Archive for Mai, 2013

Die Killerbienen kommen! US-Todesschwa-drohnen - ein Mordkomplott von deutschem Boden?

Freitag, Mai 31st, 2013

„Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen.“
Historische Worte eines Geschichtsbewussten, vom Winde verweht.

Das Land, in dem die Drohnen droh''n...

„In die gezielten Tötungen von Terrorverdächtigen in Afrika durch Drohnen sind US-Standorte in Deutschland maßgeblich eingebunden. Das haben Recherchen des NDR-Politikmagazins „Panorama“ und der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) ergeben.“ (Zitat aus der Hannoverschen Allgemeinen vom heutigen Tage)

Von US-Militärbasen in Deutschland, konkret wurde Ramstein benannt, werden also Killerdrohnen gestartet und gesteuert, die in Zielgebieten im arabischen und afrikanischen Luftraum ihre ruchlose Tötungsmission ausüben. Von mittlerweile 29 Opfern ist die Rede, denen man auf diese chirurgisch sterile Art das Lebenslicht ausgeblasen hat.
Nach Schätzungen internationaler Menscherechtsorganisationen fielen allein bis März 2009 mindestens 600 Zivilisten den Angriffen amerikanischer Killerdrohnen zum Opfer. Heimtückischer Mord per Fernsteuerung von deutschem Boden aus? Womöglich mit Wissen und stillschweigender Duldung unserer demokratisch legitimierten Regierung? Deutschland, das Land, in dem die Drohnen droh’n….
Aber was soll die ganze Aufregung? Die Todesdrohnen operieren doch aus der Luft, auch starten sie nicht von deutschem Boden, sondern von exterritorialem US-Militärgebiet, auf dem wir ohnehin nichts zu melden haben.
Außerdem: im „Krieg gegen den Terror“ ist ohnehin längst jedes Tabu gebrochen, jedes menschliche Maß verkommen. Existenzvernichtende und menschenrechtsverachtende Praktiken und Völkerrechtsverletzungen, die jeder einstmals getroffenen Humankonvention Hohn sprechen, sind heute an der Tagesordnung.
Willkürliche Verfolgung, Festsetzung und Gefangennahme, Entführung und Folter, gezielte Tötung von Terrorverdächtigen, also Mord, alles legitimiert, geduldet, unterstützt, gerechtfertigt und fortgesetzt euphemisiert von den sogenannten Demokratien dieser Welt. Die selbsternannte größte unter ihnen gibt die Erstschlagszahl vor: zum Schutze derselben und ihrer hehren Grundwerte, versteht sich. Das nennt man dann wohl präventive Vorwärtsverteidigung, oder wollt Ihr etwa unter der Scharia leben wie die verblendeten Kameltreiber? Und unser Verteidigungsminister ist ganz vorne mit dabei, schwadroniert in vorderster Front diensteifrigst mit. Killerdrohnen sollen es jetzt werden, nachdem ihm die unsägliche Bruchlandung von Eurohawk doch eigentlich ein unüberhörbarer Warnschuss hätte sein sollen. Durchstarten statt Denkpause, recht so. Wer zaudert, ist schon so gut wie tot, denn der Feind schläft nicht, ist längst auch am Drücker.
„Gnade“! Das ist das Wort, mit dem der Koran beginnt.
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Damit beginnt die Überlieferung der christlichen Schöpfungsgeschichte. Von Drohnen und Drohungen steht da kein Sterbenswörtchen.
Und doch handelt es sich hierbei um die Grundlagen der Werte, um die hier vorgeblich Krieg geführt wird.
Aber unsere Administration wäscht einmal mehr ihre Hände in Unschuld, nochmals Zitat aus der Hannoverschen: „Die Bundesregierung betonte auf Nachfrage, sie habe keinerlei Anhaltspunkte, dass Drohnenangriffe über Deutschland geplant oder durchgeführt werden.“
Ist ja auch sonnenklar, denn die Drohnen sind doch für das menschliche Auge unsichtbar, Ihr Dummies! Erst recht, wenn es sich um das getrübte Sehorgan eines rechtschaffenen Politikers handelt.
Außerdem achte man auf die verräterische Wortwahl: „Drohnenangriffe über Deutschland“ waren hier ja (noch) überhaupt nicht Bestandteil der Debatte. Angesichts dieser fast schon mutwillig anmutenden verbalen Verschleierung wird umso klarer: die Gefahr lauert vor allem in dem, was man nicht sieht oder hört. Und erst recht in dem, was man nicht sehen und hören will.




