Archive for the ‘Erkenntniskrisen’ Category

Und woran glaubst Du so? (X)

Freitag, Januar 30th, 2015

SurvivorIch glaube an die Überlegenheit. An die Überlegenheit der menschlichen Rasse, um genau zu sein. Es gibt keine andere Spezies auf diesem Planeten, die dem Menschen ebenbürtig wäre. Aus gutem Grund.
„Macht Euch die Erde untertan!“ So steht es sogar schon in der Bibel. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, das steht fest. Dabei sah das anfangs gar nicht danach aus. So sind die äußeren Schutzmechanismen der menschlichen Rasse nicht besonders ausgeprägt, und der frühe Homo Sapiens sah sich dadurch den Unbilden und Gefahren der Elemente und Nahrungskonkurrenten relativ stark ausgesetzt. Er hat kein Fell, keine Reißzähne, keine scharfen Krallen, kann nicht besonders gut schwimmen, kann nicht fliegen, er ist nicht besonders groß, kräftig oder wehrhaft. Aber er ist intelligenter und aggressiver als alles, was sich sonst auf diesem Erdball regt. Dadurch hat der Mensch die Fähigkeit entwickelt, in nahezu allen Klimazonen der Erde Fuß zu fassen, sie bis ins letzte unberührte Fleckchen zu erschließen, zu besiedeln und auszubeuten, und damit andere Arten und Konkurrenten kompromisslos zu verdrängen. Jetzt schickt er sich gar an, den Weltraum auszuloten und für menschliches Leben zu erobern. Er hat Eiszeiten und Katastrophen kosmischen Ausmaßes überlebt, denen andere, scheinbar besser ausgestattete Spezies nicht gewachsen waren. Seither musste eine apokalyptisch anmutende Anzahl an Lebewesen auf diesem Planeten dem Menschen Platz machen. Die Dinosaurier sind ausgestorben, die Mammuts sind ausgestorben, die Säbelzahntiger sind ausgestorben, jeden einzelnen Tag sterben geschätzt weitere 150 Tier- und Pflanzenarten aus. An die 10.000 Arten stehen aktuell an der Schwelle zur Ausrottung. Nur der Mensch lebt weiter. Nein, nicht nur das, er vermehrt sich in ungeahntem Ausmaß. Denn auch das ist eine der unwiderstehlich starken Seiten seiner einmaligen Erfolgsgeschichte. Anders als bei den meisten Warmblütern ist der menschliche Reproduktionszyklus nicht an Brunftzeiten gebunden, und so kann die Vermehrung der menschlichen Rasse praktisch ununterbrochen stattfinden. Aktuell gibt es über 7 Milliarden Menschen, und laut einer UN-Prognose zur Entwicklung der Weltbevölkerung wird diese bis zum Jahr 2100 auf 10,1 Milliarden anwachsen. “Seid fruchtbar und mehret Euch!” Auch diesen biblischen Auftrag hat der Mensch mustergültig erfüllt. Das bedeutet, dass sich unsere Zahl allein in den letzten 100 Jahren nahezu verdreifacht hat! Sieben Milliarden, das ist eine Zahl mit neun Nullen, die für ebenso viele Menschen steht, mit ebensovielen Mäulern, die es zu stopfen gilt, Tag für Tag für Tag. Und sie alle verfügen heute über ausreichend Nahrung und Energie, um sich weiter zu vermehren und auszubreiten. Wenn das kein Beweis unserer absoluten Überlegenheit ist! Charles Darwin hatte recht mit seiner These: Nur die überlegene Spezies wird überleben. Und das ist nun einmal der Mensch. Eine Erfolgsstory der Evolution. Sie wird fortgeschrieben werden, wir werden weiter leben, auch wenn es eines schönen Tages kein anderes Leben mehr geben sollte auf diesem Planeten als das menschliche - es kann ja auch gar nicht anders sein. Das ist mein fester Glaube an die Zukunft. Wir werden es zwar nicht mehr erleben, aber Sie werden sehen, dass ich recht behalte! (frei nach: Ernst Elias Niebergall)

(vorläufiges Ende der Erfolgsstory)

© Siegfried Galter 30. 01. 2015, Bildquelle: Wikipedia

Und woran glaubst Du so? (IX)

Donnerstag, Januar 29th, 2015

Brave new worldDarauf gibt es nur eine sinnvolle Antwort: Die Vernunft. Ich glaube an die Macht der Vernunft. Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, so viel steht fest. Und es gibt heute schon viele Menschen wie mich, die den anschaulichen Beweis dafür liefern, dass ein vernunftgesteuertes Leben nicht nur möglich, sondern die einzig sinnvolle humane Existenzform ist. Denn was das Beste für alle ist, das ist auch das Beste für das Individuum, so einfach ist das. Das behaupten auch die Religionen, ich weiß. Aber die Religion, jede Art von Religion, basiert auf dem Glauben, also der reinen Unvernunft. Deshalb glaube ich nicht nur an die Vernunft, sondern ich weiß, dass sie der einzige Weg ist.

