Archive for the ‘Nervenkrisen’ Category

Schlechte Nachrichten über den Nachrichtendienst

Dienstag, Juli 16th, 2013

Snowden oder Showdown?
Es gab einmal den ddp. Und es gibt die dpa. Und es gibt den BND. Alle drei haben im weitesten Sinne etwas mit Nachrichten zu tun. Die beiden Erstgenannten in dem Auftrag, die Menschen im Lande informiert und auf dem Laufenden zu halten. Der Letztgenannte verfolgt exakt gegenteilige Ziele. Wo der Deutsche Depeschen Dienst und die Deutsche Presse Agentur die Idee von Aufklärung, Transparenz und Selbstbestimmung einer freien Gesellschaft mit mündigen, informierten Bürgern verkörpern, ist der BundesNachrichtenDienst ein fast schon zynisch anmutender Euphemismus in Sachen Desinformation, Verschleierung und Ausspähung. Analog seinem ebenso undurchsichtigen und unkontrollierbaren Big Brother Verfassungsschutz beruft sich der BND darauf, dem Schutz unserer Gesellschaft zu dienen, der Abwehr von äußeren wie inneren Feinden und Gefahren, von denen die Repräsentanten unseres Systems dieses allenthalben umstellt und bedroht sehen. Besonders auch im Innern, von seinen potenziell höchst verdächtigen eigenen Bürgern.
Und wenn gar nichts mehr hilft, dann immer noch das Zauberwort „Terrorabwehr“!
Und so schmarotzern sich unsere bundesdeutschen Staatsschützer durch das Daten-Schlaraffenland, das ihnen übermächtige Freunde und Verbündete freigiebigst zugänglich machen.
Da kann man sich schon ‘mal kooperativ zeigen, so unter Brüdern, eine Hand wäscht die andere.
Und so guckt man halt ‘mal großzügig weg, wenn z.B. Bundesbürger verschleppt und gefoltert werden, wie im Fall el Masri, oder man nutzt die Gunst der Stunde, und schickt zwei Agenten (inkognito, versteht sich!) nach Guantanamo, die dort - ganz privatim - den Murat Kurnaz interviewen – sind eh’ alles Terroristen, die Brüder!
Zu allem Überfluss gibt es zu unser aller Sicherheit ja auch noch den MAD, dessen Kürzel allein schon Programm sein dürfte, wenn wir uns seine Protagonisten als die uniformierte Steigerungsform des BND vorstellen.
Und weil ja eine Nebelkrähe der anderen kein Auge aushackt, glucken sie auch international immer schön zusammen, und hacken sich statt dessen lieber in die Systeme und Staatswesen ihrer Freunde und Mitgenossen ein. Streng geheim, versteht sich. Denn sonst würden sie ja nicht Geheimdienste heißen. Achso, heißen sie ja auch gar nicht! Ob Zentrale Intelligenz-Agentur (CIA – auch so ein granaten-narzisstischer Selbstirrtum), ob Nationale Sicherheits-Agentur (NSA - Sicherheit, doch für wen?), ob BundesNachrichtenDienst (BND), das hört sich doch alles, zu Recht, nur nach höchst kompetenter und diskreter Dienstleistung an!
Nein, wirklich, Nachrichten sind doch nun echt etwas total Unverfängliches. Selbst wenn es so schlechte Nachrichten sind, dass es unserer Bundesregierung glatt die Sprache verschlägt, sowohl gegenüber ihren mehr als zweifelhaften Freunden, als auch gegenüber den ihr anvertrauten Bürgern dieses Landes. Aber es hat auch gute alte Tradition in unserem Lande, von Dingen lieber zu schweigen, von denen man vorgeblich nichts gewusst hat. Und wenn’s dann ganz dumm läuft, hat man im Zweifelsfalle immer nur auf höheren Befehl gehandelt, und somit keine andere Wahl gehabt.

Es gab eine Zeit, da wurden die Überbringer schlechter Nachrichten sang- und klanglos abgemurkst. Heute bezieht sich das wohl eher auf die wenigen Unerschrockenen, die die Stirn haben, die Wahrheit zu verbreiten, wie derzeit Edward Snowden.
Wohl auch deshalb hält sich unsere Regierung so schamhaft bedeckt, wenn es darum geht, die Bürger über das wahre Ausmaß von Bespitzelung, Ausspionierung und Verrat der grundgesetzlich und verfassungsseitig unveräußerlichen Rechte zu informieren: Reden ist Selbstmord. Schweigen ist es nicht minder. Aber es nimmt darüber hinaus den schleichenden Tod der Demokratie billigend in Kauf. Schweigend. Denn die Wahrheit ist lebensbedrohlich, vor allem für die, welche sie fortgesetzt unterdrücken, verschleiern, verbiegen und verheimlichen. Aber es wird ihnen nichts nützen.





© 15. Juli 2013 Siegfried Galter

La Jolie et la bête oder die Schönheit und das Biest

Freitag, Mai 17th, 2013

Angst essen Schönheit aufStets sieht sich die Schönheit durch das Häßliche gefährdet. Ebenso wie die Freiheit durch die Beschränktheit, oder die Ruhe durch den Aufruhr, die Gesundheit durch Krankheit. Der Frieden durch den Krieg. Die Gewissheit durch die Ungewissheit.
Genauso wie das Leben durch den Tod.
Keine Existenz ist denkbar ohne ihre elementare Gefährdung oder Infragestellung.
Und wir leben in unsicheren Zeiten, das ist gewiss. So gewiss wie die Statistiken, mit deren Hilfe wir uns wenigstens dieser Tatsache zahlenmäßig verbrieft versichern können.
Rauchen gefährdet unsere Gesundheit. Ebenso wie falscher oder übermäßiger Konsum nahezu aller anderen körpergängigen Substanzen und Verfahren, sei es Fleisch, Fett, Alkohol, Zucker, Medikamente und Drogen oder auch nur natürliches Sonnenlicht.
Von allen anderen Schadfaktoren, über die wir keine Kenntnis oder noch keine gesicherte Erkenntnis haben, einmal abgesehen.
Hält die statistisch belegte Schädlichkeit oder Gefährdung irgendeinen Nikotin-, Drogen-, Alkohol-, UV-, oder Fressjunkie davon ab, weiter an dieser selbstzerstörerischen Verhaltensweise festzuhalten? Selten genug. Wir verbrüdern uns mit unseren Todfeinden, umarmen sie innig und nehmen fatalistisch ihre statistisch signifikante und millionenfach erprobte Letalität in Kauf.
Gleichzeitig kämpfen wir verzweifelt gegen den sichtbaren Verfall, sei es mit Hilfe von Kleidung, Kosmetik oder Körperoptimierung bis aufs Messer - mit Selbstkasteiung, Chirurgie und und Alchemie.

