Archive for Oktober, 2008

Aus der Krise geboren!

Mittwoch, Oktober 1st, 2008

angst“Ich glaub”, ich krieg” die Krise!”
war eine zeitlang ein geflügeltes Wort unter, meist eher vermeintlich gestressten, oder einfach nur weniger belastbaren Zeitgenossen.
“Du kriegst die Motten”, war ein etwa vergleichbarer Ausruf zu Zeiten, als “Die Krise” noch nicht in aller Munde, und die Tuberkulose (denn dafür standen sinnbildlich die “Motten”, wg. der Löcher in der Lunge) noch eine lebensbedrohliche Volkskrankheit war.
Heute haben wir zwar keine “Motten” mehr, auch wenn die TB auch in unseren “zivilisierten” Breiten schon wieder auf dem Vormarsch ist - dafür hat die Krise uns fest im Griff, und das nicht erst seit gestern. Es ist wie mit der TB - wer sie einmal hat, bekommt sie so leicht nicht wieder los, und für viele endet sie auch tödlich. Dabei hat sie viele gemeine und auch verstörende Facetten und Gesichter - hydrahaft bemächtigt sie sich der Medien, des öffentlichen Diskurses und der ganz privaten Empfindungswelt. Dabei bleibt sie seltsam abstrakt und unfassbar, zumindest so lange, bis sie sich ganz konkret im Leben jedes einzelnen Individuums festgesetzt hat und auszuwirken beginnt.

Und spätestens ab da beginnt der gnadenlose, oft bitter einsame Kampf gegen ein Phantom, das sich als umso schwerer bezwingbar erweist, je mehr man es an allen Fronten niederzuringen versucht. Denn die Krise ist überall, kein Bereich, wo man heute nicht diesem Schreckgespenst begegnete: Ob Partner-, Familien-, Energie-, Werte-, Politik-, Bildungs-, Klima-, Einzelhandels-, Banken-, Wirtschafts-, Afghanistan-, Milch-, Vertrauens-, Alters-, Identitäts-, Ethik-, Islam-, Ernährungs-, Kirchen-, Psychokrise… (bei Bedarf einfach das passende Krisen-Gebiet hier einfügen), die Krise ist DIE Errungenschaft unserer Zeit mit unerschöpflichem Wachstumspotenzial. Höchste Zeit, sich ihrer auf angemessene Art und Weise anzunehmen: Wir haben deshalb beschlossen, konsequent in die Krise zu investieren. Diese Plattform ist der Krise geschuldet und aus ihr geboren. Sie wird schon sehen, was sie davon hat.
Die Hoffnung stirbt zuletzt
“Fluctuat nec mergitur!”, die trotzige Inschrift, welche einst ins Stadtwappen von Paris gemeißelt wurde (für alle Nicht- oder Nicht-mehr oder Asterix-Lateiner: “Von den Wogen geschüttelt, wird es doch nicht untergehen!”) sei, in abgewandelter Form, von jetzt an auch unser Wahlspruch:
Von der Krise geschüttelt, werden wir doch nicht untergehen!

Blogger aller Länder, verewigt Euch!

(c) Siegfried Galter, 10. Juli 2009