Archive for the ‘Identitätskrisen’ Category

Und woran glaubst Du so? (X)

Freitag, Januar 30th, 2015

SurvivorIch glaube an die Überlegenheit. An die Überlegenheit der menschlichen Rasse, um genau zu sein. Es gibt keine andere Spezies auf diesem Planeten, die dem Menschen ebenbürtig wäre. Aus gutem Grund.
„Macht Euch die Erde untertan!“ So steht es sogar schon in der Bibel. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, das steht fest. Dabei sah das anfangs gar nicht danach aus. So sind die äußeren Schutzmechanismen der menschlichen Rasse nicht besonders ausgeprägt, und der frühe Homo Sapiens sah sich dadurch den Unbilden und Gefahren der Elemente und Nahrungskonkurrenten relativ stark ausgesetzt. Er hat kein Fell, keine Reißzähne, keine scharfen Krallen, kann nicht besonders gut schwimmen, kann nicht fliegen, er ist nicht besonders groß, kräftig oder wehrhaft. Aber er ist intelligenter und aggressiver als alles, was sich sonst auf diesem Erdball regt. Dadurch hat der Mensch die Fähigkeit entwickelt, in nahezu allen Klimazonen der Erde Fuß zu fassen, sie bis ins letzte unberührte Fleckchen zu erschließen, zu besiedeln und auszubeuten, und damit andere Arten und Konkurrenten kompromisslos zu verdrängen. Jetzt schickt er sich gar an, den Weltraum auszuloten und für menschliches Leben zu erobern. Er hat Eiszeiten und Katastrophen kosmischen Ausmaßes überlebt, denen andere, scheinbar besser ausgestattete Spezies nicht gewachsen waren. Seither musste eine apokalyptisch anmutende Anzahl an Lebewesen auf diesem Planeten dem Menschen Platz machen. Die Dinosaurier sind ausgestorben, die Mammuts sind ausgestorben, die Säbelzahntiger sind ausgestorben, jeden einzelnen Tag sterben geschätzt weitere 150 Tier- und Pflanzenarten aus. An die 10.000 Arten stehen aktuell an der Schwelle zur Ausrottung. Nur der Mensch lebt weiter. Nein, nicht nur das, er vermehrt sich in ungeahntem Ausmaß. Denn auch das ist eine der unwiderstehlich starken Seiten seiner einmaligen Erfolgsgeschichte. Anders als bei den meisten Warmblütern ist der menschliche Reproduktionszyklus nicht an Brunftzeiten gebunden, und so kann die Vermehrung der menschlichen Rasse praktisch ununterbrochen stattfinden. Aktuell gibt es über 7 Milliarden Menschen, und laut einer UN-Prognose zur Entwicklung der Weltbevölkerung wird diese bis zum Jahr 2100 auf 10,1 Milliarden anwachsen. “Seid fruchtbar und mehret Euch!” Auch diesen biblischen Auftrag hat der Mensch mustergültig erfüllt. Das bedeutet, dass sich unsere Zahl allein in den letzten 100 Jahren nahezu verdreifacht hat! Sieben Milliarden, das ist eine Zahl mit neun Nullen, die für ebenso viele Menschen steht, mit ebensovielen Mäulern, die es zu stopfen gilt, Tag für Tag für Tag. Und sie alle verfügen heute über ausreichend Nahrung und Energie, um sich weiter zu vermehren und auszubreiten. Wenn das kein Beweis unserer absoluten Überlegenheit ist! Charles Darwin hatte recht mit seiner These: Nur die überlegene Spezies wird überleben. Und das ist nun einmal der Mensch. Eine Erfolgsstory der Evolution. Sie wird fortgeschrieben werden, wir werden weiter leben, auch wenn es eines schönen Tages kein anderes Leben mehr geben sollte auf diesem Planeten als das menschliche - es kann ja auch gar nicht anders sein. Das ist mein fester Glaube an die Zukunft. Wir werden es zwar nicht mehr erleben, aber Sie werden sehen, dass ich recht behalte! (frei nach: Ernst Elias Niebergall)

(vorläufiges Ende der Erfolgsstory)

© Siegfried Galter 30. 01. 2015, Bildquelle: Wikipedia

Und woran glaubst Du so? (IX)

Donnerstag, Januar 29th, 2015

Brave new worldDarauf gibt es nur eine sinnvolle Antwort: Die Vernunft. Ich glaube an die Macht der Vernunft. Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, so viel steht fest. Und es gibt heute schon viele Menschen wie mich, die den anschaulichen Beweis dafür liefern, dass ein vernunftgesteuertes Leben nicht nur möglich, sondern die einzig sinnvolle humane Existenzform ist. Denn was das Beste für alle ist, das ist auch das Beste für das Individuum, so einfach ist das. Das behaupten auch die Religionen, ich weiß. Aber die Religion, jede Art von Religion, basiert auf dem Glauben, also der reinen Unvernunft. Deshalb glaube ich nicht nur an die Vernunft, sondern ich weiß, dass sie der einzige Weg ist.