Depression sei die Krankheit zum Tode, heißt es. Ich glaube, die Krankheit zum Tode heißt Todesangst. Sie lässt uns die aberwitzigsten Dinge tun, um dem Unvermeidlichen nicht ins Auge blicken zu müssen. Der Gegner hat uns längst umzingelt, der Sensenmann ist allgegenwärtig. Der Mensch ist des Menschen erbittertster Feind. Und am gefährlichsten ist der Feind in uns selbst. Ein heimtückischer Schläfer lauert in uns auf die Gelegenheit, uns mit körpereigenen Waffen hinterrücks niederzuringen. Krebs, die beängstigende Fratze jeder Horrorvision vom eigenen Ableben. Und jetzt also auch die eigenen Gene. Heute haben wir endlich die Erkenntnismöglichkeiten, den Beweis, und damit auch die Gewissheit: unsere eigenen Gene arbeiten gegen uns!
Wie es Gerhard Polt einmal so trefflich auf den Punkt brachte:
„Wenn die Gene erstmal versaut sind, helfen auch keine Prügel mehr!“
Aber in der modernen Chirurgie haben wir einen mächtigen Verbündeten! Wenn die statistische Wahrscheinlichkeit, an einer bestimmten Krebsart zu erkranken, genetisch quasi vorprogrammiert ist, dann operieren wir das hinterfotzige Teil einfach heraus, bevor eine entartete Zelle auch nur „Piep!“ sagen kann, und ersetzen es notfalls durch eine optimierte und harmlose Nachbildung.
So eine über 80-prozentige, statistisch abgesicherte Erkrankungswahrscheinlichkeit kann einem natürlich eine Scheißangst einjagen, gar keine Frage. Oh unglückselige Angelina, Dein Engelsgesicht soll den grausen Tod nicht schauen. Da heißt es knallhart kalkuliert handeln. Der Krebs oder ich. Den Feind vernichten, bevor er noch aus den Schützengräben ‘rauskommt. Das Biest muss sterben! Die Schönheit soll leben! Silikon statt Karzinom.

Unsere Todeswahrscheinlichkeit beträgt exakt 100 %. Massenhafte Präventiv-Selbstentleibung wäre angesichts dieser überwältigenden und statistisch unleugbaren Gewissheit das aktuelle Gebot der Stunde.
Wem das zu radikal ist, der kann ja, sozusagen als sorgsam abgestimmte „flexible response“ auf die statistisch vorliegende individuelle Gefährdungslage, nach und nach die Gefahrenherde eliminieren, indem er sich peu à peu von den in Frage kommenden Organen und Körperteilen trennt. Auf chirurgischem Wege, versteht sich, und unter begleitender Obhut von Spezialisten des Vertrauens. Heute die Prostata, morgen die Leber, dann später vielleicht noch Teile des Magens, suspekte Brüste, ein Fötus mit einer minderwertigen Gen-Disposition – alles muss ‘raus! Je nachdem könnte auch das Gehirn dran glauben müssen. Prävention tut Not – nichts wie weg damit, bevor es zu spät ist! Bei der Mehrheit sollte der Gewinn an potenzieller Lebensqualität den Verlust an Denkvermögen mehr als wettmachen. Bei nicht Wenigen wird sich dieser finale Eingriff mangels Masse ohnehin erübrigen. Und für unser marodes Gesundheitswesen tun sich langfristig völlig neue Perspektiven auf. Radikalprävention auf höchstem Level. Entledigt Euch! © Mai 2013 Siegfried Galter

Schavanengesang, oder: Haben oder Nichthaben - das ist hier die Frage!

Donnerstag, Februar 7th, 2013

Lügen haben lange Hälse

„Was Du ererbt von Deinen Vätern -
erwirb’ es, um es zu besitzen!“

Wie jetzt: Muss ich etwas Ererbtes neuerdings auch noch erst erwerben, um es besitzen zu können?
Haben die Sozen es jetzt doch geschafft, die Erbschaftssteuer so hoch zu setzen, dass ich mir meinen berechtigten Erbanspruch geradezu erkaufen muss?
Gemach, gemach.
Der altväterliche Spruch ist viel weniger vordergründig materialistisch gemeint, sondern fordert etwas von uns ein, das eigentlich selbstverständlich sein sollte:
Es geht einfach um verantwortungsvollen Umgang mit allem, was die Altvorderen uns hinterlassen.
Auch wer ein materielles Erbe zu erwarten hat, wird sich fragen, ob er/sie es denn antritt. Und wenn ja, so wird dieses Erbe dem eigenen Besitztum einverleibt oder anverwandelt, d.h. ich muss mich meines neuen Besitztums als Eigentümer erst noch als würdig erweisen. Nicht zum ersten- und gewiss nicht zum letzten Mal in der Menschheitsgeschichte wurden Erbschaften schnöde verschmäht oder sinnlos verschleudert.

Erst recht trifft dies auf das geistige Erbe zu:
Einen Titel bekommt man verliehen, oder man erwirbt ihn sich.
Wobei der Begriff „erwerben“ - gerade vor dem Hintergrund der aktuellen und beschämenden Doktortitel-Skandale - eine mehr als zweifelhafte Doppelbedeutung bekommen hat.

Denn natürlich versteht man in diesem Zusammenhang den Sinn des Wortes „erwerben“ nicht im merkantilen Sinne des Kaufens – normalerweise jedenfalls.
Gemeint ist, dass man sich Ämter, Würden oder Titel kraft seiner besonderen Fähigkeiten und Leistungen erwirbt, d.h. die Berechtigung erhält, die auszuüben, zu führen oder auszufüllen.
Dieser redliche Erwerb setzt natürlich auch einen redlichen Umgang mit dem geistigen Eigentum Anderer voraus. Denn wenn ich mir etwas auf unredlichem Wege aneigne, dann handelt es sich mitnichten um Erwerb, sondern um profanenen Diebstahl. Und nicht nur der/die Bestohlene ist geschädigt, sondern der gesamte Wissenschaftsbetrieb ebenso wie alle, die von einem unredlich erworbenen Dr.-Titel geblendet und getäuscht werden.

