Archive for the ‘Benimmkrisen’ Category

NSA – Nutrition, Sex and Anarchy - die dunklen Seiten von David Beckham

Freitag, September 13th, 2013

/The world of David Beckham
Do it like Beckham: Nicht viele sind talentiert, nur wenige sind berufen, und wenn es wirklich ans Eingemachte geht, trennt sich die Spreu vom Weizen. Das wird jedem klar, der sich auf den teils bizarren und stets von fleischlichem Witz durchdrungenen Kosmos des Comic-Illustrators David Beckham einlässt: Der Mann kennt keine Tabus, bzw. kennt er sie nur zu gut, und serviert sie uns, sauber ausgearbeitet, auf dem Präsentierteller. All you can eat: „Friss auf, was Dich auffrisst“ - and have fun!
Dagegen schaut der gleichnamige englische Mode-Kicker ziemlich blass aus, und die Skandälchen um den abgehalfterten Fußballstar und sein Modepüppchen Victoria sind nur ein lauwarmer Furz gegen den anarchischen Witz der Comics und Figuren seines amerikanischen Namensvetters.
Ein Vorkämpfer im Krieg gegen die krampfhaft übersteigerte Correctness unserer Tage, der subversiv den Radar der allgegenwärtigen Selbstzensur unterfliegt. Beckham, grüß’ mir die Sterne!

Rechte bei: David Beckham, http://www.davidbeckham-comics.com

Ehre, wem Ehre - Sold, wem Sold!

Mittwoch, Februar 29th, 2012

Der Wulff und die sieben (Geld-)Scheißlein

Deutschland, hast Du das gewollt?
Dass der Rubel richtig rollt -
für jene, die es sich verdient
indem dem Staat sie treu gedient!
Geschenkt!

Das ist wohl auch in Volkes Sinn:
Dem treuen Diener uns´res Staates,
der sauber trennt Staat und Privates,
dem sei sein Lohn sehr wohl vergönnt -
wenn vom Amt er sich dann trennt
nachdem die Dienstzeit wohl zu End`
Denn Dienst ist Dienst
und Rent` ist Rent`
Drum gebt`s ihm frohen Mutes hin!

Jedoch mit Wulff?
Kein Staat zu machen!
Ach, dass mich doch der Geier holt!
Wie kann der sich ins Fäustchen lachen!
Deutschland ist ihm nicht mehr hold
und doch kriegt der den Ehrensold?

Für welche Ehre, bitte schön?
Als Söldner mag er wohl noch gelten,
der sich für kleines Geld verdingt
Doch so viel Unmaß gab es selten:
Den Ruhestand kriegt er vergoldet
weit vor der Zeit – fürstlich besoldet
wenn große Münze ihm jetzt klingt!

Wie soll sich da der Michel wähnen,
der unter Buckeln, Schweiß und Tränen
sein täglich` Brot nur karg erlangt
und jetzt um seine Rente bangt?

Er kann nur knirschen mit den Zähnen
und hoffen, dass er nicht erkrankt
um weiter für das Vaterland
und seine sauberen Vertreter
zu schuften bis ins frühe Grab:
Denn die Qual kennt keine Wahl.
Und Volkes Wille ist sein Wohl.

Leistungsträger braucht das Land!
Stattdessen hat es Volksvertreter.
Und die Bürger?
Fußabtreter.

© Siegfried Galter, 29.02. 2012

Wulff unter Wölfen? Oder einfach nur: Schafskopf unter Schafen?

