Archive for Dezember, 2013

Mindestlohn: Politik der Nahles-Stiche

Mittwoch, Dezember 18th, 2013

Andrea Nahles sieht rot-schwarzEs wird doch nichts so heiß gegessen, wie es zubereitet wird, deshalb brauchen sich die unterbezahlten Arbeitskolonnen in bundesdeutscher Kapitalistenfron auch nicht nicht allzu gierig die Lippen zu lecken. Einem aktuellen Zeitungsbericht zufolge hat die frisch gebackene Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles zugesichert, dass der #Mindestlohn spätestens 2017 bundesweit gilt.
Das muss man der Nahles lassen: diese äußerst ehrgeizige Vorgabe ist gewiss nicht mit der heißen Nadel genäht. Die erbärmlichen Löcher in den Taschen der chronisch unterbezahlten Arbeitnehmerschaft wird diese Politik der kleinen Stiche kaum stopfen können. Die Nahles legt aber Wert auf die Feststellung, dass es ohne die Festlegung auf einen gesetzlichen Mindestlohn keine Große Koalition gegeben hätte.
Es ist wie im Horizontalen Gewerbe: ohne Hurenlohn keine Kopulation, ohne Mindestlohn keine Große Koalition. Wenn schon, denn schon. Ein Hurensohn, wer Böses dabei denkt. Nur wann, das kann dann doch noch etwas dauern, vor allem, wenn der Partner Ladehemmung hat. Da helfen dann auch kleine Nahles-Sticheleien wenig.
“Ausnahmen wird es nicht geben - trotz aller Fluchtphantasien in Teilen der Union”, so ließ Nahles sich weiter vernehmen.
Wie lamentierte doch einst die eiserne Jungfrau nach dem Verlust ihres wertvollsten Körperteils:
„Wenn Du mir nicht versprochen hättest, mich irgendwann einmal zu heiraten, wäre ich nie und nimmer mit Dir ins Bett gegangen!“
Nur die Wählerschaft ist offenbar nicht so wählerisch, wenn es darum geht, mit wem sie sich leichtfertig einlässt, um sich über die nächste Legislaturperiode die Zeit und jede Lust am tugendhaften Bundesbürgertum vertreiben zu lassen.
Merke:
Wenn Politiker Absichtserklärungen abgeben, dann meist in der Absicht, ihre wahren Absichten zu verschleiern. Das ist doch eine Aussage, auf die man sich getrost einlassen kann - als freier Wähler wie als Freier.

© Siegfried Galter, 18. 12. 2013

„Mordsrespekt“ - eine Kardinaltugend im Amt des Verteidigungsministers?

Montag, Dezember 16th, 2013

Lady Riefenstahlhelm
Der neue Kopf des bundesdeutschen Verteidigungsministeriums ist blond, weiblich, und trägt, neben scheinbar unerschütterlichem Selbstbewusstsein, seit je eine beunruhigend stabile Helmfrisur zur Schau.
Ex-Familienministerin #Ursula von-der-Leyen führt als designierte Verteidigungsministerin künftig die Stahlhelm-Fraktion, welche die Verteidigung unserer demokratischen Freiheiten am Hindukusch und darüber hinaus sicherstellen soll und wird. Und zwar bis zum letzten Mann.
Furchtlose Flucht nach vorn war schon seit je die Spezialität der forschen Powerfrau, die ihrem politischen Kriegsnamen „Lady of steel“ schon immer streitbar alle Ehre machte.
Die Vorwärtsverteidigung ist ihr Lieblingsmodus, nachgeben ohnehin nur etwas für Weicheier.
Hatte sich die die siebenfache Mutter schon allein auf Grund ihrer respektablen Reproduktionsrate für ihr früheres Amt als Familienministerin hoch qualifiziert, hat sie spätestens jetzt das deutsche Mutterkreuz verdient: sieben wehrhafte Bundesbürger/ und potenzielle Landesverteidiger/innen hat sie der Nation geschenkt, welche sie nun mit dem Lorbeer des obersten Verteidigungsamts belohnt.

In der gestrigen Talkrunde von Günther Jauch hat von-der-Leyen einen, so wörtlich: „Mordsrespekt“ vor ihrer neuen Aufgabe bekundet. Das spricht für sich. Die Dame hat die Dimension ihrer Mission vollauf erfasst. Damit ist auch klargemacht, dass sich dieser Respekt in erster Linie auf das Amt bezieht, und nicht auf mögliche Kriegsgegner oder Kombattanten im Kampf gegen den allgegenwärtigen Terror. Im anderen Fall hätte sie sich womöglich auf einen „Granatenrespekt“ beschränkt, und damit ihre potenzielle ministeriale wie militärische Schlagkraft unnötig geschwächt. Gut gebrüllt, Löwinnenmähne! Lady Riefenstahlhelm, Deutschland steht angesichts Ihrer Respektsbekundung stramm und geschlossen hinter Ihnen!
Wir wünschten nur, auch andere Minister/innen würden sich ein Beispiel nehmen, und eine ähnlich respektable Führung ihrer Ressorts erwarten lassen:

Im Gesundheitsministerium beispielsweise wäre ein Scheißrespekt hinsichtlich der hygienischen und sanitären Verhältnisse in Bundesdeutschland durchaus angezeigt.
Das Landwirtschaftsministerium erfordert einen Schweinerespekt vor der Kreatur – welcher allerdings leider nicht immer die Erzeuger/ und Verbraucher/innen mit einschließt.
Als Innenminister braucht man einen Höllen-, mindestens aber einen Heidenrespekt für die Anders-, Fremd- und Ungläubigen wie -denkenden.
Das Energie- und Umweltministerium wäre gut beraten mit einem apokalyptischen Respekt vor der Schöpfung, der Natur und den Gefahren der Nuklearenergie…

Wie wär’s zur Abwechslung mit etwas Wähler/innen-Respekt, verehrte Damen und Herren von der Politikerfront? Helm ab zum Gebet!





© Siegfried Galter, 16.12.2013