Denn sie ist die einzige Kraft, die ihre Macht aus der Überlegenheit des Intellekts über den impulsgesteuerten Instinkt, den blinden Reflex, den tumben Trieb schöpft. Diese Reste einer überkommenen archaischen Lebensform müssen wir endgültig überwinden, ja, restlos ausmerzen, damit wir endlich in das segensreiche Zeitalter der ultimativen Vernunft vorstoßen können.
Gefühle sind schädlich, aber eliminierbar. Bedürfnisse sind vorhanden, aber einzuschränken. Fantasien sind gefährlich, aber steuerbar. Ängste sind kontraproduktiv, aber beherrschbar (die Erzeugnisse der modernen Pharmazie bieten hier unendliche Möglichkeiten). Wissen ist essenziell, und daher streng zu überwachen. Information ist kostbar, und daher verantwortungsvoll zu selektieren. Ressourcen sind knapp, und daher streng zu rationieren. Gewalt ist keine Option, ausgenommen natürlich als Erziehungsmittel aus Staatsräson. Freiheit ist eine Bedrohung, und deshalb abzuschaffen. Besitz ist kollektiv, und damit in Treuhand. Das Individuum ist ersetzbar, und somit kollektivierbar. Humanismus ist sentimental, und deshalb überflüssig. Schmerzen jedoch sind notwendig, und deshalb vernünftig. Sie zeigen uns, wo es noch knirscht im Apparat, wo noch Handlungsbedarf besteht, und Erziehungsbedarf: bei allen, die sich der Vernunft widersetzen – sei es aus schierer Dummheit, Böswilligkeit oder aus purer Ignoranz. Wir werden sie mit den Mitteln der Vernunft zur Vernunft zu bringen wissen. Glück ist eine Illusion, aber es wird eine Funktion der Vernunft sein.

Es ist unsere menschliche Pflicht, die unkontrollierten Kräfte des Chaos in eine sinnvolle und geordnete Struktur zu zwingen. Denn alles sonst auf und außerhalb unseres Erdballs ist doch dem Chaos unterworfen: die Natur, die Elemente, der gesamte Kosmos. Nur der Mensch hat die Fähigkeit, dieser verstörenden und verheerenden Unordnung entschlossen entgegen zu treten. Dafür verfügt er über das Geschenk der Erkenntnis. Das ist sein wahres Humankapital. Nicht umsonst steht er an der Spitze der Evolution. Genau daraus erwächst ihm seine Verantwortung für das Große Ganze. Dafür schafft der Mensch Regeln, dafür hat er Instrumente wie die Mathematik, die Physik, die Medizin, die Technologie usw. entwickelt und auf höchstes Niveau gebracht. Alles lässt sich mit Vernunft regeln, mit Vernunft lösen, der Vernunft unterwerfen, daran glaube ich. Wir werden sein ein einig Volk von Brüdern und Schwestern. Vereint unter der alles zwingenden Macht der Vernunft, die wir zum allgemeingültigen, ultimativ einzuhaltenden Gesetz erheben werden. Es wird ein langer schmerzhafter Prozess werden, alle Menschen zu ihrem Glück zu bekehren. Schließlich regiert die Unvernunft schon zu lange ungehemmt auf unserem Planeten - schauen Sie sich nur einmal um! Dennoch wird die Vernunft obsiegen, das ist meine feste Überzeugung. Geschichte ist unumkehrbar, deshalb ist die Perspektive im erleuchteten Zeitalter der Vernunft ausschließlich in die Zukunft gerichtet. Es wird womöglich noch lange dauern, und es wird nicht ohne Opfer abgehen, aber den Gesetzen der Vernunft werden wir uns nicht entziehen können. So viel ist gewiss.

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 29. 01. 2015

Und woran glaubst Du so? (VII)

Dienstag, Januar 27th, 2015

Star WarsEs sind die Sterne. Ich glaube an die Allmacht der Gestirne. An das Universum! Seine unendliche Weisheit und Weite, vor der wir Menschen doch so klein sind. Und so bedeutungslos.
Denn was immer wir auch tun, hier auf unserer kleinen Erde, es ist uns vorherbestimmt seit Jahrmillionen. Vorherbestimmt durch den Lauf der Gestirne und ihre Konstellationen – jetzt und in
alle Ewigkeit! Wir glauben nur zu handeln oder Entscheidungen zu treffen, dabei ist alles längst entschieden. Der Äonenlauf der Dinge ist nicht aufzuhalten. Der Mensch ist viel zu unbedeutend und ohnmächtig im Angesicht dieser Urkräfte.
Aber ist das nicht auch eine schöne Gewissheit? Hat das nicht etwas ungemein Tröstliches? Es gibt keine Schuld. Es gibt auch keine Unschuld. Es gibt nur das Schicksal, das uns allen vorgegeben ist. Jedem Individuum das seine. Vom Tag seiner Geburt an wird es bestimmt und begleitet durch seine ganz persönlichen Sternzeichen und ihre kosmische Prädestination. Von da an nimmt alles seinen Lauf. Wir können selbst gar nichts tun, um unser Schicksal zu verändern. Wir können im besten Falle versuchen, es vorherzusehen, uns darauf einzustellen, und es so anzunehmen, wie es die Sterne uns vorgeben. Ja, wir können den Sternen und ihren Bildern vertrauen, und wir können uns ihnen anvertrauen. Ebenso, wie wir jenen Berufenen glauben schenken und nachfolgen können, nein besser: sollten, die im Kontakt stehen mit dem Überirdischen. Denn sie sind die Pfadfinder, die Auserwählten, die uns den Weg weisen helfen in den unendlichen Weiten des Universums!

Der Mensch wird geformt durch den unwiderstehlichen kosmischen Flow, die Astrologie beweist uns das jeden Tag aufs Neue. Oder warum, glauben Sie, vertrauen auf der Welt Abermillionen Menschen den Weissagungen ihres persönlichen Horoskops? Warum sorgt der Mond hier für Ebbe und Flut und steuert sogar den hormonellen Zyklus alles Weiblichen? Weshalb orientiert sich die Menschheit schon seit frühester Zeit an Himmelsphänomenen und den Bahnen der Gestirne? Alles nur Hokuspokus? Nur für die, welche die ewige Weisheit der kosmischen Wege in Frage stellen! Nein, hier sind Kräfte am Wirken, von deren Ausmaß wir allenfalls eine vage Vorstellung entwickeln können! Wer wollte sich beispielsweise ernsthaft der Erdanziehung entziehen oder gar widersetzen wollen? Wer dem Licht der Sonne widerstehen? Und diese Kräfte lassen nicht mit sich spaßen. Wer ihnen mit Respekt begegnet, Ihre Macht nicht in Frage stellt, und sich ihnen willig anvertraut, kann der kosmischen Energie teilhaftig werden. Wer sich ihnen aber entgegenstellt, wer sie leugnet, verschmäht, oder gar verhöhnt, setzt sich ihrer zerstörerischen Macht aus, und wird womöglich von ihnen zerschmettert.