Denn sie ist die einzige Kraft, die ihre Macht aus der Überlegenheit des Intellekts über den impulsgesteuerten Instinkt, den blinden Reflex, den tumben Trieb schöpft. Diese Reste einer überkommenen archaischen Lebensform müssen wir endgültig überwinden, ja, restlos ausmerzen, damit wir endlich in das segensreiche Zeitalter der ultimativen Vernunft vorstoßen können.
Gefühle sind schädlich, aber eliminierbar. Bedürfnisse sind vorhanden, aber einzuschränken. Fantasien sind gefährlich, aber steuerbar. Ängste sind kontraproduktiv, aber beherrschbar (die Erzeugnisse der modernen Pharmazie bieten hier unendliche Möglichkeiten). Wissen ist essenziell, und daher streng zu überwachen. Information ist kostbar, und daher verantwortungsvoll zu selektieren. Ressourcen sind knapp, und daher streng zu rationieren. Gewalt ist keine Option, ausgenommen natürlich als Erziehungsmittel aus Staatsräson. Freiheit ist eine Bedrohung, und deshalb abzuschaffen. Besitz ist kollektiv, und damit in Treuhand. Das Individuum ist ersetzbar, und somit kollektivierbar. Humanismus ist sentimental, und deshalb überflüssig. Schmerzen jedoch sind notwendig, und deshalb vernünftig. Sie zeigen uns, wo es noch knirscht im Apparat, wo noch Handlungsbedarf besteht, und Erziehungsbedarf: bei allen, die sich der Vernunft widersetzen – sei es aus schierer Dummheit, Böswilligkeit oder aus purer Ignoranz. Wir werden sie mit den Mitteln der Vernunft zur Vernunft zu bringen wissen. Glück ist eine Illusion, aber es wird eine Funktion der Vernunft sein.

Es ist unsere menschliche Pflicht, die unkontrollierten Kräfte des Chaos in eine sinnvolle und geordnete Struktur zu zwingen. Denn alles sonst auf und außerhalb unseres Erdballs ist doch dem Chaos unterworfen: die Natur, die Elemente, der gesamte Kosmos. Nur der Mensch hat die Fähigkeit, dieser verstörenden und verheerenden Unordnung entschlossen entgegen zu treten. Dafür verfügt er über das Geschenk der Erkenntnis. Das ist sein wahres Humankapital. Nicht umsonst steht er an der Spitze der Evolution. Genau daraus erwächst ihm seine Verantwortung für das Große Ganze. Dafür schafft der Mensch Regeln, dafür hat er Instrumente wie die Mathematik, die Physik, die Medizin, die Technologie usw. entwickelt und auf höchstes Niveau gebracht. Alles lässt sich mit Vernunft regeln, mit Vernunft lösen, der Vernunft unterwerfen, daran glaube ich. Wir werden sein ein einig Volk von Brüdern und Schwestern. Vereint unter der alles zwingenden Macht der Vernunft, die wir zum allgemeingültigen, ultimativ einzuhaltenden Gesetz erheben werden. Es wird ein langer schmerzhafter Prozess werden, alle Menschen zu ihrem Glück zu bekehren. Schließlich regiert die Unvernunft schon zu lange ungehemmt auf unserem Planeten - schauen Sie sich nur einmal um! Dennoch wird die Vernunft obsiegen, das ist meine feste Überzeugung. Geschichte ist unumkehrbar, deshalb ist die Perspektive im erleuchteten Zeitalter der Vernunft ausschließlich in die Zukunft gerichtet. Es wird womöglich noch lange dauern, und es wird nicht ohne Opfer abgehen, aber den Gesetzen der Vernunft werden wir uns nicht entziehen können. So viel ist gewiss.