Da ist es allemal besser, sich seinen Doktortitel zu erwerben, indem man ihn einfach kauft. Denn damit wäre „nur“ der Tatbestand des Betruges erfüllt. Und darüber hinaus profitiert wenigstens einer von dem ganzen: nämlich Der- oder Diejenige, welche(r) die Doktorarbeit, zwar in unredlicher Absicht, aber unter redlicher Aufbietung von Arbeit, verfasst hat (immer vorausgesetzt, es wurde nicht abgeschrieben dabei). Sei’s drum: Bis zum unumstößlichen Beweis gilt die Unschuldsvermutung, d.h. die Weste bleibt weiss. Allerdings: schwarze Schafe gibt es allenthalben, selbst der schwarze Schwan ist zwar exotisch, aber eben doch immer wieder aufzustöbern.

Also nochmal zum Mitschreiben:

„Was Du ererbt von Deinen Vätern -
erwirb’ es, um es zu besitzen!“
Dieser Satz lässt sich also durchaus auch auf die Doktorväter münzen, deren Wissen oder Wohlwollen man ererbt. Und mit diesem Wissen und Wohlwollen gilt es verantwortungsbewusst umzugehen.
Und so wird die Frage von Haben oder Nichthaben oft zur Frage von Sein oder Nichtsein, gerade beim Dr.-Titel.
Vor allem, wenn man sich eines Erbes nicht als würdig erweist. Dann wird der Schavanengesang unüberhörbar.
Ein Narr, wem Böses dabei schwant?





© Siegfried Galter, 07.02. 2013

Heer und Stahl und Blut und Boden: Von fatalen Namenskonstellationen mit unguten Assoziationen.

Mittwoch, November 30th, 2011

Michel, mach´die Augen auf - es stinkt in D!

Michel, mach´die Augen auf - es stinkt in D!

Der vielzitierte „Deutsche Michel“ - wie kommt er eigentlich zu seinem Namen?
Zitat Brockhaus: „Die spöttische Bezeichnung für den Deutschen, meist gemünzt auf den biederen, unpolitischen, etwas schlafmützigen Bürger, findet sich erstmals 1541 in der »Sprichwörtersammlung« des deutschen Dichters Sebastian Franck (1499 bis 1542 oder 1543). …“
Nun, jene spezifischen „Michel“-Attribute ließen sich wohl auch heute noch auf die tumbe Mehrheit fast jedes europäischen Staatswesens anwenden.
In seiner bräsig-behaglichen Selbstbeschränkung gefiel sich jedenfalls der deutsche Michel in den letzten 50 Jahren darin, eine möglichst unbefleckte Weste zur Schau zu stellen, was seine braune Vergangenheit betrifft (nicht nur sauber, sondern rein!). Gelegentliche olfaktorische Irritationen von Kloakengeruch mit eindeutiger Naziherkunft wedelte er stets, mit machtvoller staatlicher Duldung und gutbürgerlicher Geste, von rechts nach links hinweg. Jüngst jedoch war der Gestank nicht mehr zu ignorieren, und geschockt musste der deutsche Michel zur Kenntnis nehmen, dass er ihn die ganzen Jahrzehnte mit sich herumgeschleppt hatte: Die nazibraune Kacke klebte unter seinem rechten Schuh und stank zum Himmel. Nun gut, könnte man einwenden, auf Grund einer sehbedingten Schwäche auf dem rechten Auge konnte der Ärmste das einfach nicht früher bemerkt haben – geschenkt. Ist halt nur ein armer Michel, und die Welt, Deutschland im besonderen, hat doch genug andere Probleme - im Moment sowieso. Da kommt unserem Staat und seinen hochorganisierten Ordnungsorganen so eine kleine isolierte Nazi-Mörderbande doch sehr ungelegen. Zum Glück und in weiser Voraussicht haben zwei dieser unglückseligen, verblendeten Minderheit sich schon freiwillig von eigener Hand aus ihrem todbringenden Leben entfernt (das möchte man zumindest den unbedarften Michel glauben machen). So verbleibt ein recht überschaubarer Aufklärungsbedarf, wie gesagt, es kann sich ja nur um eine kleine isolierte Terrorzelle handeln, da ja über zehn Jahre keinerlei Hinweise auf ihre Existenz hingedeutet haben. Lassen wir also den ganzen braunen Sumpf und die mehr als suspekt anmutenden Versäumnisse des Verfaschungsschutzes also einfach rechts hinter uns liegen, und verweisen an dieser Stelle auf eine kleine, aber dennoch bemerkenswerte Koinzidenz im aktuellen Verlauf dieser Geschichte:

Bereits in einem früheren Beitrag hatte ich mich mit den zuweilen ominös anmutenden Zusammenhängen von Namen, Namensgebung und ihrer kontextuellen Einordnung befasst. Eigentlich ganz harmlose Begriffe wie „Blut“ oder „Boden“, die in ihren ursprünglichen Bedeutungszusammenhängen rein sachlich verwendet werden können, ohne eine Gänsehaut zu verursachen, entwickeln in anderen Kontexten plötzlich eine geradezu dämonische Dimension, man denke nur an Horrorfilme oder die Machenschaften von Bodenspekulanten(!). Ein ganz ähnliches Schicksal erleiden die Träger prinzipiell unverfänglicher Nachnamen wie „Heer“ oder „Stahl“, die es in Deutschland sicher tausendfach gibt. Auch dass die Namensinhaber den prinzipell mehrheitlich ehrbaren Beruf des Juristen ausüben, stellt keinerlei Beeinträchtigung oder Bedenklichkeit dar. Ein Chirurg namens „Fleischhauer“ oder ein Bankier, der sich „Offergeld“ nennt, gerät da schon viel eher in ein ominöses Licht. Dennoch kann es einen zumindest merkwürdig berühren, wenn die beiden Juristen, welche jetzt die Verteidigung von Beate Zschäpe (der Dritten im Bunde des Nazi-Mördertrios) übernommen haben, ausgerechnet auf die Namen „Heer“ und „Stahl“ hören.
Unbenommen, dass es sich bei diesen Beiden um offenbar unbescholtene und kompetente Vertreter ihres Standes handelt, hat diese Konstellation für mich eindeutig Gänsehautpotenzial. Hätten die sich nicht jemand anderen suchen können, den sie verteidigen wollen? Mensch, da draußen rennen soooo viele schöne und vielversprechende Verbrecher und Straftäter herum, aber nein, ausgerechnet die verqueren Nachläufer der hirnkranken “Blut-und-Boden”-Ideologie müssen die verteidigen. Mene, mene Tekel, bei Nazis siegt – der Ekel. Da helfen weder Stahl noch Heer. (N)amen.
© Siegfried Galter, 30.11.2011