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 27. 01. 2015

Und woran glaubst Du so? (VI)

Montag, Januar 26th, 2015

Nur die Liebe lässt uns lebenDie Liebe! Der glühende Glaube an die Macht der reinen Liebe durchströmt mich mit jeder Faser. Die Liebe ist es doch, die unser Dasein mit Sinn und Leben erfüllt! Nur die göttliche, allumfassende Liebe gibt uns die Kraft und die Gewissheit einer erfüllten Existenz! Sie ist die Himmelsmacht, die uns das Paradies auf Erden beschert! Liebe ist alles, und ohne die Liebe ist alles nichts. Sie ist der Gott, dem ich huldige, denn Gott ist Liebe. Und nur dank seiner universellen göttlichen Liebe können wir überhaupt Mensch sein. Liebende Menschen!
Natürlich gibt es jede Menge Menschen, welche der Liebe nicht teilhaftig sind. Sie sind fern von Gott. Gerade sie sind es, die unserer Liebe besonders bedürfen.
Ihnen wollen wir mit liebender Mitmenschlichkeit begegnen. Ihnen wollen wir in ihrem Elend entgegen gehen. Ihnen wollen wir unsere liebende Hand reichen, um sie aus dem Sumpf der Lieblosigkeit zu erretten. Wir werden sie umfangen, wir werden sie umsorgen, wir werden sie erwärmen mit unserer selbstlosen Liebe. Wir werden sie einhegen, wir werden sie überschütten, wir werden sie überwältigen mit dem Überschwang unserer unendlichen Liebe! Ja, wir werden ihren Hass, ihre Missgunst, ihre Verzweiflung, ihren Wahn mit Liebe ersticken. Wir werden ihre Gier, ihre Gewalt, ihre kalte Gleichgültigkeit im warmen Meer unserer Liebe ertränken. Wir werden ihre Zweifel und ihre Ängste hinwegschwemmen mit einem Strom von Liebe. Wir werden ihnen Brücken bauen aus lauterer Liebe, die sie hinausführen aus der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit. Wir werden sie einschließen in unser Gebet und in unsere Gemeinschaft, auf dass sie die Macht der Liebe erfahren und sich ihr nie wieder entziehen können. Wir werden ihnen die zarte Fessel der Liebe anlegen, derer sie sich nie wieder werden entledigen können. Wir werden sie die Gesetze der Liebe lehren, auf dass sie sich ihnen widerstandslos und willig unterwerfen mögen. Wir werden über sie wachen in liebender Fürsorge. Wir werden ihnen das Brandzeichen der Liebe einbrennen in ihre lieblosen Herzen. Und sie werden uns dafür wiederlieben, weil sie gar nicht anders können. Weil ihnen die allmächtige Liebe keine Wahl lässt, als sich für sie, und damit für uns Liebende zu entscheiden. Uns, die wir alle nur Werkzeuge sind in ihrem allmächtigen göttlichen Auftrag und Willen. Und so sollen, so werden auch sie die überwältigende Macht der Liebe am eigenen Leibe erfahren, sie werden der frohen Botschaft teilhaftig, und so werden sie selbst zu lebensfrohen und lebensbejahenden Botschaftern der Liebe werden. Nur die Liebe lässt uns leben, und wir lassen nur Diejenigen leben, die wir lieben, so einfach ist das Leben. Halleluja!
- Amen.

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 26. 01. 2015

Und woran glaubst Du so? (V)

Freitag, Januar 23rd, 2015

Zum Kosmos man mit mussKeine Frage: Ich glaube ganz fest an den Fortschritt. Sicher, die Wissenschaft hat nicht auf alle Fragen eine Antwort. Noch nicht! Aber sie wirft immer neue Fragen auf, die es zu beantworten gilt. Das nenne ich Fortschritt! Stellen Sie sich vor, wir wüssten schon alles oder hätten zu allem eine unumstößliche Gewissheit, wie langweilig wäre das! Nein, nicht langweilig, gefährlich sogar! Schauen Sie sich nur die Weltreligionen an mit ihren Eiferern, Geiferern, ihren Propheten und ihren selbst ernannten heiligen Kriegern! Alles nur, weil sie von festzementierten, ewiggestrigen und vermeintlichen Wahrheiten ausgehen, an sie glauben! Mit welchem Hass sie alle verfolgen, die diese geheiligten Religionswerte in Zweifel zu zu ziehen wagen! Weil Veränderung für diese zurückgebliebenen Kreaturen eine angsteinflößende Vorstellung, ja eine existenzielle Bedrohung ist. Dabei ist genau das Gegenteil richtig: es gibt überhaupt nichts auf diesem Planeten, ja sogar im gesamten Kosmos, was sich nicht permanent verändert. Entwicklung kann keiner aufhalten oder verhindern, so viel steht fest. Der Mensch zuallerletzt. Stillstand bedeutet Rückgang. Das Bessere ist der Feind des Guten, das ist meine felsenfeste Überzeugung. Deshalb glaube ich persönlich an eine Weiterentwicklung im Sinne des Fortschritts. Wenn man sich allein einmal vor Augen führt, dass wir heute eine Weltbevölkerung ernähren, die vor nicht einmal 100 Jahren zur Hälfte glatt verhungert wäre! Wenn das kein Fortschritt ist, was dann? Natürlich hat der Fortschritt, haben auch manche Technologien durchaus ihre Schattenseiten und Gefahren. Aber glauben Sie etwa, die Dampfmaschine hat von Anfang an pannenfrei und gefahrlos funktioniert? Oder die Atomreaktoren der ersten Generation? Sicher nicht. Und was haben wir heute? Hochtechnologie mit allerhöchsten Sicherheitsstandards, und deshalb, jedenfalls nach menschlichem Ermessen, auch todsicher. Bedrohungen durch terroristische Akte von Wahnsinnigen oder Fundamentalisten und höhere Gewalt wie Erdbeben, Tsunamis oder andere Naturkatastrophen natürlich ausgenommen, aber dagegen ist sogar unsere Wissenschaft derzeit noch machtlos. Allerdings sind die Prognosen in den letzten Jahrzehnten viel genauer geworden. Und das beweist es doch einmal mehr: Fortschritt tut mehr als Not, er bewirkt Gutes auf dieser Welt, und wir können uns ihm nicht verschließen oder entziehen. Damit meine ich ebenso den Menschen wie seine gesamten Lebensverhältnisse.