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 29. 01. 2015

Und woran glaubst Du so? (VIII)

Mittwoch, Januar 28th, 2015

DatentodWas für eine Frage! In welcher Epoche leben denn Sie! Jeder Mensch, der nur einen Funken Verstand in seinen verkümmerten biologischen Schaltkreisen hat, dem muss doch eigentlich klar sein, dass die Daten unsere Welt bestimmen.
Und das nicht erst seit gestern. Jeder, der das nicht begreift, ist für mich von Vorvorgestern. Ja, ich glaube absolut an die Allmacht der Daten. Sie sind überall und jederzeit. Und sie werden überall und jederzeit erhoben, ausgewertet und optimiert. Über alles und jeden. Wer die Daten hat, hat die Macht! Aber so einfach ist es natürlich nicht. Denn wir alle, jeder von uns, und das betrifft auch die Allermächtigsten - wir sind letztlich nichts anderes als eine Ansammlung verwertbarer Daten, naja, die meisten von uns jedenfalls. So mancher Datensatz ist auch reiner Müll, das stimmt schon. Aber auch deshalb ist der Glaube an Daten für mich nichts anderes als Pantheismus, auf zeitgemäße Art, versteht sich. Sie sind in uns, sie sind um uns, und sie bestimmen unser aller Leben, ob wir das wollen, ob wir daran glauben oder nicht. Insofern ist es natürlich intelligenter, daran zu glauben, denn sonst ergeht es einem wie einst dem ungläubigen Thomas aus der Bibel: Unglaube schützt vor Bekehrung nicht! Und die kann manchmal schmerzhaft sein.

Seien wir doch ‘mal realistisch. Wir sind doch alle längst bekehrt! Ja selbst die wahnsinnigen Fundamentalisten Allahs sind in Wahrheit doch schon längst konvertierte Datenjünger! Die haben’s bloß noch nicht begriffen, aber was will man auch erwarten, nachdem man die sozusagen vom Nomadenzelt in die Neuzeit bombardiert hat. Brave New World war ein lauwarmer Furz dagegen. Und was machen die? Die haben die unwiderstehliche Macht der wahren Daten-Gottheit erkannt, selbst wenn sie sich jetzt noch nicht wirklich zu ihr bekennen können. Die leben ihren neu gewonnenen Glauben hemmungslos aus, indem sie ihren alten als Vehikel und Rechtfertigung benutzen. Sie glauben daran, dass die datengestützte Welt eine Welt nach Allahs Wille ist, sonst würden sie ja nicht das Internet, modernstes Kriegsgerät, westliche Waffentechnik und digitale Kommunikationsmittel für ihren verwerflichen Feldzug benutzen. Und gleichzeitig fürchten sie den Datengott, ja, das tun sie, denn natürlich sind die über Daten auch identifizierbar und können im digital gestützten Drohnenkrieg ruckzuck dingfest und unschädlich gemacht werden. Das hat schon etwas von einem göttlichen Strafgericht, wenn aus heiterem Morgenland-Himmel urplötzlich der tödlich strafende Finger Gottes auftaucht. Game over! Dass es dabei auch eine gewisse Unschärferelation gibt, der immer wieder harmlose Hochzeitsgesellschaften und massenweise unbescholtene Zivilisten zum Opfer fallen, liegt hauptsächlich in deren eigener Schuld. Wenn die sich freiwillig identifizierbar gemacht und brav ihre Lebensdaten abgeliefert hätten, so wie wir alle das längst bei Fakebook, guuckstDu und Konsorten machen, dann wäre denen sicher überhaupt nichts passiert! Denn Gott ist groß, und Zuckerberg, Gates und Jobs sind seine wahren Propheten. Aber der Datengott ist zwar allmächtig, aber er ist, wie alle Götter, auch gnadenlos neutral – und das wird nicht allen und jedem jederzeit gerecht. Und so können zwischen den Myriaden von Einsen und Nullen des Digitalcodes auch ein paar Irrläufer oder Dubletten zu fatalen Fehlschaltungen und Irrtümern im allgewaltigen Big Data-Datengericht führen. Deshalb stehen wir alle, jeder einzelne von uns, auch ständig auf der göttlichen Abschussliste. Es ist wie im richtigen Leben: Schwupps! Datensatz gelöscht. Game over! Reset? Impossible. Fatal Error 0815 has occurred! R.I.P. Denn siehe, die Wege der göttlichen Algorithmen sind unerforschlich. Was bleibt, ist das unwiderrufliche Datum des individuellen Todestages - Amen.