Dienstag, Januar 3rd, 2012

Neidhammel gegen Leithammel

Neidhammel gegen Leithammel

Es ist ein Drama. Warum kann bei uns nicht einfach jeder nur ungestört seinen Job machen?
Kann man bei uns in Deutschland Leute wie Ackermann nicht einfach ackern lassen, Edelmänner wie Guttenberg ein guten Mann sein lassen, und unseren Herrn Wulff in Ruhe und Würde seines präsidialen Amtes walten lassen?
Muss denn immer alles ausgegraben, herumgedreht und kleinlich bemäkelt werden in unserer Demokratie? Würde nicht alles viel besser laufen, wenn man diese wenigen Engagierten, die uns noch verblieben sind, einfach nur in Ruhe ihre Arbeit tun ließe?
Warum können all` die kleingeistigen Neider, Nörgler und Nullchecker nicht einfach nur die Fresse halten und sich um ihre eigenen Baustellen kümmern?
Stellen Sie sich doch einmal vor, die halbe Republik käme auf die Idee, erst Ihre Urlaubsgewohnheiten, dann die Konditionen Ihres Bausparvertrages zu hinterfragen, und Ihnen obendrein Ihre guten Freundschafts- und Bankbeziehungen zu neiden. Was täten Sie in einer solchen Situation? Genau! Sie würden sich das verbitten, und völlig zu Recht den Medienpartner Ihres Vertrauens zur Sau machen, weil er es wagt, Ihre privatesten Angelegenheiten in der Öffentlichkeit breit zu treten. Und selbstverständlich käme nie ein Mensch auf die Idee, deshalb Ihre Postion als leitender Angestellter oder gar Beamter in Frage zu stellen, immer vorausgesetzt, alles ging nach Recht und Gesetz zu. Warum also wird hier derart mit zweierlei Maß gemessen? Sind Politiker etwa die schlechteren Menschen, oder stehen Sie bei uns womöglich von vorn herein unter Generalverdacht, nach dem Motto: „Wer dieser Berufsgruppe angehört, hat automatisch ein schlechteres Sozialranking“?
Es scheint wohl so. Als Politiker, zumal in leitender Position, ist man in Deutschland unter die Wölfe gefallen. Ein jeder versucht nur, seine eigenen paar Schäfchen ins Trockene zu bringen, aber das wird ihm schwerer und schwerer gemacht in unserem Lande – eine Schande! Was ist schon so ein kleiner Gefälligkeitskredit von einer lumpigen halben Million, und das zu einem lächerlich geringen Zinssatz? Schließlich wurde er einem der höchsten Amts- und Würdenträger unseres Landes gewährt, und zwar von einer würdigen Landesbank, wie sich das gehört. Wir könnten, nein: sollten stolz sein auf so viel Vernetzung auf höchster Wirtschaftsebene, stattdessen wird, wie üblich, nur gemäkelt. Abgesehen davon gehören immer auch schwarze Schafe zur Herde, ob sie das nun gut findet oder nicht. Aber so ist das, wenn die tumbe Schafherde dem Leithammel die Richtung vorgeben will, und blind den Neidhammeln hinterherrennt, dann hat der Wolf leichtes Spiel. Auch das Unschuldslamm zu spielen, hilft dann nichts mehr, denn wenn die Meute erst einmal Blut geleckt hat, rettet es kein Mitleid. Übrigens hat Kreide fressen noch aus keinem Wolf ein überzeugendes Unschuldslamm gemacht. Und wem nicht geglaubt wird, der hat bald jeden Kredit verspielt.

A propos Kredit und Umschuld: „Wer unter Euch ohne Schulden ist, der werfe den ersten Schuldschein!“ So ist es bereits im Buch der Zöllner und Pharisäer nachzulesen, und sollte uns allen eine Lehre sein, denn: So, wie ein guter Hirte für seine Herde sorgt, so sorgt der gute Vater Staat für uns! Schließlich hat er uns alle, selbst die Geringsten und Geringstverdienenden unter uns, mit reichlich Kredit ausgestattet. Und zwar ohne langes Nachfragen, argwöhnische Schufa-Auskünfte oder irgendwelches kleinliche Zinsengeschacher, jawohl! Jeder Bundesbürger steht über Vater Staat mit ca. € 25.000,- in der Kreide, das sind die ungeschönten Tatsachen. Denn unser Väterchen, der gute Hirte, hat schlecht gewirtschaftet in den letzten 50 Dekaden, und hat uns ein aktuelles Defizit von um die 2040.000.000.000 € beschert. Da bleibt kein Schäfchen ungeschoren. So viel Kreide kann kein noch so böser Wolf fressen, um uns da je wieder rauszuheulen. Da hilft kein Muh und kein Mäh. Also: Maul halten und weiterackern! Oder wir fangen endlich an, diese Altlasten angemessen heimzuzahlen, und zwar mit Zins und Zinseszins ….

© Siegfried Galter, 03.01. 2012

Heer und Stahl und Blut und Boden: Von fatalen Namenskonstellationen mit unguten Assoziationen.

Mittwoch, November 30th, 2011

Michel, mach´die Augen auf - es stinkt in D!