Allerdings: Gewisse Kollateralschäden sind leider immer unvermeidlich, wenn man das große Ganze vorantreiben will. Die Wissenschaft ist da gnadenlos neutral. Gerade das ist ja ihre Stärke. Ihr geht es um Resultate, nicht um kleinliche Verlustbetrachtungen. Ich sage nur Gentechnologie, Energiegewinnung, Weltraumforschung, Nahrungsmittelerzeugung, medizinischer Fortschritt! Von der intelligenten Vernetzung organischer und digitaler Strukturen ganz zu schweigen. Der Mensch ist die eigentliche Schwachstelle im System, das ist unübersehbar. Solange er sich kleinmütig mit eingebildeten Ängsten und vermeintlichen Katastrophen wie dem sogenannten Klimawandel oder dem unsäglichen Artensterben fortgesetzt selbst belügt und behindert, hat er keine Zukunft. Solange er einen Gott braucht, um sich selbst zu definieren, wird er sich nicht von seinen irdischen Fesseln befreien können. Die genetische und digitale Optimierung unserer Spezies ist daher unumgänglich, wenn nicht sogar alternativlos. Der Mensch als offenes Programm, das wir nach unserem Idealbild unendlich formen können und werden. Das Individuum als Informationsträger und Genspeicher für kommende, immer weiter perfektionierte Generationen. Das Zusammenwachsen, die Verschmelzung von künstlicher und menschlicher Intelligenz in immer weiter optimierten Körpern. Menschliche Evolution wird die wichtigste zukunftsweisende Aufgabe von Wissenschaft und Forschung sein. Die Auslese des besten Humanmaterials zur Heranzüchtung einer wahren menschlichen Elite, die diesen Namen wahrhaft verdient. Alles unabdingbar für die Sicherung der menschlichen Zukunft. Ob wir das nun wollen oder nicht. Ebenso wie die weitere Erforschung des Weltalls, um neuen Lebensraum für die Neue Menschheit zu finden oder zu schaffen.
Eine andere Möglichkeit gibt es doch gar nicht, wenn wir als Gattung weiter existieren wollen. Wer das nicht begreifen oder gar verhindern will, kann ja gerne hier bleiben auf unserem bald ausgeglühten, geplünderten, vergifteten und verheerten Planeten, und sich weiter mit der Keule die Schädel einschlagen. Der kleine Rest der menschlichen Elite wird sich beizeiten neue Gefilde suchen, um seine epochale Erfolgsgeschichte fortzuschreiben und den Kosmos zu erobern. Daran glaube ich, und dafür setze ich mich mit allen Kräften ein. So soll es sein, und so wird es, nach dem Willen aller Fortschrittsgläubigen und dem Streben der weltweiten Wissenschaft, auch geschehen. Heureka!

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter | Bild: fotolia/andreaselze | 23. 01. 2015

Und woran glaubst Du so? (II)

