Archive for Juli, 2011

Europäischer Ausverkauf – Abwracken auf Rating!

Donnerstag, Juli 14th, 2011

Abwrackprämie für abgehalfterte Staaten?

Abwrackprämie für abgehalfterte Staaten?

Wir leben in inflationären Zeiten. Was heißt das? Inflation ist der Zustand des Überflusses bei gleichzeitiger Wertlosigkeit des Vorhandenen, könnte man sagen. Also Krise.
Was aber passiert, wenn die Krise inflationär auftritt, so wie heute? Wird sie dann weniger wert, ist es dann also keine Krise mehr? Paradox, aber nicht wirklich lösungsorientiert gedacht, denn die Krise kriegen wir damit auch nicht in den Griff. Ganz im Gegenteil greift sie immer weiter um sich und erfasst einen Staat nach dem anderen.

Erst die Griechen auf ihrer zerklüfteten Inselwelt. Dann die Iberische Halbinsel mit Portugal. Und jetzt, fast schon mit Ansage, auch das irische Eiland. Das große Zittern geht um im Euroraum, Spanien und Italien sind die nächsten Wackelkandidaten auf der Abschussliste der globalen Finanzwelt. Wo man hinschaut, wird die weiße Flagge geschwenkt. Landunter droht, der Boden wird heißer, die Fluten steigen, Tsunamiwarnung an den Küsten. Wo ist die rettende Arche?

Machen wir uns nichts vor: An Bord des Luxusliners „MS Europa“ herrscht akute Untergangsstimmung. Die Großen halten sich nur dank ihrer höheren Kreditlinie noch über Wasser. Keine Ballastreserven mehr, und für jedes hektisch gestopfte Leck wird woanders ein neues geschlagen. Und die USA pumpen weiter wertlose Dollars nach, während die Finanzpiraten schon gierig im Kielwasser lauern. Klar zum Entern!
Die fröhlichen Nationenfähnchen des geeinten Europa werden eingeholt, stattdessen wimpelt es SALE, SALE und nochmal SALE. Der Euroschlussverkauf ist hiermit eröffnet!
Alles muss `raus. Gestern noch stolze und geballte Kontinental-Wirtschaftsmacht, heute gesamteuropäischer Wühltisch mit Ramschware. Ganze Staatswesen verkommen zum reinen Spekulationsobjekt, von führenden Rating-Agenturen runtergestuft auf Junk-Level. Ausverkauf auf Rating nennt man das wohl. Aber auf wessen Kosten? Und wie fühlt sich der europäische Staatsbürger dabei? So brüsk seiner Kaufkraft beraubt? Entwertet und entehrt, hilflos den entfesselten Kräften eines marodierenden Finanzmarktes preisgegeben? Verraten und verkauft.

„SALE“ heißt übrigens nicht nur „Ausverkauf“, es ist auch das französische Adjektiv für „schmutzig“.
Asche zu Asche, Ramsch zu Ramsch und Schmutz zu Schmutz.
Ab in die Tonne, immer nur `rein damit in den Schrottcontainer! Wracken wir die heruntergewirtschafteten Staatsgebilde doch einfach ab!
Aber - es ist nichts so wertlos, als dass sich nicht doch noch Kapital daraus schlagen ließe.
Krisengewinnler gibt es immer. Wie wäre es denn mit einer Abwrackprämie nach bewährtem Vorbild? Neu gegen Alt, und das Beste daran - durch die Inflation kostet uns das keinen müden Cent! Wie dieses? Ganz einfach: Inflation kommt aus dem Lateinischen, und leitet sich von der Bedeutung „aufblasen“ „aufpumpen“ ab.
Also machen wir`s auf die altbewährte Art, nämlich: Auf Pump!

Recycling tut Not, wer weiss, als was wir im nächsten Durchgang wiederverwertet werden? Vielleicht reicht`s ja für eine gesamteuropäische Lösung: Eine garantiert unsinkbare Konstruktion wahrhaft titanischen Ausmaßes, geschmiedet in der flammenden Lohe von Abermilliarden gierig verfeuerter Euros. Ade „MS EUROPA, Ahoi „MS TITANIC 2“. Willkommen an Bord!

© Siegfried Galter, 14.07.2011




Scheisse im Kanonenrohr ….

Donnerstag, Juli 7th, 2011

„… is good for peace and not for war!“

Platzt womöglich der Panzer-Deal mit den Saudis?

Platzt womöglich der Panzer-Deal mit den Saudis?

Das ganze große Geschäft mit den Waffen hat bisweilen doch ein Gerüchlein, man könnte auch sagen: Es stinkt zum Himmel.
Andererseits weiß doch jedes Schulkind: Wenn WIR den Saudis keine Panzer liefern, dann eben der Franzos`, die Amis oder noch schlimmer: die Russen! Also: Scheiss was drauf!