55-plus – von der unbezahlbaren Weisheit des Alters

Montag, Oktober 31st, 2011

Der Horror vacui - er lauert hinter der großen Zahl...

Der Horror vacui - er lauert hinter der großen Zahl...

„Mit dem Alter kommt die Weisheit“, heißt es doch immer so schön. Nun, wenn wir Weisheit mit Erkenntnis gleichsetzen wollten, und die Spruchweisheit auch umgekehrt gilt, dann wären wir wohl innerhalb der letzten fünf Jahre mit Lichtgeschwindigkeit gealtert. So viel Erkenntnis war nie!

Aber der Reihe nach:
Vor gefühlt hundert Jahren, also ungefähr noch im letzten Jahrtausend, waren Banken und der Staat Institutionen, denen man mit gewisser ehrfürchtiger Scheu begegnete, galten sie doch weit gehend als unfehlbar. Jedenfalls waren ihre Machenschaften für uns Normalsterbliche seit je so undurchschaubar, dass man lieber an ihre Unfehlbarkeit glauben mochte, als an ihre Unfähigkeit.
Dann wurden wir aber sehr schnell des Schlechteren belehrt, nämlich, dass auch sie sich durchaus verkalkulieren können, und zwar in nicht ganz unerheblichem Ausmaß. Nun gut, man lernte hinzu, auch diese Institutionen werden nur von Menschen geführt, und die machen nun einmal ganz menschliche Fehler. Geschenkt. Nach 2008 gewann man ein, zwei Jahre, und gleichzeitig die Erkenntnis ganzer Dekaden hinzu. Auch `was wert.
Dann war jedoch zu hören, dass im Finanzwesen mittlerweile Maschinen wesentliche Teile der Entscheidungsprozesse übernommen hätten. Die Rede ist von den weltweit vernetzten Börsencomputern und deren Softwareprogrammen, welche heute weitgehend selbsttätig das Börsengeschehen bestimmen, und damit, wie bereits mehrfach erlebt, unaufhaltsam(!) gewisse fatale Entwicklungen auslösen können. Ein außer Kontrolle geratenes AKW löst gegen so einen Amok laufenden Geldreaktor nur einen leisen Ionenschauer aus.
Auch die Politik schien machtlos, aber das musste ja noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein, wenn auch fürderhin immer öfter das magische Adjektiv „alternativlos“ zu hören war. Mangels Alternativen sah man sich weniger geneigt als genötigt, das angeschlagene Vertrauen durch immer weitere und ewigkeitsfeste Vertrauensbeweise zu unterfüttern.
Denn Panik ist das Gegenteil von Weisheit. Wenn aber Weisheit auf Erkenntnis beruht, und diese erst mit dem Alter kommt, dann sind wir womöglich einfach schon zu alt, um noch zu reagieren oder gar zu fliehen? Rein gefühlt könnte das stimmen: Eine Bankrotterklärung jagt die nächste. Jeder Kredit jedenfalls ist spätestens seit vorgestern vollends verspielt, das Vertrauen endgültig futsch. Pünktlich zu Halloween kennt der Horror keine Grenzen mehr.
Es war ja mit allem zu rechnen, aber nicht damit, dass diejenigen, denen man sein sauer verdientes Geld, seine Steuern, seine Zukunft und seine Rente anvertraut, noch nicht einmal die fundamentalen Grundrechenarten beherrschen, und Plus und Minus verwechseln.
Da kommen dann schnell `mal ein paar €uro zusammen, ehe man sich”’’s versieht womöglich gar 550500000000,- PLUS!
Dabei könnte alles so schön sein! Mit 55-plus fängt doch das gute Leben erst so richtig an? Speziell, wenn einem das gnädige Schicksal gerade unverhofft 55 Millärdchen plus ein paar hundert Milliönchen in den Schoß geworfen hat?
Wie hieß doch noch diese schöne Ereigniskarte bei Monopoly? „Bankirrtum zu Deinen Gunsten, ziehe 200 Mark ein!“ Juhuu! Da war die Freude immer groß über diesen schönen blauen Spielgeld-Lappen. Und jetzt, in Zeiten der weltweit grassierenden Hyperinflation, können wir uns kaum über diese läppische Summe freuen? Kein Wunder, mildert sie doch unser Staatsdefizit gerade einmal um ein lumpiges Prozent.
55,5 Milliarden €uro, das ist gerade einmal die Hälfte des saarländischen Jahresprodukts.
Und bekannter Maßen gehört das Saarland nicht zu den strukturstarken Säulen unserer Republik. Auch die italienische Mafia lacht über solche Peanuts, pro Jahr erwirtschaftet diese tüchtige Organisation locker mehr als das Doppelte dieser Summe!
Es liegt in der Magie der großen Zahl, dass wir uns über solche Schicksalsgeschenke im fortgeschrittenen Menscheitsalter einfach nicht mehr angemessen freuen können.
Denn, wie bereits in einem früheren Beitrag (vor gefühlt 50 Jahren) festgestellt, rechnet man heute einfach in anderen Dimensionen, nämlich in Billionen.
Allerdings hat ein kluger Mensch festgestellt, dass es ca. 1500 Jahre dauern würde, wollte man laut von Eins bis 55,5 Milliarden zählen. Grob gerechnet jetzt, also plus/minus X Jahre. So viel Spielraum muss sein.
Vielleicht rechnet ein anderer kluger Mensch ja einmal aus, wie lange es wohl dauern würde, die Gesamtschuldensumme dieser Welt Zahl für Zahl nur auszusprechen, geschweige denn, zu tilgen?
So alt kann die Menscheit gar nicht mehr werden, um das noch zu erleben.
Aber so alt aussehen tun wir heute schon. Happy Halloweeeeen!