Michel, mach´die Augen auf - es stinkt in D!

Der vielzitierte „Deutsche Michel“ - wie kommt er eigentlich zu seinem Namen?
Zitat Brockhaus: „Die spöttische Bezeichnung für den Deutschen, meist gemünzt auf den biederen, unpolitischen, etwas schlafmützigen Bürger, findet sich erstmals 1541 in der »Sprichwörtersammlung« des deutschen Dichters Sebastian Franck (1499 bis 1542 oder 1543). …“
Nun, jene spezifischen „Michel“-Attribute ließen sich wohl auch heute noch auf die tumbe Mehrheit fast jedes europäischen Staatswesens anwenden.
In seiner bräsig-behaglichen Selbstbeschränkung gefiel sich jedenfalls der deutsche Michel in den letzten 50 Jahren darin, eine möglichst unbefleckte Weste zur Schau zu stellen, was seine braune Vergangenheit betrifft (nicht nur sauber, sondern rein!). Gelegentliche olfaktorische Irritationen von Kloakengeruch mit eindeutiger Naziherkunft wedelte er stets, mit machtvoller staatlicher Duldung und gutbürgerlicher Geste, von rechts nach links hinweg. Jüngst jedoch war der Gestank nicht mehr zu ignorieren, und geschockt musste der deutsche Michel zur Kenntnis nehmen, dass er ihn die ganzen Jahrzehnte mit sich herumgeschleppt hatte: Die nazibraune Kacke klebte unter seinem rechten Schuh und stank zum Himmel. Nun gut, könnte man einwenden, auf Grund einer sehbedingten Schwäche auf dem rechten Auge konnte der Ärmste das einfach nicht früher bemerkt haben – geschenkt. Ist halt nur ein armer Michel, und die Welt, Deutschland im besonderen, hat doch genug andere Probleme - im Moment sowieso. Da kommt unserem Staat und seinen hochorganisierten Ordnungsorganen so eine kleine isolierte Nazi-Mörderbande doch sehr ungelegen. Zum Glück und in weiser Voraussicht haben zwei dieser unglückseligen, verblendeten Minderheit sich schon freiwillig von eigener Hand aus ihrem todbringenden Leben entfernt (das möchte man zumindest den unbedarften Michel glauben machen). So verbleibt ein recht überschaubarer Aufklärungsbedarf, wie gesagt, es kann sich ja nur um eine kleine isolierte Terrorzelle handeln, da ja über zehn Jahre keinerlei Hinweise auf ihre Existenz hingedeutet haben. Lassen wir also den ganzen braunen Sumpf und die mehr als suspekt anmutenden Versäumnisse des Verfaschungsschutzes also einfach rechts hinter uns liegen, und verweisen an dieser Stelle auf eine kleine, aber dennoch bemerkenswerte Koinzidenz im aktuellen Verlauf dieser Geschichte:

Bereits in einem früheren Beitrag hatte ich mich mit den zuweilen ominös anmutenden Zusammenhängen von Namen, Namensgebung und ihrer kontextuellen Einordnung befasst. Eigentlich ganz harmlose Begriffe wie „Blut“ oder „Boden“, die in ihren ursprünglichen Bedeutungszusammenhängen rein sachlich verwendet werden können, ohne eine Gänsehaut zu verursachen, entwickeln in anderen Kontexten plötzlich eine geradezu dämonische Dimension, man denke nur an Horrorfilme oder die Machenschaften von Bodenspekulanten(!). Ein ganz ähnliches Schicksal erleiden die Träger prinzipiell unverfänglicher Nachnamen wie „Heer“ oder „Stahl“, die es in Deutschland sicher tausendfach gibt. Auch dass die Namensinhaber den prinzipell mehrheitlich ehrbaren Beruf des Juristen ausüben, stellt keinerlei Beeinträchtigung oder Bedenklichkeit dar. Ein Chirurg namens „Fleischhauer“ oder ein Bankier, der sich „Offergeld“ nennt, gerät da schon viel eher in ein ominöses Licht. Dennoch kann es einen zumindest merkwürdig berühren, wenn die beiden Juristen, welche jetzt die Verteidigung von Beate Zschäpe (der Dritten im Bunde des Nazi-Mördertrios) übernommen haben, ausgerechnet auf die Namen „Heer“ und „Stahl“ hören.
Unbenommen, dass es sich bei diesen Beiden um offenbar unbescholtene und kompetente Vertreter ihres Standes handelt, hat diese Konstellation für mich eindeutig Gänsehautpotenzial. Hätten die sich nicht jemand anderen suchen können, den sie verteidigen wollen? Mensch, da draußen rennen soooo viele schöne und vielversprechende Verbrecher und Straftäter herum, aber nein, ausgerechnet die verqueren Nachläufer der hirnkranken “Blut-und-Boden”-Ideologie müssen die verteidigen. Mene, mene Tekel, bei Nazis siegt – der Ekel. Da helfen weder Stahl noch Heer. (N)amen.
© Siegfried Galter, 30.11.2011




