!

Donnerstag, Juli 14th, 2011

Abwrackprämie für abgehalfterte Staaten?

Abwrackprämie für abgehalfterte Staaten?

Wir leben in inflationären Zeiten. Was heißt das? Inflation ist der Zustand des Überflusses bei gleichzeitiger Wertlosigkeit des Vorhandenen, könnte man sagen. Also Krise.
Was aber passiert, wenn die Krise inflationär auftritt, so wie heute? Wird sie dann weniger wert, ist es dann also keine Krise mehr? Paradox, aber nicht wirklich lösungsorientiert gedacht, denn die Krise kriegen wir damit auch nicht in den Griff. Ganz im Gegenteil greift sie immer weiter um sich und erfasst einen Staat nach dem anderen.

Erst die Griechen auf ihrer zerklüfteten Inselwelt. Dann die Iberische Halbinsel mit Portugal. Und jetzt, fast schon mit Ansage, auch das irische Eiland. Das große Zittern geht um im Euroraum, Spanien und Italien sind die nächsten Wackelkandidaten auf der Abschussliste der globalen Finanzwelt. Wo man hinschaut, wird die weiße Flagge geschwenkt. Landunter droht, der Boden wird heißer, die Fluten steigen, Tsunamiwarnung an den Küsten. Wo ist die rettende Arche?

Machen wir uns nichts vor: An Bord des Luxusliners „MS Europa“ herrscht akute Untergangsstimmung. Die Großen halten sich nur dank ihrer höheren Kreditlinie noch über Wasser. Keine Ballastreserven mehr, und für jedes hektisch gestopfte Leck wird woanders ein neues geschlagen. Und die USA pumpen weiter wertlose Dollars nach, während die Finanzpiraten schon gierig im Kielwasser lauern. Klar zum Entern!
Die fröhlichen Nationenfähnchen des geeinten Europa werden eingeholt, stattdessen wimpelt es SALE, SALE und nochmal SALE. Der Euroschlussverkauf ist hiermit eröffnet!
Alles muss `raus. Gestern noch stolze und geballte Kontinental-Wirtschaftsmacht, heute gesamteuropäischer Wühltisch mit Ramschware. Ganze Staatswesen verkommen zum reinen Spekulationsobjekt, von führenden Rating-Agenturen runtergestuft auf Junk-Level. Ausverkauf auf Rating nennt man das wohl. Aber auf wessen Kosten? Und wie fühlt sich der europäische Staatsbürger dabei? So brüsk seiner Kaufkraft beraubt? Entwertet und entehrt, hilflos den entfesselten Kräften eines marodierenden Finanzmarktes preisgegeben? Verraten und verkauft.

„SALE“ heißt übrigens nicht nur „Ausverkauf“, es ist auch das französische Adjektiv für „schmutzig“.
Asche zu Asche, Ramsch zu Ramsch und Schmutz zu Schmutz.
Ab in die Tonne, immer nur `rein damit in den Schrottcontainer! Wracken wir die heruntergewirtschafteten Staatsgebilde doch einfach ab!
Aber - es ist nichts so wertlos, als dass sich nicht doch noch Kapital daraus schlagen ließe.
Krisengewinnler gibt es immer. Wie wäre es denn mit einer Abwrackprämie nach bewährtem Vorbild? Neu gegen Alt, und das Beste daran - durch die Inflation kostet uns das keinen müden Cent! Wie dieses? Ganz einfach: Inflation kommt aus dem Lateinischen, und leitet sich von der Bedeutung „aufblasen“ „aufpumpen“ ab.
Also machen wir`s auf die altbewährte Art, nämlich: Auf Pump!

Recycling tut Not, wer weiss, als was wir im nächsten Durchgang wiederverwertet werden? Vielleicht reicht`s ja für eine gesamteuropäische Lösung: Eine garantiert unsinkbare Konstruktion wahrhaft titanischen Ausmaßes, geschmiedet in der flammenden Lohe von Abermilliarden gierig verfeuerter Euros. Ade „MS EUROPA, Ahoi „MS TITANIC 2“. Willkommen an Bord!

© Siegfried Galter, 14.07.2011