P.S.: Auf die derzeit sieben Milliarden Menschen verteilt, würde jeder immerhin € 7,85 von dem 55,5 Milliarden-Segen abkriegen. Davon kann man sich bei Old Mac D schon ein ganzes Menü leisten!

© 31. 10. 2011 Siegfried Galter. Bild: Collage/Fotolia

Pofalla? Wer ist Herr Pofalla?

Dienstag, Oktober 4th, 2011

Die Physiognomie eines Gesichtslosen? Oder schlicht ein Arschgesicht? Man weiß es nicht.

Die Physiognomie eines Gesichtslosen? Oder schlicht ein Arschgesicht? Man weiß es nicht.

Wieder einmal geistert ein Name durch die karstige Landschaft von Politik und Medien, über den man zu einschlägigen Gelegenheiten immer wieder einmal gestolpert ist.
Es handelt sich dem Vernehmen nach um einen gewissen Ronald Pofalla, der ob seines profanen Äußeren und ebensolcher Äußerungen nie wirklich ernst zu nehmen war oder gar auf konstruktive Weise in Erscheinung getreten wäre. Der Autor selbst hatte ihn darob bereits im Zusammenhang eines früheren Beitrags als prototypischen Repräsentanten für die farb- und ideenlose Politik in unserem Lande gewürdigt, von „Pofallisierung“ war wörtlich die Rede. (Zitat: “Die Pofallisierung der deutschen Politiklandschaft hat mit Ronald Pofalla, dem Generalsekretär der CDU, zwar nicht erst begonnen, aber sie hat mit seiner unvergleichlich profanen Physiognomie und seiner rheinisch-verwaschenen Redeweise endlich einen Gesichtsausdruck bekommen – und einen merkfähigen Namen.”) Zuviel fast der Ehre für einen ebenso farblosen wie inhaltsleeren Funktionsträger, dem offensichtlich jede Art von Niveau fehlt.
Dieses Nullniveau hat er nun jüngst wieder eindrücklich, oder besser: ausdrücklich unter Beweis gestellt, oder womöglich sogar noch unterschritten, indem er seinen Parteikollegen Wolfgang Bosbach aufs Übelste beschimpfte und verunglimpfte. Anlass war dessen abweichende Meinungsäußerung im Zusammenhang mit dem sogenannten Euro-Rettungsschirm
Wie aus erster Hand (auch von serösen Medien) berichtet wurde, konnte Merkels „Minister für besondere Aufgaben“ damit nicht wirklich souverän umgehen, und reagierte lautstark mit ehrverletzenden Verbalattacken in Richtung seines Kollegen.
Als wollte er als der „Rasende Ronald“ in die CDU-Parteigeschichte eingehen, legte er nun auch den letzten kümmerlichen Rest professionell-politischer Zurückhaltung ab. Umso schwerwiegender, als sich sein Ausfall gegen einen christlich-demokratischen Parteibruder richtete, und nicht wie sonst eher üblich, gegen stimm- und wehrlose Minderheiten anderer Weltanschauung und Gesellschaftszugehörigkeit.

Doch nicht genug, dass der gelernte Rechtsanwalt und Sozial-Pädagoge sich öffentlich auf solch niveaulose Art echauffierte – in einem starken Abgang trieb er die Selbstdemaskierung noch einen entscheidenden Schritt weiter: Den fast verzweifelten Einwand Bosbachs: „Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage.“ konterte er mit der entlarvenden Replik „Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe!“
Sprachs, nein, brüllte es aus ihm, Ronald dem Farblosen, bevor er seine Dienstlimousine enterte und davon brauste, einer ungewissen Zukunft entgegen.
Was soll man davon halten? Soll man das wörtlich nehmen? Scheißt der Kanzleramtsminister nun aufs Grundgesetz oder auf die berechtigte Meinungs- und Gewissensfreiheit eines Abgeordneten des Deutschen Bundestages? Oder scheißt er auf seine politische Zukunft, indem er Grundgesetz, Meinungs- und Gewissensfreiheit in einem Aufwasch in die Kloake spült? Kann ein Gesichtsloser überhaupt sein Gesicht verlieren? Nein, aber er kann offenbar die Contenance verlieren, und damit seinen Job.
Es wäre an der Zeit. Wer war nochmal Pofalla? War das nicht der Typ mit dem schlecht sitzenden Toupet und dem Wolpertinger-Gebiss aus der einen Simpsons-Folge?

P.S.: Dass dieser Ausnahmepolitiker selbst immer wieder Auslöser und Zielfigur aggressiver Verbalattacken wurde, wird niemanden, der seinen Werdegang notgedrungen verfolgt hat, weiter verwundern, ein schöner Blog-Beitrag aus dem Jahr 2005(!) mag das illustrieren: http://www.berlin-mindplayers.de/?p=116

P.P.S.: Pofalla hat sich heute öffentlich entschuldigt bei Bosbach. Die Entschuldigung beim Bürger für die Missachtung demokratischer Werte und für die offensichtliche Tatsache, dass sein Eid aufs Grundgesetz anscheinend einen Scheiß wert ist, blieb er uns schuldig. War auch nicht anders zu erwarten, Herr Po-falla!

(c) Siegfried Galter 04. 10. 2011

Alles Alzheimer, oder was? Oder wann? Oder wer? Oder wie?

Mittwoch, September 14th, 2011

Auf der T-online webseite am gestrigen 13.09.2011 gab es unter dem Themenblock „Lifestyle“ einen besonders differenzierten und aufschlussreichen Beitrag zum Thema Demenz (vulgo: Alzheimer) und deren Früherkennung zu lesen.

Das Gesicht politischer Demenz? Sowohl alz auch!

Das Gesicht politischer Demenz? Sowohl alz auch!