Dienstag, Januar 20th, 2015

Gesichter des TodesIch glaube an die Erleuchtung. An die Macht des Lichts. An die Wärme und die Leuchtkraft der Liebe. Denn Licht ist Liebe und Liebe ist Macht und Macht ist Gott. Also glaube ich an den Gott des Lichts. Gott ist Licht und er ist die Unschuld und die Reinheit und die Klarheit in Ewigkeit, so ist es. Denn das Licht trennt uns von der Finsternis. Und die ist das Böse.
In wem das Licht leuchtet, der ist wahrhaft erleuchtet, und in wem die Finsternis herrscht, der wird beherrscht von dem Bösen. Deshalb sollten wir danach streben, das Licht zu erschauen, die Erleuchtung zu erlangen, und uns von der Finsternis abzugrenzen. Es ist an uns, das Licht hinaus in die Welt zu tragen, auf dass sie erleuchtet werde! Auf dass die Finsternis vergehe und mit ihr das Böse! Deshalb verhüllt nicht Euer Angesicht, sondern bietet es dem Herrscher dar – immerdar!
Wendet Euch zum Licht, das uns leuchtet aus dem Land der aufgehenden Sonne! Wendet Euch zum Licht, das uns leuchtet aus den Worten der Weisheit und der Erkenntnis! Wendet Euch zum Licht, welches uns dargereicht wird durch die Existenz der Erleuchteten! Wendet Euch zum Licht, das uns Erlösung verspricht! Tretet heraus aus dem Schatten des Bösen, der uns umfängt in der Nacht der Finsternis! Tretet hinaus in das Licht! Tretet hinein in den Kreis der Erleuchteten!
Wer aber sich abwendet, wer sein Haupt verhüllt und seine Sinne böswillig abschottet, wer den Mächten der Finsternis Raum gibt, der ist des Teufels! Sondert Euch ab von jenen, die der Macht der Finsternis huldigen, denn sie sollen in ewiger Dunkelheit verenden.
Ihr aber, die ihr Euch dem Leben, dem Licht und der Leuchtkraft der Liebe geöffnet habt, richtet Euren Strahl hinaus in die Welt, auf dass alle gerichtet werden, welche die Augen böswillig verschließen vor dem ewigen Reich des Lichts!
Wir aber sind angetreten, die Mächte der Finsternis zu bekämpfen, und mit ihnen alle, die sich in der Dunkelheit verbergen. Wir werden sie herauszerren aus ihrem finsteren Versteck, um sie dem Licht der Erkenntnis preiszugeben. Wir werden sie entzünden mit dem göttlichen Funken der Macht und der verzehrenden Kraft allumfassender Liebe. Wir werden sie verbrennen mit dem Leuchtfeuer der Wahrheit. Wir werden das Böse aus ihnen herausbrennen und die Wurzel des Übels ausmerzen. Wir werden ihre ruchlosen Augen blenden, denn das ist das Schicksal der Verblendeten: Sie sollen nur mehr angesichtig werden der Finsterins, die sie verherrlichen. Und so werden sie verharren in ewiger Finsternis, und die Finsternis wird geschieden sein vom Licht. Und es wird sein Licht, und die Schatten des Bösen werden gebändigt sein, ein für alle Mal. Und die Welt wird sein ein Ort des Lichts und der Erleuchtung und des Friedens und der Liebe.
Und wenn wir eines Tages hinübergehen, dann treten wir ins Licht. Und es wird uns umfangen, und wir werden es erschauen und wir werden selbst zum Licht werden, in erleuchteter Seligkeit, in Ewigkeit - Amen.

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 20. 01. 2015

NSA – Nutrition, Sex and Anarchy - die dunklen Seiten von David Beckham

Freitag, September 13th, 2013

/The world of David Beckham
Do it like Beckham: Nicht viele sind talentiert, nur wenige sind berufen, und wenn es wirklich ans Eingemachte geht, trennt sich die Spreu vom Weizen. Das wird jedem klar, der sich auf den teils bizarren und stets von fleischlichem Witz durchdrungenen Kosmos des Comic-Illustrators David Beckham einlässt: Der Mann kennt keine Tabus, bzw. kennt er sie nur zu gut, und serviert sie uns, sauber ausgearbeitet, auf dem Präsentierteller. All you can eat: „Friss auf, was Dich auffrisst“ - and have fun!
Dagegen schaut der gleichnamige englische Mode-Kicker ziemlich blass aus, und die Skandälchen um den abgehalfterten Fußballstar und sein Modepüppchen Victoria sind nur ein lauwarmer Furz gegen den anarchischen Witz der Comics und Figuren seines amerikanischen Namensvetters.
Ein Vorkämpfer im Krieg gegen die krampfhaft übersteigerte Correctness unserer Tage, der subversiv den Radar der allgegenwärtigen Selbstzensur unterfliegt. Beckham, grüß’ mir die Sterne!

Rechte bei: David Beckham, http://www.davidbeckham-comics.com

Verschwörungstheorie und -praxis für Dummies

Samstag, Juli 6th, 2013

Das Übel ist immer und überallEs ist schon seltsam: Politiker, Verantwortliche, sogenannte Leistungsträger und überhaupt alle, die uns Tag für Tag aufs Trefflichste verarschen, schwören jederzeit jeden Meineid, dass alles immer ganz anders ist, als die hysterischen Minderheiten und einige übereifrige Medien sich das in ihrem kranken Wahn so zurechtbasteln.
Natürlich gab und gibt es keine sinistren Mächte und Drahtzieher, wie sie manche Unverbesserliche hinter den wachsenden Zumutungen und Ungeheuerlichkeiten lauern sehen, mit denen wir alle permanent konfrontiert werden. Selbstverständlich sind das alles nur irre Hirngespinste von wenigen Fehlgeleiteten, die der einfachen, transparenten und klar verständlich kommunizierten Realität einfach nicht gewachsen sind. Diese Verschwörungstheoretiker stellen eine Gefahr für sich selbst und natürlich für die Allgemeinheit dar. Deshalb muss und kann solchen armen Menschen sofort und konsequent geholfen werden, sei es durch einfache polizeiliche Maßnahmen, psychiatrische Zwangsunterbringung, durch zielgerichtete Rufschädigung oder am besten gleich durch massive Diskriminierung bzw. Kriminalisierung mit Entzug aller Bürgerrechte.

Denn wer wollte schon ernsthaft behaupten oder gar beweisen, an der weltweit andauernden grassierenden Finanzkrise seien ausgerechnet die rechtschaffenen Bankinstitute und wagemutigen Finanzjongleure schuld? Eine zynische Weltverschwörung gar des Weltkapitals zur Ausplünderung der arbeitenden Massen? Das ist doch Kindergarten, Leute! Gedankengut aus dem sozialistischen Sandkasten! Geht woanders spielen, und lasst die Großen in Ruhe ihr Geschäft verrichten!

Auch das ominöse Kartell der Energieriesen zur Verhinderung einer monopolfreien, flächendeckenden Energieversorgung und einer echten, nachhaltigen und umweltverträglichen Energiewende ist ein immer wieder aufgewärmter, labberiger Mikrowellen-Leberkäse, der seine Halbwertzeit schon zehnmal überschritten hat. Wacht endlich auf da draußen! Die Energien, die Ressourcen sind nun einmal endlich, gerade deswegen müssen sie ja adäquat bereitgestellt und verteilt werden! Und zwar von Spezialisten, die sich darauf verstehen, unterstützt von Politikern, die ihren Mann stehen, wenn es drauf ankommt, so wie Mappus, Altmayer und Kollegen. Kriegen wir das vielleicht ir-gend-wann in Eure verdammten Wutbürger-Schädel hineingeprügelt?