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 28. 01. 2015




Und woran glaubst Du so? (VI)

Montag, Januar 26th, 2015

Nur die Liebe lässt uns lebenDie Liebe! Der glühende Glaube an die Macht der reinen Liebe durchströmt mich mit jeder Faser. Die Liebe ist es doch, die unser Dasein mit Sinn und Leben erfüllt! Nur die göttliche, allumfassende Liebe gibt uns die Kraft und die Gewissheit einer erfüllten Existenz! Sie ist die Himmelsmacht, die uns das Paradies auf Erden beschert! Liebe ist alles, und ohne die Liebe ist alles nichts. Sie ist der Gott, dem ich huldige, denn Gott ist Liebe. Und nur dank seiner universellen göttlichen Liebe können wir überhaupt Mensch sein. Liebende Menschen!
Natürlich gibt es jede Menge Menschen, welche der Liebe nicht teilhaftig sind. Sie sind fern von Gott. Gerade sie sind es, die unserer Liebe besonders bedürfen.
Ihnen wollen wir mit liebender Mitmenschlichkeit begegnen. Ihnen wollen wir in ihrem Elend entgegen gehen. Ihnen wollen wir unsere liebende Hand reichen, um sie aus dem Sumpf der Lieblosigkeit zu erretten. Wir werden sie umfangen, wir werden sie umsorgen, wir werden sie erwärmen mit unserer selbstlosen Liebe. Wir werden sie einhegen, wir werden sie überschütten, wir werden sie überwältigen mit dem Überschwang unserer unendlichen Liebe! Ja, wir werden ihren Hass, ihre Missgunst, ihre Verzweiflung, ihren Wahn mit Liebe ersticken. Wir werden ihre Gier, ihre Gewalt, ihre kalte Gleichgültigkeit im warmen Meer unserer Liebe ertränken. Wir werden ihre Zweifel und ihre Ängste hinwegschwemmen mit einem Strom von Liebe. Wir werden ihnen Brücken bauen aus lauterer Liebe, die sie hinausführen aus der Verzweiflung und der Hoffnungslosigkeit. Wir werden sie einschließen in unser Gebet und in unsere Gemeinschaft, auf dass sie die Macht der Liebe erfahren und sich ihr nie wieder entziehen können. Wir werden ihnen die zarte Fessel der Liebe anlegen, derer sie sich nie wieder werden entledigen können. Wir werden sie die Gesetze der Liebe lehren, auf dass sie sich ihnen widerstandslos und willig unterwerfen mögen. Wir werden über sie wachen in liebender Fürsorge. Wir werden ihnen das Brandzeichen der Liebe einbrennen in ihre lieblosen Herzen. Und sie werden uns dafür wiederlieben, weil sie gar nicht anders können. Weil ihnen die allmächtige Liebe keine Wahl lässt, als sich für sie, und damit für uns Liebende zu entscheiden. Uns, die wir alle nur Werkzeuge sind in ihrem allmächtigen göttlichen Auftrag und Willen. Und so sollen, so werden auch sie die überwältigende Macht der Liebe am eigenen Leibe erfahren, sie werden der frohen Botschaft teilhaftig, und so werden sie selbst zu lebensfrohen und lebensbejahenden Botschaftern der Liebe werden. Nur die Liebe lässt uns leben, und wir lassen nur Diejenigen leben, die wir lieben, so einfach ist das Leben. Halleluja!
- Amen.

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 26. 01. 2015

Und woran glaubst Du so? (IV)

Donnerstag, Januar 22nd, 2015

Die Fratze hinter PegidaWoran ich glaube? Das geht niemanden etwas an. Mein Glaube ist ganz allein meine Privatsache. Aber woran wir glauben, das kann ich Ihnen sagen. Wir sind schließlich das Volk! Unser Glaube ist fest verankert im Vaterland. Also in Deutschland. Und im Abendland natürlich. Dem Abendland mit seinen einmaligen und überlegenen Werten. Welche Werte das sind? Tja, wenn Sie das nicht wissen! Unsere abendländischen Werte halt! Freiheit, Recht auf Arbeit undsoweiter? Was noch? Naja, da muss ich kurz überlegen, unsere gesamte deutsche Kultur halt, mit Sprache, Religion und so. Sind Sie auch so einer von der Lügenpresse, die alles hinterfragen und schlechtreden, ja? Hau ab, Mann! Frag’ jemand anderes, sonst gibt’s eins auf die Fresse!

Hallo, ich sag’s Ihnen, um welche Werte es uns hier geht! Das können alle hören! Vor allem die, die’s nicht hören wollen, und die lieber wegschauen, wenn es um die Bewahrung unserer deutschen Wertkultur geht. Die wird nämlich gerade unterwandert von diesen ganzen Ausländern, die in ganzen Heerscharen hier bei uns einfallen! Nicht nur in Deutschland! Diese Muslime kommen ja von überall her, und denken, die könnten hier bei uns ihren islamischen Staat errichten! Moscheen bauen! Islam unterrichten! Die haben doch keine Ahnung von unserer Religion und den christlichen Werten! Die haben doch keine Kultur! Die kennen ja noch nicht ‘mal die arabischen Zahlen, und mit lateinischen Schriftzeichen können die rein gar nicht anfangen, diese Kameltreiber mit ihren komischen Hydro…, Hyro…, Hyroglinxbums, na, Sie wissen schon. Hier hört man ja kaum noch ein deutsches Wort, wenn man einkaufen geht. Nur noch Vermummte und verschleierte Muftis. Alles potenzielle Terroristen. Das brauchen wir hier nicht in Deutschland! Und dann gewährt man denen auch noch Asyl und baut ihnen Unterkünfte, damit die da in aller Seeelenruhe ihre Terrorzellen einrichten können! Wir haben ja gesehen wohin das führt in Paris! Dafür sind wir nicht auf die Montagsdemos gegangen, damals in der DDR! Die da oben interessiert es doch einen Dreck, wie es dem deutschen Volk geht!