Demnach gibt es alarmierende Warnsignale dafür, dass Großteile unseres politischen und administrativen Overheads schon massive Anzeichen dieser mentalen Verfallserscheinung aufweisen, hier aufgeschlüsselt nach den

Acht Anzeichen für Alzheimer

1. Eingeschränktes Urteilsvermögen
„Führen Fehleinschätzungen – beispielsweise in finanziellen Dingen - auffällig häufig zu falschen Entscheidungen, kann das ein Hinweis auf Alzheimer sein.“
Dazu nur folgende Stichworte: Staatsüberschuldung, Bankenkrise, Börsenkrach, Euro-Pleite, Finanzlöcher, krasse Fehlkalkulationen bei fast allen öffentlichen Planungs-und Bauvorhaben … (ad infinitum fortsetzbar)

2. Nachlassendes Interesse an Hobbys

„Alzheimer-Patienten verlieren allmählich ihr Interesse an Hobbys und Aktivitäten. Hat dieses Interesse bei einem Menschen stark nachgelassen, steckt möglicherweise die Alzheimer-Krankheit dahinter.“
Wir wissen nicht, was der/die gemeine Volksvertreter/in, Entscheider/in, Lobbyist/in in seiner/ihrer knappen Freizeit so tut und lässt. Tatsache ist, dass das Gros der Hinterbänkler in Parlamenten und Administration doch nur sein Mandat aussitzt, falls Er oder Sie überhaupt durch Anwesenheit glänzt. Die Übrigen können auf Grund ihrer engmaschigen Verflechtung in Staats-, Wirtschafts- und Personalmachenschaften rein zeitmäßig überhaupt kein Hobby oder gar anderweitige Interessen pflegen als die des Machterhalts und der Vetternwirtschaft. Von Volks- oder Mandatsinteresse jedenfalls keine Spur – mit weiter zunehmender Demenz-Tendenz.

3. Wiederholung von Fragen und Geschichten

„Ältere Menschen erzählen gerne die gleichen Geschichten. Doch wenn auch Fragen und einzelne Sätze auffällig häufig wiederholt werden, kann dies ein Frühsymptom von Alzheimer sein.“
Gebetsmühlenhaft vorgetragene Leerfloskeln, immergleiche Formulierungen, Binsenweisheiten und Appelle bis hin zu wortgleich wiederholten Parteiphrasen (Westerwelle und Co.) sind doch geradezu prototypisch für unsere Politik-Schranzen und Wirtschaftsvertreter. Diagnose: Fortgeschreitende Demenz, und zwar quer durch alle Altersschichten.

4. Schwierigkeiten, mit Geräten umzugehen
„Senioren haben manchmal Schwierigkeiten mit technischen Neuerungen. Gelingt einem Menschen auch die Bedienung einfachster Geräte nicht, ist dies ein Warnzeichen.“
Dabei wollen wir es wiederum bei einem Zitat Guido Westerwelles belassen: „… ein Computer ist für mich ein ganz einfaches Instrument, so wie ein Hammer oder ein Nagel.“
Aber Westerwelle ist da natürlich nicht repräsentativ, und außerdem schon ein echter Senior. Ebenso wie Christian Ströbele, der, befragt, ob er denn einen Computer besitze, antwortete: „Leider ja!“ (Immerhin konnte er sich noch daran erinnern…)

5. Verlust des Zeitgefühls
„Vergesslichkeit muss nicht gleich Demenz bedeuten. Wenn ein Mensch jedoch vergisst, in welchem Monat oder Jahr er sich befindet, kann dies ein Hinweis auf Alzheimer sein.“
Die meisten Enscheidungsträger in diesem unserem Lande, wie übrigens auch anderswo, befinden sich entweder ein einer Endlos-Zeitschleife der Vergangenheit, oder ergehen sich in Zukunftsvisionen ohne jeden Realitätsbezug. Von einer realistischen Wahrnehmung der Gegenwart oder wenigstens einem konsistenten Zeithorizont kaum eine Spur. Höchste Alzheimer-Alarmstufe!

6. Schwierigkeiten mit den Finanzen
„Wenn Menschen den Überblick über ihre Finanzen verlieren, sollten Angehörige hellhörig werden.“
Siehe Punkt 1. oder auch hier bei youtube oder wars doch eher hier?

7. Termine und Verabredungen vergessen
„Eine Verabredung kann jeder mal verschwitzen. Doch wenn wichtige Termine immer wieder vergessen werden, ist das ein Warnzeichen.“
Pflichtvergessenheit und vor allem chronische Vergesslichkeit, was voreilige Wahlversprechen und -zusagen betrifft, kennzeichnen das flüchtige Leben in der Scheinwelt der Politik. Abreden und Koalitionszusagen haben oft nur eine Halbwertzeit von einem Wahlabend – wenn das kein alarmierendes Warnsignal ist?


8. Bestehende Probleme beim Denken und Erinnern

„Wenn Probleme mit dem Denken und Erinnern über längere Zeit bestehen bleiben oder sich sogar verstärken, kann dies ein Hinweis auf Alzheimer sein.“
Auch hier sei es bei einer kleinen Auswahl prominenter Stichworte und Namen belassen:
„Amigo“-Affäre, CDU-Parteispendenskandal, Bayern-LB, Spiegel-Affäre, Flick-Affäre, Zwick-Affäre, Heinrich Lübke, Hans Filbinger, Otto Graf Lambsdorff, Wolfgang Schäuble, Uwe Barschel, Jürgen Möllemann, Klaus Landowsky, Otto Wiesheu, Karlheinz Schreiber, Theodor von und zu Guttenberg, Bill Clinton, George W. Bush, Horst Seehofer, Edmund Stoiber, Muammar al-Gaddafi, Robert Mugabe, Idi Amin, Roland Koch, Manfred Kanther, Erich Honecker, ….and whom ever else it may concern ….

© Siegfried Galter, 14.09. 2011

Pferdeäpfel frei: Die E10-Gebote

Freitag, August 26th, 2011

Wer veräppelt wird, sollte sich mit Pferdeäpfeln bewaffnen!

Wer veräppelt wird, sollte sich mit Pferdeäpfeln bewaffnen!