Der (Gutten) Berg kreißte und gebar …

Dienstag, November 29th, 2011

Hhmmmm- Guttiguttiguttigutti!

Hhmmmm- Guttiguttiguttigutti!

Von Menschen und Mäusen gilt: Als Säugetiere haben sie eine bestimmte Tragzeit ihrer Leibesfrucht bis zur Niederkunft.
Im übertragenen Sinne wird dieser Begriff auch gerne auf den Entstehungsprozess geistiger Früchte, wie z.B. Dissertationen oder literarische Werke, angewandt.
Beim Menschen beträgt die biologische Tragzeit i.d.R. 9 Monate.
Manche brauchen etwas länger, besonders, wenn die äußeren Umstände widrig sind, so wie bei weiland (nicht:Heiland) Guttenberg: An seiner ersten, und hoffentlich auch letzten Dissertation dokterte der Graf etliche Jahre herum, mit bekanntem Ergebnis.
Ziemlich exakt neun Monate nach dem unfreiwilligen Spät-Abort seiner Doktorwürde erscheint nun wieder ein Machwerk, welches, anders als seine Doktorarbeit, diesmal die Öffentlichkeit sucht. Und offenbar auch findet: Die deutsche Volksseele lechzt anscheinend regelrecht nach allem, was dieser feine Herr so absondert.
Das jetzt veröffentlichte Werk „Vorerst gescheitert“ stammt erklärter Maßen nicht aus seiner Feder, sondern der Adelsherr lässt jetzt offiziell schreiben. Dennoch ist es von A bis Z wieder abgeschrieben: Und zwar bei ihm selbst.
Guttenberg wäre nicht er selbst, wenn er sich nicht in seiner Selbstverblendung treu bliebe. Deshalb sind jetzt auch, offiziell und für alle nachlesbar, alle anderen schuld an seiner Verfehlung und an seinem persönlichen wie politischen Unvermögen, das gibt er denen und uns jetzt sogar nochmal schriftlich.
Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Von Guttenberg ließe sich ergänzend noch festhalten: Die Katze lässt das Mausen nicht, selbst wenn sie beim dreisten Diebstahl ertappt wurde. Der mickrigen Nachgeburt der nachgeschobenen Unwahrheiten also keine Chance, und das ist auch besser so. Wir wünschen einen gutten Schmaus, um nicht zu sagen: Gutten Appetit!

P.S.: Obwohl, oder gerade weil das Thema Guttenberg noch Bände füllen würde, und ich befürchte, dass uns der brillantine Saubermann künftig noch genug beschäftigen wird, seien ihm und seinen Machenschaften an dieser Stelle genug der Worte gewidmet.
Zumal er sich schändlicher Weise auf so wohlfeile Art, nämlich durch Ablasszahlung der mehr als schäbigen Summe von € 20.000,- aus seiner schmutzigen Affäre ziehen konnte, wollen wir diesem zweifelhaften Ehrenmann hier nicht mehr Ehre und Aufmerksamkeit zuteil werden lassen als angemessen.

© Siegfried Galter, 29.11.2011

Pofalla? Wer ist Herr Pofalla?

Dienstag, Oktober 4th, 2011

Die Physiognomie eines Gesichtslosen? Oder schlicht ein Arschgesicht? Man weiß es nicht.

Die Physiognomie eines Gesichtslosen? Oder schlicht ein Arschgesicht? Man weiß es nicht.