Wären da noch die armen Irren, die hinter jedem lauen Sommerregen eine ausgewachsene Wissenschaftsverschwörung der Leugner von Erderwärmung und Klimaveränderung vermuten.
Hallo? Es gab denkendes Leben auf diesem Planeten, bis Ihr aus Euren Erdlöchern hervorgekrochen kamt! Diese Erde ist schon mit ganz anderen Sachen fertig geworden, als ausgerechnet mit Euren Wahnvorstellungen vom menschengemachten Untergang. Erderwärmung, lachhaft! Die Sommer werden immer kälter, und der letzte Winter war einer der längsten in der Geschichte! Steigende Meeresspiegel? Im großen geohistorischen Zusammenhang ist das doch der reine Killefitz! Auch früher gab es schon große Überschwemmungen, schonmal was von der Arche Noah gehört oder gelesen?! Und, ist die Menschheit deshalb vielleicht ausgestorben? Klar, um Euch Ökoterroristen wär’ es ja nun wirklich nicht schade…

Und wie steht es mit dem viel beschrieenen Komplott der biochemischen Industrie zur Monopolisierung von Saatgut und zur weltweiten Manipulation von Genmaterial? Haben nicht gewissenlose Chemieriesen wie Monsanto und Konsorten längst ganze Kontinente verseucht und in die Abhängigkeit getrieben, mit unumkehrbaren Folgen? Immer langsam mit den jungen Saaten, ja? In Wirklichkeit verfolgen diese selbstlosen Pioniere den historischen Auftrag, endlich den Welthunger zu beseitigen – mit allerneuesten wissenschaftlichen Mitteln und Erkenntnissen. Die investieren Unsummen in die Weltgesundheit und in den Weltfrieden! Zum Wohle der Menschheit, und Ihr wollt das alles kaputtmachen, mit Eurem kleinlich-egoistischen Unverstand! Aber auch Ihr werdet noch winseln um jedes Körnchen Saatgut, das man Euch gnadenhalber zugestehen und zuteilen wird, verlasst Euch drauf!

Das ruchlose Kartell der Lebensmittelindustrie zur Verfälschung, Vergiftung, Verknappung und Verteuerung von Nahrungsmitteln ist auch so eine krude Erfindung von Weltverbesserwissern, die immer nur alles schlechtreden können. Stellt Euch doch mal selbst ans Abfüllband, in eins unserer Labore, oder an die Kette in der Schlachtfabrik, dann wisst Ihr, unter welcher Mühsal Euer Billigfraß hergestellt wird, mit dem Ihr Euch Tag um Tag mästet! Oder schaut Euch einfach mal den veterinärmedizinischen und chemietechnischen Aufwand an, den die Firmen in Landwirtschaft und Industrie betreiben müssen, um all’ die Massen an Lebensmitteln halbwegs preisverträglich zu produzieren, das würde Euch schon Euer vorlautes Maul stopfen! Von den bürokratischen EU-Vorgaben und Fallstricken wollen wir gar nicht erst anfangen – aber Ihr könnt natürlich gerne Eure Futter selbst anpflanzen und auslöffeln, Ihr verdammten Öko-Extremisten, Lohas, Slow-Food-Mampfer, und wie Ihr alle Euch noch gerne so schimpft!

Und wer immer sich die kranke Mär von den höchst verdächtigen Verstrickungen der Pharmaindustrie mit unserem Wissenschafts- und Politikbetrieb aus dem weichen Hirn gewrungen hat, der hat sich ganz sicher ein paar Pillen zuviel reingepfiffen. An unserem Gesundheitswesen sind schon ganz andere genesen, das ist so kerngesund wie unsere Bilanzen! Und Ihr könnt Euch todsicher sein: auch für Euch hoffnungslose Fälle haben wir 100 % eine passende Therapie, die Euch ein-für-alle-Male von Euren Hirngespinsten kurieren wird!

Das undurchdringliche, undurchsichtige und mächtige Lobbyisten-Netzwerk, das unsere demokratische Grundordnung mit ihren Mechanismen zur politischen und gesellschaftlichen Willensbildung systematisch aushebelt, zählt ja sowieso zu den perfidesten Verleumdungen, denen sich unsere blütenreine Demokratie je ausgesetzt sah. Diese beispiellose Schmutzkampagne grenzt an Sabotage, und geht ganz sicher auf das Konto völlig gewissenloser Anarchisten, denen wir mit allen legalen Mitteln der Terrorbekämpfung (Stichwort: Drohnentod) zu Leibe rücken werden.

Gerade zum Thema eklatantes und höchst anrüchiges Versagen staatstragender Institutionen und Behörden, wie insbesondere des Verfassungsschutzes, hat es ja in jüngerer Zeit unfassbar subversive Lügenpropaganda gegeben. Wie andere Weltdemokratien (vor allem die der U.S.A.) sieht sich unser vollkommen unbestechlicher Rechtsstaat fortgesetzt subversiven Angriffen verblendeter Verleumder ausgesetzt, die ihm willkürliche Bespitzelung, Ausspähung und Ausgrenzung rechtschaffener Bürger unterstellen.
Hier werden böswillig Staats- und Justizverschwörungen nach amerikanischem Vorbild konstruiert, die sich vorgeblich systematisch gegen Unbequeme und Whistleblower (z.B. Bradley Manning, Julian Assange, Edward Snowden, Fall Mollath, Dunkelziffer: unbekannt) richten sollen – ein Skandal!
Aber gerade darin beweist sich ein funktionierender Rechtsstaat, der gefeit ist gegen solches Gesockse: der Tatbestand der Subversion wie der vorsätzlichen Staatszersetzung ist längst erfüllt, die Beweise sind geführt, die Konsequenzen hat sich ein Jeder selbst zuzuschreiben. Unsere verschworene Gemeinschaft weiß sich zu wehren, Herrschaften, dass Ihr Euch da bloß nicht täuscht!