Oh holdseliges Mittelalter! Da gab es noch Zünfte, einen wirklich freien Markt, echte Qualitätsprodukte, und es gab auf jedem Marktplatz einen Pranger. An dem wurde jeder öffentlich geschmäht, verhöhnt und angespuckt, der sich gegen die Zunftordnung oder sonstige geltende Sitten, Gebräuche und Übereinkünfte vergangen hatte. Besonders gern sah man dort jene Lumpen und Betrüger, die dem Volke minderwertige Waren für überteuertes Geld aufzunötigen trachteten. Tempi passati.
Wir sehen uns dagegen heute konfrontiert mit allmächtigen Konzernen, die uns, dank tatkräftiger staatlicher Unterstützung oder zumindest politischer und juristischer Duldung, beliebig das letzte Hemd ausziehen dürfen. Jüngstes Skandalbeispiel ist das E10-Debakel, welches nun einen grotesk anmutenden Ausgang nimmt:
Mangels Nachfrage (freier Markt!!!) wurde die Versorgung mit der „Öko“-Plörre nun nach und nach wieder eingestellt. Die Mineralölkonzerne, von der Regierung genötigt, blieben zwar auf ihrem zweifelhaften Produkt sitzen, auf den Kosten werden sie jedoch erklärter Maßen nicht sitzen bleiben. Sowohl die Belastungen für die Bereitstellung, als auch die von der Regierung wegen Nichterfüllung der Verkaufsquote (freier Markt!!!) verhängte Konventionalstrafe werden die „Versorger“ natürlich an uns Verbraucher weitergeben (durch erhöhte Preise ihrer anderen Produkte), so die heute verlautbarte Erklärung.
Was genau so zu erwarten war. Schließlich leben wir nicht mehr im Mittelalter, wo jeder kaufen konnte, was ihm gerade in den Kram passt!
Das folgt mit unerbittlicher Konsequenz der nämlichen kruden Logik, nach der wir den Ausstieg aus der Atomkraft mit zusätzlichen Milliarden zu bezahlen haben, die wir den Energiekonzernen kompensatorisch dafür schulden, dass Sie unseren Planeten auf Jahrtausende hinaus verseucht haben.

Ich wünsche mir die selige Zeit der Pferdegespanne zurück. Nicht nur, dass man den braven und sparsamen Kleppern zu Fressen geben konnte, was man wollte – nein, auch höchst vortreffliche, umweltverträgliche und wachstumsfördernde Wurfgeschosse lieferten sie uns frei Hand. Pferdeäpfel – Feuer frei!

Hier zur Vergewisserung der berechtigten Empörung nochmals die gültige Gesetzeslage. Widerstand ist das Gebot der Stunde!

“Und es begab sich aber, dass ein Gebot vom Obersten Rate ausging, umfassend die E10-Gebote, als da lauten:”

Die E10-Gebote

1. Du sollst nicht denken
2. Du sollst nicht tanken:
- Anderen Sprit, als man Dir vorsetzt
- Billigeren Sprit, den man Dir anbietet
(vor allem nicht im benachbarten Ausland!)
- Besseren Sprit, der die Umwelt, Dein Auto und Dein Budget weniger belastet
3. Du sollst mehr E10 tanken, und dadurch:
- mehr Steuern zahlen
- die Volkswirtschaft ankurbeln, indem Du Dein Auto ruinierst
- die verfehlte Regierungspolitik sanktionieren
4. Du sollst nicht Infragestellen die Kompetenz von Experten, Spezialisten, Monopolisten und Lobbyisten im Auftrage und in Diensten der allwissenden Regierung
5. Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Jeep, SUV, Benzinkanister, Beifahrerin, noch alles, was Sein ist
6. Du solltst den Namen Deiner Volksvertreter ehren und lobpreisen in alle Ewigkeit, Amen
7. Du sollst eigentlich jeden Sprit schlucken, der Dir vorgesetzt wird, und dafür froh und dankbar sein
8. Du sollst nicht Preisbrechen
9. Du sollst gefälligst jeden geforderten Spritpreis mit jeder noch so hanebüchenen Steuer-Erklärung akzeptieren und bezahlen, gestern, heute und in alle Ewigkeit, Amen
10. Du sollst nicht aufmucken (siehe 1. bis 9.)

© Anus Dei 26.08.2011 Siegfried Galter

AUSGEHECKT! Was wirklich hinter EHEC steckt…

Dienstag, Juni 7th, 2011

„Ich bin ja so verschossen – in Deine Sojasprossen“ Das war einmal. Ade Du schöne heile Welt des Vegetarismus. Jetzt haben wir den Salat: eiskalte Killertomaten, vergiftete Schlangengurken, tückische Trieblinge jagen uns angstvolle Schauer durch den zusammengekrampften Magen und trachten dem arglosen Verbraucher nach dem Leben.

Es grünt so grün, wenn die Phobien blüh''n ...

Es grünt so grün, wenn die Phobien blüh`n ...

EHEC erhebt sein mörderisches Haupt. Schon ranken sich die wildesten Gerüchte, und verwegenste Verschwörungstheorien treiben ihre obskuren Blüten: Schlichte Hygieneschlamperei, Gülle-Terroristen oder neueste Biowaffen aus dem undichten Genlabor? In dem zusehends dichter werdenden Dschungel aus Vermutungen, Verdächtigungen und Fehlinformationen wird es immer schwieriger, das Offensichtliche wahrzunehmen. Denn wie bei jeder menschengemachten Krise stellt sich doch zuallererst die Frage: Wem nutzt es? Nun, sicher nicht den bereits festzustellenden Opfern und Todesfällen, die es beklagenswerter Weise schon gibt und noch geben wird.
Dabei gibt es doch, bei einigem Nachdenken, nur eine sinnvolle Erklärung für den gerade grassierenden EHECTIZISMUS. Aber warum checkt das denn keiner? Oder haben hier alle Tomaten auf den Augen?
Also, dann ganz langsam zum Mitdenken: Gerade erst hat die ökobeseelte Bürgerbewegung der Atomlobby den Saft abgedreht, oder zumindest kräftig die Rendite verwässert. Grün ist allenthalben auf dem Vormarsch, und wird womöglich noch andere Lobbyistenbranchen empfindlich treffen. Na, schon eine Idee? Wie wär´s denn z.B. mit der Chemieindustrie. Oder Pharma? Oder Verpackungsindustrie? Oder Lebensmittelindustrie? Oder? Oder? Denen geht doch jetzt der Allerwerteste so richtig auf Grundeis, oder? Wenn hier erst einmal die grüne Revolution ins Rollen kommt, bleibt denen doch in diesem Lande kein Schein mehr in der Tasche. Oder? Davor haben die jetzt so richtig Angst. Oder? Deshalb gibt’s jetzt die EHEC-Phobie, jawohl. Die erwischt die Grünzeugfresser dort, wo es ihnen am wehesten tut: An Ihrer kerngesunden und ideologiegesättigten Öko-Plauze nämlich. Vielleicht ist einigen ja aufgefallen, dass es vor allem Bio-Erzeuger und -Produkte waren, die (wenn auch bisher unbewiesener Maßen und fahrlässig voreilig) als mögliche EHEC-Verbrecher oder -Verteiler gebrandmarkt wurden?
Bio-psychologische Kriegführung nennt sich das: Erst wird die Grün-Phobie implantiert, dann wird sie epidemieartig auf die Grünen-Phobie ausgeweitet. So läuft die Chose, liebe Leute.
Indem sie die Grundwerte und die Moral der Öks fundamental erschüttert, genau dort, wo sie sich tagtäglich ihre Saubermannsmoral auffrischen: IM REFORMHAUS.
Aber wenn das Reformhaus erst verseucht ist, gibt’s auch keine Reformen mehr, so einfach ist die Rechnung.
Grün = Bio = Gefährlich! Gülle = Bio = Pfui! Chemie = Sauber = Gesund! Pharma = Sicher = Gut! Usw.usf.
Da soll mal kein unheimlicher Verdacht aufkeimen oder die Fantasie ins Kraut schießen?