© Siegfried Galter, 31.05.2013

La Jolie et la bête oder die Schönheit und das Biest

Freitag, Mai 17th, 2013

Angst essen Schönheit aufStets sieht sich die Schönheit durch das Häßliche gefährdet. Ebenso wie die Freiheit durch die Beschränktheit, oder die Ruhe durch den Aufruhr, die Gesundheit durch Krankheit. Der Frieden durch den Krieg. Die Gewissheit durch die Ungewissheit.
Genauso wie das Leben durch den Tod.
Keine Existenz ist denkbar ohne ihre elementare Gefährdung oder Infragestellung.
Und wir leben in unsicheren Zeiten, das ist gewiss. So gewiss wie die Statistiken, mit deren Hilfe wir uns wenigstens dieser Tatsache zahlenmäßig verbrieft versichern können.
Rauchen gefährdet unsere Gesundheit. Ebenso wie falscher oder übermäßiger Konsum nahezu aller anderen körpergängigen Substanzen und Verfahren, sei es Fleisch, Fett, Alkohol, Zucker, Medikamente und Drogen oder auch nur natürliches Sonnenlicht.
Von allen anderen Schadfaktoren, über die wir keine Kenntnis oder noch keine gesicherte Erkenntnis haben, einmal abgesehen.
Hält die statistisch belegte Schädlichkeit oder Gefährdung irgendeinen Nikotin-, Drogen-, Alkohol-, UV-, oder Fressjunkie davon ab, weiter an dieser selbstzerstörerischen Verhaltensweise festzuhalten? Selten genug. Wir verbrüdern uns mit unseren Todfeinden, umarmen sie innig und nehmen fatalistisch ihre statistisch signifikante und millionenfach erprobte Letalität in Kauf.
Gleichzeitig kämpfen wir verzweifelt gegen den sichtbaren Verfall, sei es mit Hilfe von Kleidung, Kosmetik oder Körperoptimierung bis aufs Messer - mit Selbstkasteiung, Chirurgie und und Alchemie.

Depression sei die Krankheit zum Tode, heißt es. Ich glaube, die Krankheit zum Tode heißt Todesangst. Sie lässt uns die aberwitzigsten Dinge tun, um dem Unvermeidlichen nicht ins Auge blicken zu müssen. Der Gegner hat uns längst umzingelt, der Sensenmann ist allgegenwärtig. Der Mensch ist des Menschen erbittertster Feind. Und am gefährlichsten ist der Feind in uns selbst. Ein heimtückischer Schläfer lauert in uns auf die Gelegenheit, uns mit körpereigenen Waffen hinterrücks niederzuringen. Krebs, die beängstigende Fratze jeder Horrorvision vom eigenen Ableben. Und jetzt also auch die eigenen Gene. Heute haben wir endlich die Erkenntnismöglichkeiten, den Beweis, und damit auch die Gewissheit: unsere eigenen Gene arbeiten gegen uns!
Wie es Gerhard Polt einmal so trefflich auf den Punkt brachte:
„Wenn die Gene erstmal versaut sind, helfen auch keine Prügel mehr!“
Aber in der modernen Chirurgie haben wir einen mächtigen Verbündeten! Wenn die statistische Wahrscheinlichkeit, an einer bestimmten Krebsart zu erkranken, genetisch quasi vorprogrammiert ist, dann operieren wir das hinterfotzige Teil einfach heraus, bevor eine entartete Zelle auch nur „Piep!“ sagen kann, und ersetzen es notfalls durch eine optimierte und harmlose Nachbildung.
So eine über 80-prozentige, statistisch abgesicherte Erkrankungswahrscheinlichkeit kann einem natürlich eine Scheißangst einjagen, gar keine Frage. Oh unglückselige Angelina, Dein Engelsgesicht soll den grausen Tod nicht schauen. Da heißt es knallhart kalkuliert handeln. Der Krebs oder ich. Den Feind vernichten, bevor er noch aus den Schützengräben ‘rauskommt. Das Biest muss sterben! Die Schönheit soll leben! Silikon statt Karzinom.

Unsere Todeswahrscheinlichkeit beträgt exakt 100 %. Massenhafte Präventiv-Selbstentleibung wäre angesichts dieser überwältigenden und statistisch unleugbaren Gewissheit das aktuelle Gebot der Stunde.
Wem das zu radikal ist, der kann ja, sozusagen als sorgsam abgestimmte „flexible response“ auf die statistisch vorliegende individuelle Gefährdungslage, nach und nach die Gefahrenherde eliminieren, indem er sich peu à peu von den in Frage kommenden Organen und Körperteilen trennt. Auf chirurgischem Wege, versteht sich, und unter begleitender Obhut von Spezialisten des Vertrauens. Heute die Prostata, morgen die Leber, dann später vielleicht noch Teile des Magens, suspekte Brüste, ein Fötus mit einer minderwertigen Gen-Disposition – alles muss ‘raus! Je nachdem könnte auch das Gehirn dran glauben müssen. Prävention tut Not – nichts wie weg damit, bevor es zu spät ist! Bei der Mehrheit sollte der Gewinn an potenzieller Lebensqualität den Verlust an Denkvermögen mehr als wettmachen. Bei nicht Wenigen wird sich dieser finale Eingriff mangels Masse ohnehin erübrigen. Und für unser marodes Gesundheitswesen tun sich langfristig völlig neue Perspektiven auf. Radikalprävention auf höchstem Level. Entledigt Euch! © Mai 2013 Siegfried Galter