Pegida, Legida, Bagida, Negida, das ist doch erst der Anfang! Heute marschieren wir in Dresden, morgen in Leipzig, in Hamburg, in Berlin, und wir werden so lange weiter marschieren, bis man uns nicht mehr ignorieren kann. Vielleicht marschieren wir übermorgen auch in Paris, in Warschau, in Rom, von mir aus auch in Moskau, wenn’s nicht anders geht!
Wir werden marschieren für unsere deutsche Freiheit, für unsere völkische Einheit, und für die Freiheit von allen, die sich uns anschließen und nicht einfach stillhalten wollen. Und wir marschieren gegen alle, die sich uns in den Weg stellen, das ist unser demokratisches Recht. Und am Ende des Tages geht im Abendland vielleicht die Sonne unter, aber bestimmt nicht das Abendland! Das ist es, woran ich glaube! Und jetzt marschieren Sie gefälligst mit oder verschwinden Sie! Wir sind das Volk! Wir sind das Volk! Wir sind das Volk!

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 22. 01. 2015

Und woran glaubst Du so? (II)

Dienstag, Januar 20th, 2015

Gesichter des TodesIch glaube an die Erleuchtung. An die Macht des Lichts. An die Wärme und die Leuchtkraft der Liebe. Denn Licht ist Liebe und Liebe ist Macht und Macht ist Gott. Also glaube ich an den Gott des Lichts. Gott ist Licht und er ist die Unschuld und die Reinheit und die Klarheit in Ewigkeit, so ist es. Denn das Licht trennt uns von der Finsternis. Und die ist das Böse.
In wem das Licht leuchtet, der ist wahrhaft erleuchtet, und in wem die Finsternis herrscht, der wird beherrscht von dem Bösen. Deshalb sollten wir danach streben, das Licht zu erschauen, die Erleuchtung zu erlangen, und uns von der Finsternis abzugrenzen. Es ist an uns, das Licht hinaus in die Welt zu tragen, auf dass sie erleuchtet werde! Auf dass die Finsternis vergehe und mit ihr das Böse! Deshalb verhüllt nicht Euer Angesicht, sondern bietet es dem Herrscher dar – immerdar!
Wendet Euch zum Licht, das uns leuchtet aus dem Land der aufgehenden Sonne! Wendet Euch zum Licht, das uns leuchtet aus den Worten der Weisheit und der Erkenntnis! Wendet Euch zum Licht, welches uns dargereicht wird durch die Existenz der Erleuchteten! Wendet Euch zum Licht, das uns Erlösung verspricht! Tretet heraus aus dem Schatten des Bösen, der uns umfängt in der Nacht der Finsternis! Tretet hinaus in das Licht! Tretet hinein in den Kreis der Erleuchteten!
Wer aber sich abwendet, wer sein Haupt verhüllt und seine Sinne böswillig abschottet, wer den Mächten der Finsternis Raum gibt, der ist des Teufels! Sondert Euch ab von jenen, die der Macht der Finsternis huldigen, denn sie sollen in ewiger Dunkelheit verenden.
Ihr aber, die ihr Euch dem Leben, dem Licht und der Leuchtkraft der Liebe geöffnet habt, richtet Euren Strahl hinaus in die Welt, auf dass alle gerichtet werden, welche die Augen böswillig verschließen vor dem ewigen Reich des Lichts!
Wir aber sind angetreten, die Mächte der Finsternis zu bekämpfen, und mit ihnen alle, die sich in der Dunkelheit verbergen. Wir werden sie herauszerren aus ihrem finsteren Versteck, um sie dem Licht der Erkenntnis preiszugeben. Wir werden sie entzünden mit dem göttlichen Funken der Macht und der verzehrenden Kraft allumfassender Liebe. Wir werden sie verbrennen mit dem Leuchtfeuer der Wahrheit. Wir werden das Böse aus ihnen herausbrennen und die Wurzel des Übels ausmerzen. Wir werden ihre ruchlosen Augen blenden, denn das ist das Schicksal der Verblendeten: Sie sollen nur mehr angesichtig werden der Finsterins, die sie verherrlichen. Und so werden sie verharren in ewiger Finsternis, und die Finsternis wird geschieden sein vom Licht. Und es wird sein Licht, und die Schatten des Bösen werden gebändigt sein, ein für alle Mal. Und die Welt wird sein ein Ort des Lichts und der Erleuchtung und des Friedens und der Liebe.
Und wenn wir eines Tages hinübergehen, dann treten wir ins Licht. Und es wird uns umfangen, und wir werden es erschauen und wir werden selbst zum Licht werden, in erleuchteter Seligkeit, in Ewigkeit - Amen.