„Erst kommt das Fressen, und dann kommt die Moral.“ Soweit die ewiggültige Erkenntnis des alten Berthold Brecht. Und nach der werden die Grünen und ihre sauberen Sympathisanten jetzt fraktionsweise vom Glauben abfallen, wetten dass? Und sie werden endlich die unleugbaren Vorteile von industriellem Fast- und Fertigfood, antibiotischer Massenprophylaxe, keimfrei in Plastik verschweißter Massennahrung und gentechnisch einwandfrei unbedenklicher Nahrungsmittel schätzen lernen.
Nur: was macht der Normalo, der einfach nur seinen Vitaminhaushalt auf herkömmliche und natürliche Art im Gleichgewicht halten will? Da müssen wir jetzt durch! Jede Revolution fordert ihre Opfer, und die Gegenrevolution noch viel mehr!
Bis dahin gilt die alte Regel; „An apple a day keeps the doctor away!“ Warum? Ganz einfach: Äpfel wachsen auf dem Baum, und kein Rindvieh scheißt so hoch, noch nicht einmal mit Dünnpfiff. Vom Verzehr von Fallobst wird allerdings nachdrücklich abgeraten. Ebenso wie von halbgaren Rindviechern.

(c) Siegfried Galter, 07.06. 2011

Die grüne Revolte überrollt unser Land!

Montag, März 28th, 2011

Der Grüne Tsunami überrollt uns alle!

Der Grüne Tsunami überrollt uns alle!


Viele hatten es geahnt, manche hatten es vorausgesehen, noch mehr hatten die warnenden Stimmen nicht hören wollen, jetzt ist es Realität: Der Alptraum des saturierten Konsumbürgertums hat sich über Nacht bewahrheitet. Die scheinbar massivste, und als uneinnehmbar angesehene Regierungsfestung der Gutbürgerlichkeit, das brave Schwabenländle, wurde nach fast 60 Jahren geschleift und ihre bisher unangefochten herrschenden Burgherrn in die Wüste geschickt.
Die revolutionäre Strömung, in der arabischen Welt entfesselt (ex oriente flux), hat sich zur zerstörerischen Kraft eines Tsunami aufgetürmt, und überrollt nun unaufhaltsam das christlich-demokratische Abendland.
Wie sich die Bilder gleichen: Hier die Schlacht um den Stuttgarter Bahnhof, dort die grünen Revolutionstruppen der iranischen Opposition in Teheran. Dort die erbarmungslos gegen die grünen Horden vorgehende Staatsgewalt, hier eine rücksichtslos den erbitterten Bürgerzorn zurückschlagende Exekutive. Mittlerweile sind die Wasserwerfer abgezogen, weil sie zu Kühlzwecken in Fukushima eingesetzt werden sollen – allein – das Mütchen eines aufgebrachten Bürgertums vermochten sie nicht wirklich nachhaltig zu kühlen.
Mit erschreckenden Folgen: Die Kernschmelze christlich-liberaler Werte hat längst eingesetzt, und eine unheilvolle, weil nicht mehr steuerbare Kettenreaktion scheint nicht mehr aufzuhalten. Hektisch von der noch amtierenden Bundesregierung eingesetzte Expertenkommissionen können sich momentan nur auf eine Bestandsaufnahme und Schadensbegrenzung der erdrutschartigen Umwälzungen beschränken. Es steht aber zu befürchten, dass die Strahlkraft des Ereignisses vom 27. März 2011 noch unabsehbare Folgen zeitigen könnnte. Zu spät gab es Konsultationen mit dem iranischen Machthaber Ahmadineschad, um vielleicht von dessen Expertise in der erfolgreichen Kanalisierung revolutionärer säkularer Strömungen zu profitieren. Zumal der amtierenden CDU-Regierung längst der christlich-fundamentale Unterbau abhanden gekommen war.
Doch wie sieht jetzt die Zukunft aus? Wie lässt sich die grüne Revolte noch aufhalten?
Die noch amtierenden Machthaber in Berlin sind ratlos. Es wurde bereits erwogen, den nationalen Notstand auszurufen, um mit einer entsprechend legitimierten Notregierung den Wirtschaftsstandort Deutschland vor dem endgültigen Verfall in Anarchie und ideologisch motiviertes Chaos zu bewahren. Mittlerweile bereiten sich die so unverhofft erstarkten Revoluzzer auch an der medialen Front darauf vor, ihren Machtanspruch unmissverständlich anzumelden: Über die weltweite Vernetzung aller revolutionären Kräfte wird Propagandamaterial verbreitet und eine grün-fundamentalistische Weltherrschaft angestrebt: http://www.pegah-ferydoni.de.tl/The-Green-Wave.htm

Gnade Gott uns allen (und Allah ebenso)!

© Siegfried Galter, 28.03.2011