Zumal unsere Exportwirtschaft händeringend auf Geschäfte dieser Art angewiesen ist!
Schließlich müssen wir unseren Status als Europameister im Bereich der Rüstungsexporte sichern! Es geht da immerhin um Größenordnungen von ca. 10 Mrd. € - jährlich.
(Mit genauen Zahlen hält sich unsere Regierung da sauber bedeckt).
Dafür muss eine alte Frau ganz schon viele Klopapierrollenumhüllungen nebenher häkeln, Herrschaften!
Aber es hat ja auch `was Gutes. Schließlich stehen wir doch alle Seit` an Seit` im Kampfe gegen den allgegenwärtigen Terror, oder? Wie jeder weiß, ist da unten in Arabien jeder Demonstrant ein potenzieller Terrorist. Mehr noch als hier bei uns! Hat man sehr schön gerade in Ägypten wieder gesehen. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Erkenntnis:
„Scheisse in der Golfregion passierte leider öfter schon!“
Insofern sind die Leos für die Saudis nichts anderes als Friedensschafe im Leopardenfell. Und der Saudi revanchiert sich natürlich im Gegenzug mit der Sicherung der Deutschen Ölreserven. Ist ja auch net nix, gerade angesichts des bevorstehenden Energiekollaps durch den unbedachten und völlig übereilten Atomausstieg.
Außerdem ist es ja überhaupt so, dass man nur Dinge verkauft, die man selbst nicht braucht. Wenn wir die ganzen Waffen im ganz großen Maßstab exportieren, dann also nur, damit sie weg sind aus Deutschland. Hier will die keiner haben, so ist das nämlich! Da kommt hier schon keiner auf blöde Gedanken damit. Mit jedem von uns exportierten Waffensystem oder verschacherten Panzer, der heute über die deutsche Grenze Richtung Ausland rollt, braucht die Welt weniger Angst vor den „bösen Deutschen“ zu haben, gelle? Auch das wirkt stabilisierend und friedenssichernd.

Also: Schluss mit den Latrinenparolen! Alles andere wäre doch der reine Defätismus.
Ansonsten gilt nach wie vor der alte Lateinerspruch: „Si vis pacem, para bellum“ („Wenn Du Frieden willst, sei bereit zum Krieg“). Insofern spitzen sich die Debatten im Deutschen Bundestag jetzt dramatisch zu, und ungeachtet der verhängten Informationssperre der Bundesregierung, welche den braven Bürger davor bewahren soll, womöglich die Nase zu rümpfen, setzt sich die Erkenntnis durch:
„Scheisse in der Politik kommt erstens dünn und zweitens dick!“

© 07.07. 2011 Siegfried Galter

DSK – ein Kürzel geht um die Welt

Dienstag, Juli 5th, 2011

DSK - was steckt wirklich dahinter? Die SEX-Kolumne?
Deutschland sucht den Kachelmann?
Der Strauss Ka(h)nn`s?
Oder handelt es sich um den genetischen Code für eine bedrohte Gattung?

Der Strauss ist ja als loser Vogel berüchtigt: Notorisch dicke Eier und immer einen langen Hals in Richtung Weibchen – damit kann man sich schon Respekt verschaffen in freier Wildbahn! Aber es kann selbst dem stolzesten Hahn passieren, dass er sich `mal versteigt.
Da muss man dann schonmal Federn lassen. Ist aber kein Grund, gleich den Kopf hängen zu lassen – oder?

Ein winziger Fehltritt kann manchmal den Kopf kosten - sogar in der Politik

Ein winziger Fehltritt kann manchmal den Kopf kosten - sogar in der Politik

Schon gar erst recht nicht, wenn man Strauss-Kahn heißt, unbeirrt nach höchsten Staatsämtern strebt, und sich bereits in komfortabelsten Positionen plustern durfte.
Man weiß auch gar nicht so recht, warum sich jetzt alle so künstlich aufblähen?
Ein Mann in seiner Position muss doch die Privilegien seiner Stellung ausleben dürfen? Und zwar in jeder gewünschten Stellung und Konstellation, bitte schön!

Auf dem Schlachtfeld der sexuellen Eroberungen hat Dominique der Dominante offenbar schon so manchen Strauss erfolgreich ausgefochten. Was der Kachelmann kann, kann Kahn schon lang! Ein wahrer SEX-Titan, hinter dem der gallische Hahn jetzt steht wie ein Mann. Naja, von ein paar unverbesserlichen, wahrscheinlich frustrierten Legehennen abgesehen, die jetzt hinterrücks Nestbeschmutzung betreiben, indem sie ihn mit uraltem Dreck bewerfen – pfui Teufel! Solche aufgescheuchten Journalistenhühner wie Ihr seid doch seiner Aufmerksamkeit oder gar seiner unzweifelhaften und offenbar unwiderstehlichen Manneskraft überhaupt nicht wert! So behauptet jetzt die Journalistin Tristane Banon, Strauss-Kahn habe versucht sie zu vergewaltigen, als sie ihn 2003(!) für ein Interview in seiner Wohnung aufsuchte. Der frühere französische Finanzminister sei wie ein “brünftiger Schimpanse” über sie hergefallen. Bitte?!
Abgesehen davon, dass ein solcher Bagatell-Vorfall nach einer solch langen Zeit nun wirklich keinen mehr umtreibt (abgesehen von den üblichen Verdächtigen, sprich: Verschwörungstheoretiker, Republikaner und unverbesserliche Emanzen):
Einen solch stolzen Vertreter seiner Gattung mit einem Primaten zu vergleichen, zeugt allerdings von nur rudimentären biologischen Kenntnissen.
Sicher – ich bin auch kein Ornithologe, aber eines weiß ich gewiss: Struthio camelus, der größte lebende Vogel dieser Erde, kann vielleicht nicht fliegen – aber er kann, will und wird ungehemmt vögeln! Solche sterben garantiert nicht aus. Und den Sozialisten in seinem Lauf halten weder Ochs, Esel noch Skandale auf. Vive la Révolution sexuelle! Vive la France!

© 05.07.2011 Siegfried Galter