(wird fortgesetzt)

© Siegfried Galter 20. 01. 2015

La Jolie et la bête oder die Schönheit und das Biest

Freitag, Mai 17th, 2013

Angst essen Schönheit aufStets sieht sich die Schönheit durch das Häßliche gefährdet. Ebenso wie die Freiheit durch die Beschränktheit, oder die Ruhe durch den Aufruhr, die Gesundheit durch Krankheit. Der Frieden durch den Krieg. Die Gewissheit durch die Ungewissheit.
Genauso wie das Leben durch den Tod.
Keine Existenz ist denkbar ohne ihre elementare Gefährdung oder Infragestellung.
Und wir leben in unsicheren Zeiten, das ist gewiss. So gewiss wie die Statistiken, mit deren Hilfe wir uns wenigstens dieser Tatsache zahlenmäßig verbrieft versichern können.
Rauchen gefährdet unsere Gesundheit. Ebenso wie falscher oder übermäßiger Konsum nahezu aller anderen körpergängigen Substanzen und Verfahren, sei es Fleisch, Fett, Alkohol, Zucker, Medikamente und Drogen oder auch nur natürliches Sonnenlicht.
Von allen anderen Schadfaktoren, über die wir keine Kenntnis oder noch keine gesicherte Erkenntnis haben, einmal abgesehen.
Hält die statistisch belegte Schädlichkeit oder Gefährdung irgendeinen Nikotin-, Drogen-, Alkohol-, UV-, oder Fressjunkie davon ab, weiter an dieser selbstzerstörerischen Verhaltensweise festzuhalten? Selten genug. Wir verbrüdern uns mit unseren Todfeinden, umarmen sie innig und nehmen fatalistisch ihre statistisch signifikante und millionenfach erprobte Letalität in Kauf.
Gleichzeitig kämpfen wir verzweifelt gegen den sichtbaren Verfall, sei es mit Hilfe von Kleidung, Kosmetik oder Körperoptimierung bis aufs Messer - mit Selbstkasteiung, Chirurgie und und Alchemie.

Depression sei die Krankheit zum Tode, heißt es. Ich glaube, die Krankheit zum Tode heißt Todesangst. Sie lässt uns die aberwitzigsten Dinge tun, um dem Unvermeidlichen nicht ins Auge blicken zu müssen. Der Gegner hat uns längst umzingelt, der Sensenmann ist allgegenwärtig. Der Mensch ist des Menschen erbittertster Feind. Und am gefährlichsten ist der Feind in uns selbst. Ein heimtückischer Schläfer lauert in uns auf die Gelegenheit, uns mit körpereigenen Waffen hinterrücks niederzuringen. Krebs, die beängstigende Fratze jeder Horrorvision vom eigenen Ableben. Und jetzt also auch die eigenen Gene. Heute haben wir endlich die Erkenntnismöglichkeiten, den Beweis, und damit auch die Gewissheit: unsere eigenen Gene arbeiten gegen uns!
Wie es Gerhard Polt einmal so trefflich auf den Punkt brachte:
„Wenn die Gene erstmal versaut sind, helfen auch keine Prügel mehr!“
Aber in der modernen Chirurgie haben wir einen mächtigen Verbündeten! Wenn die statistische Wahrscheinlichkeit, an einer bestimmten Krebsart zu erkranken, genetisch quasi vorprogrammiert ist, dann operieren wir das hinterfotzige Teil einfach heraus, bevor eine entartete Zelle auch nur „Piep!“ sagen kann, und ersetzen es notfalls durch eine optimierte und harmlose Nachbildung.
So eine über 80-prozentige, statistisch abgesicherte Erkrankungswahrscheinlichkeit kann einem natürlich eine Scheißangst einjagen, gar keine Frage. Oh unglückselige Angelina, Dein Engelsgesicht soll den grausen Tod nicht schauen. Da heißt es knallhart kalkuliert handeln. Der Krebs oder ich. Den Feind vernichten, bevor er noch aus den Schützengräben ‘rauskommt. Das Biest muss sterben! Die Schönheit soll leben! Silikon statt Karzinom.