An Absurdität jedoch kaum mehr zu überbieten sind jene perversen Gedankenkonstrukte, die ausgerechnet der größten Demokratie der Welt fortgesetzte staatstotalitäre Verschwörungen gegen sogenannte Terrorverdächtige, gegen die eigene Bevölkerung, wie auch gegen befreundete Staaten auf der ganzen Welt unterstellen wollen.
Als ob die U.S.A. jemals weltweit und ungestraft gegen jedes geltende Völkerrecht Kriege vom Zaun gebrochen, Menschen willkürlich zu Vogelfreien erklärt, Unschuldige entführt, gefoltert, eingekerkert und hinterrücks ermordet hätten! Das Land ist im Krieg, Mann! Und im Krieg ist nunmal alles erlaubt, so ist das. Erst recht im Krieg gegen den Terror. Schonmal was von Waffengleichheit gehört, Ihr weicheierigen Friedenswichser? Als ob die U.S.A. jemals die größte Spionageverschwörung aller Zeiten angezettelt hätten, einen Abhörskandal beispiellosen Ausmaßes, der nichts weniger zum Ziel hat als die Kontrolle der gesamten Welt? Wer zur Hölle denkt sich nur solch einen Dünnpfiff aus? Als ob der Arm dieser Mächte so weit reichen würde, den Luftraum europaweit zu sperren, und ein Flugzeug mit Boliviens Staatspräsident Morales an Bord in Wien festzuhalten und durchsuchen zu lassen – auf den bloßen Verdacht hin, ein von den U.S.A. gesuchter Terrorverdächtiger (eben jener bereits erwähnte Whistleblower Edward Snowden) könnte mit an Bord sein? Welchen Film haben die denn gesehen? Als ob die europäischen Regierungsvertreter, allen voran unsere stets zu allem entschlossene Bundeskanzlerin, eine derart eklatante Luft- und Bodenpiraterie auf europäischem Souveränitätsgebiet nicht nur widerspruchslos hinnähmen, sondern willfährig mittrügen?
Das ist so abgrundtief absurd lächerlich, das spottet jeder Beschreibung. Jeder, der das glaubt oder verbreitet, sollte sich zu seinem eigenen Besten umgehend in Behandlung begeben: http://web.de/magazine/nachrichten/ausland/17590108-suche-snowden-boliviens-praesident-wien-landen.html#.A1000145
Dass ich nicht LOLLE! LOL! LOL! Doppel-LOL!

Die große Weltverschwörung gegen uns alle ist längst in vollem Gange, und die Tatsache, dass du geneigt bist, genau das hinter all’ diesen objektiv bestehenden und nachweisbaren Skandalen und Ereignissen zu vermuten, macht Dich, lieber Leser, automatisch zum Terrorverdächtigen! Das heißt, jeder Verschwörungstheoretiker ist eigentlich schon so gut wie der Verschwörung gegen diesen Staat, nein, gegen die über jeden Zweifel erhabene Wertewelt der westlichen Demokratien an sich, überführt.
Und: Auch die Tatsache, dass Du vielleicht unter Verfolgungswahn leidest, bedeutet noch lange nicht, dass sie in Wirklichkeit nicht längst hinter dir her sind.
Jedoch: Eigene Ängstlichkeit, Dummheit, Trägheit und/oder Gleichgültigkeit sind keine Entschuldigung für die schafsgleiche Duldung dessen, was gerade mit uns passiert.
Auf dem Sterbebett zu röcheln und zu jammern: „Ich habe mich geirrt, vergebt mir!“ ist kein Zeichen von Größe, sondern eine Bankrotterklärung des eigenen Lebens. Und was viel schwerer wiegt: es kann den Bankrott der Hinterbliebenen bedeuten. © Siegfried Galter, 06.07. 2013

Winkewinke! Der Papst hat seine Schuldigkeit getan, der Papst kann gehen?