Wieder einmal geistert ein Name durch die karstige Landschaft von Politik und Medien, über den man zu einschlägigen Gelegenheiten immer wieder einmal gestolpert ist.
Es handelt sich dem Vernehmen nach um einen gewissen Ronald Pofalla, der ob seines profanen Äußeren und ebensolcher Äußerungen nie wirklich ernst zu nehmen war oder gar auf konstruktive Weise in Erscheinung getreten wäre. Der Autor selbst hatte ihn darob bereits im Zusammenhang eines früheren Beitrags als prototypischen Repräsentanten für die farb- und ideenlose Politik in unserem Lande gewürdigt, von „Pofallisierung“ war wörtlich die Rede. (Zitat: “Die Pofallisierung der deutschen Politiklandschaft hat mit Ronald Pofalla, dem Generalsekretär der CDU, zwar nicht erst begonnen, aber sie hat mit seiner unvergleichlich profanen Physiognomie und seiner rheinisch-verwaschenen Redeweise endlich einen Gesichtsausdruck bekommen – und einen merkfähigen Namen.”) Zuviel fast der Ehre für einen ebenso farblosen wie inhaltsleeren Funktionsträger, dem offensichtlich jede Art von Niveau fehlt.
Dieses Nullniveau hat er nun jüngst wieder eindrücklich, oder besser: ausdrücklich unter Beweis gestellt, oder womöglich sogar noch unterschritten, indem er seinen Parteikollegen Wolfgang Bosbach aufs Übelste beschimpfte und verunglimpfte. Anlass war dessen abweichende Meinungsäußerung im Zusammenhang mit dem sogenannten Euro-Rettungsschirm
Wie aus erster Hand (auch von serösen Medien) berichtet wurde, konnte Merkels „Minister für besondere Aufgaben“ damit nicht wirklich souverän umgehen, und reagierte lautstark mit ehrverletzenden Verbalattacken in Richtung seines Kollegen.
Als wollte er als der „Rasende Ronald“ in die CDU-Parteigeschichte eingehen, legte er nun auch den letzten kümmerlichen Rest professionell-politischer Zurückhaltung ab. Umso schwerwiegender, als sich sein Ausfall gegen einen christlich-demokratischen Parteibruder richtete, und nicht wie sonst eher üblich, gegen stimm- und wehrlose Minderheiten anderer Weltanschauung und Gesellschaftszugehörigkeit.

Doch nicht genug, dass der gelernte Rechtsanwalt und Sozial-Pädagoge sich öffentlich auf solch niveaulose Art echauffierte – in einem starken Abgang trieb er die Selbstdemaskierung noch einen entscheidenden Schritt weiter: Den fast verzweifelten Einwand Bosbachs: „Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage.“ konterte er mit der entlarvenden Replik „Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe!“
Sprachs, nein, brüllte es aus ihm, Ronald dem Farblosen, bevor er seine Dienstlimousine enterte und davon brauste, einer ungewissen Zukunft entgegen.
Was soll man davon halten? Soll man das wörtlich nehmen? Scheißt der Kanzleramtsminister nun aufs Grundgesetz oder auf die berechtigte Meinungs- und Gewissensfreiheit eines Abgeordneten des Deutschen Bundestages? Oder scheißt er auf seine politische Zukunft, indem er Grundgesetz, Meinungs- und Gewissensfreiheit in einem Aufwasch in die Kloake spült? Kann ein Gesichtsloser überhaupt sein Gesicht verlieren? Nein, aber er kann offenbar die Contenance verlieren, und damit seinen Job.
Es wäre an der Zeit. Wer war nochmal Pofalla? War das nicht der Typ mit dem schlecht sitzenden Toupet und dem Wolpertinger-Gebiss aus der einen Simpsons-Folge?

P.S.: Dass dieser Ausnahmepolitiker selbst immer wieder Auslöser und Zielfigur aggressiver Verbalattacken wurde, wird niemanden, der seinen Werdegang notgedrungen verfolgt hat, weiter verwundern, ein schöner Blog-Beitrag aus dem Jahr 2005(!) mag das illustrieren: http://www.berlin-mindplayers.de/?p=116

P.P.S.: Pofalla hat sich heute öffentlich entschuldigt bei Bosbach. Die Entschuldigung beim Bürger für die Missachtung demokratischer Werte und für die offensichtliche Tatsache, dass sein Eid aufs Grundgesetz anscheinend einen Scheiß wert ist, blieb er uns schuldig. War auch nicht anders zu erwarten, Herr Po-falla!

(c) Siegfried Galter 04. 10. 2011