Unsere Todeswahrscheinlichkeit beträgt exakt 100 %. Massenhafte Präventiv-Selbstentleibung wäre angesichts dieser überwältigenden und statistisch unleugbaren Gewissheit das aktuelle Gebot der Stunde.
Wem das zu radikal ist, der kann ja, sozusagen als sorgsam abgestimmte „flexible response“ auf die statistisch vorliegende individuelle Gefährdungslage, nach und nach die Gefahrenherde eliminieren, indem er sich peu à peu von den in Frage kommenden Organen und Körperteilen trennt. Auf chirurgischem Wege, versteht sich, und unter begleitender Obhut von Spezialisten des Vertrauens. Heute die Prostata, morgen die Leber, dann später vielleicht noch Teile des Magens, suspekte Brüste, ein Fötus mit einer minderwertigen Gen-Disposition – alles muss ‘raus! Je nachdem könnte auch das Gehirn dran glauben müssen. Prävention tut Not – nichts wie weg damit, bevor es zu spät ist! Bei der Mehrheit sollte der Gewinn an potenzieller Lebensqualität den Verlust an Denkvermögen mehr als wettmachen. Bei nicht Wenigen wird sich dieser finale Eingriff mangels Masse ohnehin erübrigen. Und für unser marodes Gesundheitswesen tun sich langfristig völlig neue Perspektiven auf. Radikalprävention auf höchstem Level. Entledigt Euch! © Mai 2013 Siegfried Galter

Schavanengesang, oder: Haben oder Nichthaben - das ist hier die Frage!

Donnerstag, Februar 7th, 2013

Lügen haben lange Hälse

„Was Du ererbt von Deinen Vätern -
erwirb’ es, um es zu besitzen!“

Wie jetzt: Muss ich etwas Ererbtes neuerdings auch noch erst erwerben, um es besitzen zu können?
Haben die Sozen es jetzt doch geschafft, die Erbschaftssteuer so hoch zu setzen, dass ich mir meinen berechtigten Erbanspruch geradezu erkaufen muss?
Gemach, gemach.
Der altväterliche Spruch ist viel weniger vordergründig materialistisch gemeint, sondern fordert etwas von uns ein, das eigentlich selbstverständlich sein sollte:
Es geht einfach um verantwortungsvollen Umgang mit allem, was die Altvorderen uns hinterlassen.
Auch wer ein materielles Erbe zu erwarten hat, wird sich fragen, ob er/sie es denn antritt. Und wenn ja, so wird dieses Erbe dem eigenen Besitztum einverleibt oder anverwandelt, d.h. ich muss mich meines neuen Besitztums als Eigentümer erst noch als würdig erweisen. Nicht zum ersten- und gewiss nicht zum letzten Mal in der Menschheitsgeschichte wurden Erbschaften schnöde verschmäht oder sinnlos verschleudert.

Erst recht trifft dies auf das geistige Erbe zu:
Einen Titel bekommt man verliehen, oder man erwirbt ihn sich.
Wobei der Begriff „erwerben“ - gerade vor dem Hintergrund der aktuellen und beschämenden Doktortitel-Skandale - eine mehr als zweifelhafte Doppelbedeutung bekommen hat.

Denn natürlich versteht man in diesem Zusammenhang den Sinn des Wortes „erwerben“ nicht im merkantilen Sinne des Kaufens – normalerweise jedenfalls.
Gemeint ist, dass man sich Ämter, Würden oder Titel kraft seiner besonderen Fähigkeiten und Leistungen erwirbt, d.h. die Berechtigung erhält, die auszuüben, zu führen oder auszufüllen.
Dieser redliche Erwerb setzt natürlich auch einen redlichen Umgang mit dem geistigen Eigentum Anderer voraus. Denn wenn ich mir etwas auf unredlichem Wege aneigne, dann handelt es sich mitnichten um Erwerb, sondern um profanenen Diebstahl. Und nicht nur der/die Bestohlene ist geschädigt, sondern der gesamte Wissenschaftsbetrieb ebenso wie alle, die von einem unredlich erworbenen Dr.-Titel geblendet und getäuscht werden.

