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Und woran glaubst Du so? (V)

Freitag, Januar 23rd, 2015

Zum Kosmos man mit mussKeine Frage: Ich glaube ganz fest an den Fortschritt. Sicher, die Wissenschaft hat nicht auf alle Fragen eine Antwort. Noch nicht! Aber sie wirft immer neue Fragen auf, die es zu beantworten gilt. Das nenne ich Fortschritt! Stellen Sie sich vor, wir wüssten schon alles oder hätten zu allem eine unumstößliche Gewissheit, wie langweilig wäre das! Nein, nicht langweilig, gefährlich sogar! Schauen Sie sich nur die Weltreligionen an mit ihren Eiferern, Geiferern, ihren Propheten und ihren selbst ernannten heiligen Kriegern! Alles nur, weil sie von festzementierten, ewiggestrigen und vermeintlichen Wahrheiten ausgehen, an sie glauben! Mit welchem Hass sie alle verfolgen, die diese geheiligten Religionswerte in Zweifel zu zu ziehen wagen! Weil Veränderung für diese zurückgebliebenen Kreaturen eine angsteinflößende Vorstellung, ja eine existenzielle Bedrohung ist. Dabei ist genau das Gegenteil richtig: es gibt überhaupt nichts auf diesem Planeten, ja sogar im gesamten Kosmos, was sich nicht permanent verändert. Entwicklung kann keiner aufhalten oder verhindern, so viel steht fest. Der Mensch zuallerletzt. Stillstand bedeutet Rückgang. Das Bessere ist der Feind des Guten, das ist meine felsenfeste Überzeugung. Deshalb glaube ich persönlich an eine Weiterentwicklung im Sinne des Fortschritts. Wenn man sich allein einmal vor Augen führt, dass wir heute eine Weltbevölkerung ernähren, die vor nicht einmal 100 Jahren zur Hälfte glatt verhungert wäre! Wenn das kein Fortschritt ist, was dann? Natürlich hat der Fortschritt, haben auch manche Technologien durchaus ihre Schattenseiten und Gefahren. Aber glauben Sie etwa, die Dampfmaschine hat von Anfang an pannenfrei und gefahrlos funktioniert? Oder die Atomreaktoren der ersten Generation? Sicher nicht. Und was haben wir heute? Hochtechnologie mit allerhöchsten Sicherheitsstandards, und deshalb, jedenfalls nach menschlichem Ermessen, auch todsicher. Bedrohungen durch terroristische Akte von Wahnsinnigen oder Fundamentalisten und höhere Gewalt wie Erdbeben, Tsunamis oder andere Naturkatastrophen natürlich ausgenommen, aber dagegen ist sogar unsere Wissenschaft derzeit noch machtlos. Allerdings sind die Prognosen in den letzten Jahrzehnten viel genauer geworden. Und das beweist es doch einmal mehr: Fortschritt tut mehr als Not, er bewirkt Gutes auf dieser Welt, und wir können uns ihm nicht verschließen oder entziehen. Damit meine ich ebenso den Menschen wie seine gesamten Lebensverhältnisse.

Allerdings: Gewisse Kollateralschäden sind leider immer unvermeidlich, wenn man das große Ganze vorantreiben will. Die Wissenschaft ist da gnadenlos neutral. Gerade das ist ja ihre Stärke. Ihr geht es um Resultate, nicht um kleinliche Verlustbetrachtungen. Ich sage nur Gentechnologie, Energiegewinnung, Weltraumforschung, Nahrungsmittelerzeugung, medizinischer Fortschritt! Von der intelligenten Vernetzung organischer und digitaler Strukturen ganz zu schweigen. Der Mensch ist die eigentliche Schwachstelle im System, das ist unübersehbar. Solange er sich kleinmütig mit eingebildeten Ängsten und vermeintlichen Katastrophen wie dem sogenannten Klimawandel oder dem unsäglichen Artensterben fortgesetzt selbst belügt und behindert, hat er keine Zukunft. Solange er einen Gott braucht, um sich selbst zu definieren, wird er sich nicht von seinen irdischen Fesseln befreien können. Die genetische und digitale Optimierung unserer Spezies ist daher unumgänglich, wenn nicht sogar alternativlos. Der Mensch als offenes Programm, das wir nach unserem Idealbild unendlich formen können und werden. Das Individuum als Informationsträger und Genspeicher für kommende, immer weiter perfektionierte Generationen. Das Zusammenwachsen, die Verschmelzung von künstlicher und menschlicher Intelligenz in immer weiter optimierten Körpern. Menschliche Evolution wird die wichtigste zukunftsweisende Aufgabe von Wissenschaft und Forschung sein. Die Auslese des besten Humanmaterials zur Heranzüchtung einer wahren menschlichen Elite, die diesen Namen wahrhaft verdient. Alles unabdingbar für die Sicherung der menschlichen Zukunft. Ob wir das nun wollen oder nicht. Ebenso wie die weitere Erforschung des Weltalls, um neuen Lebensraum für die Neue Menschheit zu finden oder zu schaffen.
Eine andere Möglichkeit gibt es doch gar nicht, wenn wir als Gattung weiter existieren wollen. Wer das nicht begreifen oder gar verhindern will, kann ja gerne hier bleiben auf unserem bald ausgeglühten, geplünderten, vergifteten und verheerten Planeten, und sich weiter mit der Keule die Schädel einschlagen. Der kleine Rest der menschlichen Elite wird sich beizeiten neue Gefilde suchen, um seine epochale Erfolgsgeschichte fortzuschreiben und den Kosmos zu erobern. Daran glaube ich, und dafür setze ich mich mit allen Kräften ein. So soll es sein, und so wird es, nach dem Willen aller Fortschrittsgläubigen und dem Streben der weltweiten Wissenschaft, auch geschehen. Heureka!

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter | Bild: fotolia/andreaselze | 23. 01. 2015