Montag, Februar 11th, 2013

Zum Wohl der Kirche

Habemus Papam? Fehlanzeige! Wir sind Papst? Es war einmal!
Der Papst schmeißt hin! Benediktus macht’s nicht mehr. Da haben wir’s. Die von Kardinal Meisner erst jüngst beklagte „Pogromstimmung gegen die katholische Kirche“ fordert ihr erstes und prominentestes Opfer. Das gab’s noch nie, oder? Naja, fast noch nie jedenfalls. In der wechselvollen Kirchengeschichte ist dies zwar kein singuläres, aber zumindest ein spektakuläres Ereignis: So etwa alle 1000 Jahre kann sowas schonmal vorkommen.
Aber wie stehen wir jetzt da? Wo sein Vorgänger Woytila noch tapfer durchhielt bis zum würdigen Ende, und spätestens damit zum Pontifex der Herzen avancierte, macht Benedikt jetzt altersbedingte Abnutzungserscheinungen geltend, um dem Vatikan einfach so von der Fahne zu gehen. Geht’s noch? Darf der das überhaupt? Einfach so zurücktreten? Die Mitra einfach so den Nagel hängen, den päpstlichen Ornat an der Garderobe abgeben, das Papamobil parken, und das war’s dann? Ist er etwa vom reinen Glauben abgefallen, heimlich? Oder gab es da womöglich doch eine Direktive von höherer Warte? Irgendwelche Unregelmäßigkeiten womöglich? Steht Benedikt etwa auch auf der Abschussliste der unbarmherzigen Rechercheure von „Pontiplag“ und Co.??
Das haben wir jetzt davon. Wie soll der gebeutelte Katholik, die angefochtene Katholikin, an seinem/ihrem Glauben, an seiner/ihrer Kirche festhalten, wenn der oberste Hirte sie so schnöde im Stich lässt in diesen schweren Zeiten? Was soll aus den krisengebeutelten verirrten Schäfchen werden?
Und was sagt der Fahnenflüchtige selbst? “Ich gehe zum Wohl der Kirche.”
Ach, wären nur auch andere Führerfiguren so weitblickend:
Wann hätte man z.B. aus dem Munde eine Konzernlenkers gehört: „Ich gehe zu Wohle des Unternehmens!“ Wann haben wir einen selbstkritischen Politiker je sagen hören: „Ich gehe zum Wohl des Volkes!“
Ein Beispiel, das Schule machen sollte, oder? So mancher würde drei Kreuze schlagen und spontan ein herzhaftes „Halleluja“ oder ein inniges „Hosiannah!“ anstimmen.
Jedoch, wir leben in närrischen Zeiten, und da heißt es wohl eher „Hossa“ statt „Hosiannah“!
Alaaf und Helau, der Papst sagt ciao! Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Noch nicht ganz, aber am 28. Februar ist es dann soweit. Das müssen wir dann wohl so zur Kenntnis nehmen, und sagen: Winkewinke!

Schavanengesang, oder: Haben oder Nichthaben - das ist hier die Frage!

Donnerstag, Februar 7th, 2013

Lügen haben lange Hälse

„Was Du ererbt von Deinen Vätern -
erwirb’ es, um es zu besitzen!“

Wie jetzt: Muss ich etwas Ererbtes neuerdings auch noch erst erwerben, um es besitzen zu können?
Haben die Sozen es jetzt doch geschafft, die Erbschaftssteuer so hoch zu setzen, dass ich mir meinen berechtigten Erbanspruch geradezu erkaufen muss?
Gemach, gemach.
Der altväterliche Spruch ist viel weniger vordergründig materialistisch gemeint, sondern fordert etwas von uns ein, das eigentlich selbstverständlich sein sollte:
Es geht einfach um verantwortungsvollen Umgang mit allem, was die Altvorderen uns hinterlassen.
Auch wer ein materielles Erbe zu erwarten hat, wird sich fragen, ob er/sie es denn antritt. Und wenn ja, so wird dieses Erbe dem eigenen Besitztum einverleibt oder anverwandelt, d.h. ich muss mich meines neuen Besitztums als Eigentümer erst noch als würdig erweisen. Nicht zum ersten- und gewiss nicht zum letzten Mal in der Menschheitsgeschichte wurden Erbschaften schnöde verschmäht oder sinnlos verschleudert.

Erst recht trifft dies auf das geistige Erbe zu:
Einen Titel bekommt man verliehen, oder man erwirbt ihn sich.
Wobei der Begriff „erwerben“ - gerade vor dem Hintergrund der aktuellen und beschämenden Doktortitel-Skandale - eine mehr als zweifelhafte Doppelbedeutung bekommen hat.

Denn natürlich versteht man in diesem Zusammenhang den Sinn des Wortes „erwerben“ nicht im merkantilen Sinne des Kaufens – normalerweise jedenfalls.
Gemeint ist, dass man sich Ämter, Würden oder Titel kraft seiner besonderen Fähigkeiten und Leistungen erwirbt, d.h. die Berechtigung erhält, die auszuüben, zu führen oder auszufüllen.
Dieser redliche Erwerb setzt natürlich auch einen redlichen Umgang mit dem geistigen Eigentum Anderer voraus. Denn wenn ich mir etwas auf unredlichem Wege aneigne, dann handelt es sich mitnichten um Erwerb, sondern um profanenen Diebstahl. Und nicht nur der/die Bestohlene ist geschädigt, sondern der gesamte Wissenschaftsbetrieb ebenso wie alle, die von einem unredlich erworbenen Dr.-Titel geblendet und getäuscht werden.

Da ist es allemal besser, sich seinen Doktortitel zu erwerben, indem man ihn einfach kauft. Denn damit wäre „nur“ der Tatbestand des Betruges erfüllt. Und darüber hinaus profitiert wenigstens einer von dem ganzen: nämlich Der- oder Diejenige, welche(r) die Doktorarbeit, zwar in unredlicher Absicht, aber unter redlicher Aufbietung von Arbeit, verfasst hat (immer vorausgesetzt, es wurde nicht abgeschrieben dabei). Sei’s drum: Bis zum unumstößlichen Beweis gilt die Unschuldsvermutung, d.h. die Weste bleibt weiss. Allerdings: schwarze Schafe gibt es allenthalben, selbst der schwarze Schwan ist zwar exotisch, aber eben doch immer wieder aufzustöbern.

Also nochmal zum Mitschreiben:

„Was Du ererbt von Deinen Vätern -
erwirb’ es, um es zu besitzen!“
Dieser Satz lässt sich also durchaus auch auf die Doktorväter münzen, deren Wissen oder Wohlwollen man ererbt. Und mit diesem Wissen und Wohlwollen gilt es verantwortungsbewusst umzugehen.
Und so wird die Frage von Haben oder Nichthaben oft zur Frage von Sein oder Nichtsein, gerade beim Dr.-Titel.
Vor allem, wenn man sich eines Erbes nicht als würdig erweist. Dann wird der Schavanengesang unüberhörbar.
Ein Narr, wem Böses dabei schwant?





© Siegfried Galter, 07.02. 2013