Da ist es allemal besser, sich seinen Doktortitel zu erwerben, indem man ihn einfach kauft. Denn damit wäre „nur“ der Tatbestand des Betruges erfüllt. Und darüber hinaus profitiert wenigstens einer von dem ganzen: nämlich Der- oder Diejenige, welche(r) die Doktorarbeit, zwar in unredlicher Absicht, aber unter redlicher Aufbietung von Arbeit, verfasst hat (immer vorausgesetzt, es wurde nicht abgeschrieben dabei). Sei’s drum: Bis zum unumstößlichen Beweis gilt die Unschuldsvermutung, d.h. die Weste bleibt weiss. Allerdings: schwarze Schafe gibt es allenthalben, selbst der schwarze Schwan ist zwar exotisch, aber eben doch immer wieder aufzustöbern.

Also nochmal zum Mitschreiben:

„Was Du ererbt von Deinen Vätern -
erwirb’ es, um es zu besitzen!“
Dieser Satz lässt sich also durchaus auch auf die Doktorväter münzen, deren Wissen oder Wohlwollen man ererbt. Und mit diesem Wissen und Wohlwollen gilt es verantwortungsbewusst umzugehen.
Und so wird die Frage von Haben oder Nichthaben oft zur Frage von Sein oder Nichtsein, gerade beim Dr.-Titel.
Vor allem, wenn man sich eines Erbes nicht als würdig erweist. Dann wird der Schavanengesang unüberhörbar.
Ein Narr, wem Böses dabei schwant?





© Siegfried Galter, 07.02. 2013

Das letzte Tabu

Freitag, April 20th, 2012

Der Mensch ist dem Menschen ein Schwein

„Erst wenn das letzte Tabu gebrochen, die letzte Bastion gefallen, die letzten Schranken ignoriert, und die letzte Moral zerstört ist, werdet Ihr feststellen, dass grenzenlose Freiheit nichts als tödliche Langeweile bedeutet.“

© Siegfried Galter, 20. 04. 2012, Foto: istock

GÄHN! Vom tödlichen Ennui des Erwartbaren.

Mittwoch, Januar 4th, 2012

Erzählt uns doch EINMAL `was Neues!

Erzählt uns doch EINMAL `was Neues!

Ackermann ist ein A-A-Männchen. Köhler hat hingeschmissen*. Wulff ist unhaltbar und uneinsichtig. Guttenberg ist unfähig, uneinsichtig und unaufhaltbar. Pofalla ist… wer ist nochmal Pofalla? Merkel ist alternativlos.
Westerwelle ist der Vorläufer von Rösler. Rösler ist zum Weglaufen gut. Die FDP ist ein Auslaufmodell. Rot-Grün und Grün-Rot blockieren sich gegenseitig. Die Linke ist nicht regierungskonform. Deutschland ist Weltmeister. Deutschland war Weltmeister. Deutschland wird Weltmeister.
Der Euro wird gerettet. Der Euro wird gerettet. Der Euro wird gerettet. Europa ist eine Einheit. Es gibt keine rechte Gewalt. Der Terror von links muss bekämpft werden. Multikulti ist gescheitert. Wer sich nicht integrieren will, kann jederzeit emigrieren. Wir sind Weltmeister. Wir sind Papst. Der Papst ist unschuldig. Es gibt keinen Missbrauch in der katholischen Kirche. Der Vatikan hat immer recht. Die GEZ braucht keine Wähler. Die Banken sind böse. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen. Der Wähler/die Wählerin ist politikverdrossen. Die BRD ist eine Demokratie. Die BRD ist eine Demokratie. Der Verfassungsschutz schützt uns alle. Die BRD ist alternativlos. Der Stresstest für Wutbürger ist eine deutsche Erfindung. Es gab nie eine DDR. Gorleben ist.. was war nochmal in Gorleben? Die Energiewende ist eine Erfindung der CDU. Die Asse ist abgesoffen. In Deutschland waren Nazis immer schon eine ungefährliche Minderheit. Die deutsche Automobilindustrie ist der Motor unserer Wirtschaft. Wer arbeiten will, findet auch Arbeit. Fukushima ist überall. Es gibt keinen Klimawandel. Der Klimawandel ist beherrschbar. Der Klimagipfel bleibt ergebnisoffen. Es war nicht alles schlecht im tausendjährigen Reich. Europa wird in Brüssel erledigt. Wir brauchen mehr Mobilität, also mehr Autos und Autobahnen. Der Palästina-Konflikt ist festgefahren. Die Muslime sind selbst schuld. Made in Germany ist Made in Germany. Mindestlohn ist etwas für Arme. Der Markt wird’s schon richten. Wer nichts zu verbergen hat, kann ruhig die Hosen runterlassen. Wir sind alternativlos. Wir haben 2012. War `was?

* Wer oder Was passt nicht in diese Reihe?

© Siegfried Galter, 04.01. 2012